Slow Food – natürlicher, vielfältiger und ethischer Genuss

29.10.2014 |  Von  |  Alles
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Slow Food – natürlicher, vielfältiger und ethischer Genuss
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Kennen Sie Slow Food? Sehr wahrscheinlich ja: Wenn Sie in einem guten Restaurant zu Abend essen, das seine Lebensmittel aus der Region, von biologisch produzierenden Betrieben oder im Fair-Trade-Kontext bezieht, steht der Besitzer des Lokals sehr wahrscheinlich der Slow-Food-Bewegung nahe.

In der Schweiz traf Slow Food von Anfang an auf reges Interesse. Viele Schweizer sind bei der Auswahl ihrer Lebensmittel ausgesprochen qualitätsbewusst und fühlen sich ihren regionalen kulinarischen Traditionen bis heute eng verbunden. Hinzu kommt: Der Wunsch nach hochwertigen und „ethisch“ produzierten Lebensmitteln fällt für viele mit ihrem Wunsch nach möglichst grosser Individualität zusammen. Fast Food und industriell erzeugte Nahrungsmittel erfüllen diesen Anspruch nicht.

Die Anfänge von Slow Food – für kulinarische Traditionen, gegen Fast Food

Slow Food ist heute eine internationale Bewegung, die auch formal organisiert ist. Ihr Gründer ist der italienische Journalist und Food-Publizist Carlo Petrini. Als Reaktion auf einen Weinskandal – das Panschen des italienischen Rotweins Barolo mit Methanol – gründete er in den 1980er-Jahren die „Gesellschaft der Freunde des Barolo“. Im Juli 1986 entwickelte sich daraus der Verein Arcigola, der sich für die Rückbesinnung auf das kulinarische Erbe Italiens engagierte. Der unmittelbare Anlass dafür war die Eröffnung einer Filiale von McDonalds auf der historischen Piazza Navona in Rom – Petrini organisierte als Protest an der Spanischen Treppe ein öffentliches Spaghetti-Essen.

Die Ziele von Arcigola fanden schnell internationale Resonanz. Im Dezember 1989 folgte in Paris die offizielle Gründung von Slow Food – diesen Begriff hatte sich der neue Verein auch markenrechtlich schützen lassen. Carlo Petrini ist bis heute bei Slow Food International aktiv. In Italien gründete er zusammen mit dem Verein den Turiner Salone del Gusto (Salon des Geschmacks) und die gastronomische Universität in Pollenzo.

Engagement für Genuss unter dem Zeichen der Weinbergschnecke

Die Slow-Food-Bewegung hatte weltweit offensichtlich einen Nerv getroffen. Heute gehören ihr rund 80’000 Menschen in 150 Ländern an – allerdings mit einem starken Fokus auf Europa und Nordamerika. Das Logo der Vereinigung ist die Weinbergschnecke als Symbol für Genuss und Langsamkeit. Slow Food versteht sich als Lobby für Geschmack, für eine regional angepasste und ökologische Erzeugung von Lebensmitteln sowie für den Erhalt von Biodiversität und kulinarischen Kulturen. Im Mittelpunkt ihres Programms stehen Genuss – auf den jeder Mensch ein Recht hat –, Geschmack und Qualität. Geschmack in der Definition von Slow Food ist eine kulturelle, historische, ökonomische, soziale und natürlich auch individuelle Dimension – kontroverse Diskussionen darüber sind ausdrücklich erwünscht. In den einzelnen Ländern haben sich die Mitglieder von Slow Food in regionalen „Convivien“ organisiert, bei deren Aktivitäten es um Engagement für die Themen des Vereins und natürlich auch um gemeinsames Geniessen geht. Abgeleitet ist ihr Name vom Wort „Convivialität“, also Gastlichkeit.

Slow Food in der Schweiz

In der Schweiz gibt es derzeit 20 Slow-Food-Convivien. Junge Mitglieder des Vereins engagieren sich bei Slow Food Youth, das ihnen für ihre Aktionen einen informelleren Rahmen bietet. Auch die alljährliche „Semaine du Goût“ – die Schweizer Woche des Genusses – hat ihre Wurzeln in der Slow-Food-Bewegung und setzt sich mit ihren Veranstaltungen für die gleichen Ziele ein.

 

Oberstes Bild: © mjsomerville – Shutterstock.com


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