Legendär, aber immer wieder in der Kritik – die Rallye Dakar

05.12.2014 |  Von  |  Allgemein
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Legendär, aber immer wieder in der Kritik – die Rallye Dakar
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Zwischen 1978 und 2007 war vor allem Afrika der Austragungsort des bedeutendsten Autorennens weltweit, die Rallye Dakar, früher als Rallye Paris–Dakar bezeichnet. Aus Sicherheitserwägungen heraus verlegten die Veranstalter sie 2009 nach Südamerika. Das prominenteste Rennen dieser Art ist die Rallye Raid – zugleich aber auch das meistkritisierte, denn bei keinem anderen Wettbewerb gab es so viele Unfallopfer sowohl unter Teilnehmern als auch Zuschauern.

Gründer und Veranstalter der Rallye war der Franzose Thierry Sabine. Startschuss war Ende Dezember 1978, Zielankunft Mitte Januar 1979. Nach Sabines Tod übernahm dessen Vater die Leitung des Rennens. Der veräusserte die Rechte später an das führende Unternehmen für Sportveranstaltungen in Frankreich, die Amaury Sport Organisation (A.S.O.), die zum Beispiel auch für die Organisation der Tour de France verantwortlich ist.



Der Einfall, ein Rennen wie die Rallye Dakar zu veranstalten, kam Thierry Sabine 1977, als er sich während der Rallye Abidjan–Nizza mit seinem Motorrad in der Wüste Libyens verfahren hatte. Ein häufig zitierter Ausspruch des Franzosen hiess: „Wenn das Leben langweilig wird, riskiere es!“ – „If life gets boring, risk it!“ Einige Jahre später war das Risiko zu gross. Bei einem Flug mit dem Hubschrauber stürzte Sabine 1986 in einem Sandsturm ab und verlor sein. Um ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren, benannte man einen Hügel, auf dem ein kleiner Baum stand, in „Arbre Thierry Sabine“ um und stellte zur Erinnerung an das tragische Unglück einen Gedenkstein auf.

2008 sollte der Auftakt der Rallye in Lissabon stattfinden, einen Tag vorher mussten die Veranstalter das Rennen jedoch absagen – das erste Mal in seiner Geschichte. Der Grund: Es hatte Hinweise auf Terroranschläge gegen das Rennen gegeben und die französische Regierung hatte eine Reisewarnung ausgesprochen. Zuvor waren schon vier französische Touristen ermordet und ein Soldat an der algerischen Grenze war überfallen worden.

Die Veranstalter zögerten nicht lange und verlegten die Strecke der Rallye Dakar 2009 kurzerhand nach Südamerika. Anfang Januar startete der erste Marathon in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Von den Teilnehmern war eine Wertungsstrecke von etwa 6’000 Kilometern zu bewältigen, teilweise auch durch Chile, ehe am 18. Januar Zielankunft in Buenos Aires war. Auch in den folgenden Jahren war Buenos Aires Start- und Zielpunkt und die Strecke führte durch Argentinien und Chile. Eine Abweichung davon gab es 2012, da startete das Feld der Teilnehmer im argentinischen Mar del Plata und fuhr über Chile nach Peru, wo Lima das Ziel war.

Rally Dakar 2009. (Bild: Dakar organization / wikimedia.org)

Rally Dakar 2009. (Bild: Dakar organization / wikimedia.org)




Die Rallye Dakar ist im Unterschied zu anderen Wettbewerben wie zum Beispiel der Rallye-Weltmeisterschaft, wo kurze Etappen und Prüfungen an einem Wochenende stattfinden, eine wirkliche Herausforderung für Teilnehmer und Fahrzeuge. Bis auf einen Tag Pause nach der Hälfte des Rennens sind die Teams jeden Tag auf Achse – und das auf Strecken bis zu 800 Kilometern Länge, wovon ein grosser Teil durch die Wüste zurückgelegt werden muss.



Besonderen Belastungen sind private Teilnehmer ausgesetzt. Sie stellen sich dem Wettkampf, ohne einen Tross von Mechanikern und die Unterstützung der Fahrzeughersteller im Hintergrund zu haben. Ist eine Etappe innerhalb des zeitlichen Limits geschafft, ist es allein an ihnen, Reparaturen vorzunehmen oder sich um die Auswechslung verschlissener Teile zu kümmern. Das bedeutet: Erfolgt die Zielankunft bei Nacht, bekommt man entweder weniger Schlaf oder das eigene Fahrzeug ist schlechter auf den nächsten Tag vorbereitet. Da wundert es nicht, dass Jahr für Jahr über die Hälfte der Teilnehmer vor Ende des Rennens aufgeben muss.



In den ersten Jahren führte die Strecke von der französischen Hauptstadt Paris bis zur senegalesischen Hauptstadt Dakar. Später wurden Start, Ziel und der Verlauf der Route mehrmals geändert. 2006 zum Beispiel war Lissabon der Startpunkt. Von dort aus ging es durch Spanien, Marokko und die Westsahara, dann weiter durch Mauretanien, Mali und Guinea bis zum Zielpunkt Dakar. Im Jahr 1992 dauerte das Rennen sogar eine Woche länger und Zielankunft war in Südafrika, in Kapstadt. Die Teilnehmer waren alles andere als begeistert davon, denn in Zentralafrika waren zahlreiche Pisten zu eng, um zu überholen.

Rekordsieger und uneingeschränkter Champion ist bis zum heutigen Tag der Franzose Stéphane Peterhansel. Er gewann das Rennen zwischen 1991 und 2013 fünfmal mit dem Auto und sechsmal auf dem Motorrad. Nur zwei weiteren Fahrern ist es bisher gelungen, in beiden Kategorien, Auto und Motorrad, den Sieg davonzutragen: dem Spanier Nani Roma und dem Franzosen Hubert Auriol. Als erste Frau konnte die Deutsche Jutta Kleinschmidt 2001 einen Sieg in der Automobilwertung verbuchen. Erfolgreichster Fahrzeughersteller ist Mitsubishi – zwölf Siege stehen auf seinem Konto.

Der Rallye Dakar machte aber auch negative Schlagzeilen: Durch Unfälle sind bis heute über 60 Teilnehmer, Mitglieder des Organisationsteams und Zuschauer ums Leben gekommen. Bei dem Hubschrauberabsturz, bei dem Thierry Sabine getötet wurde, gab es zum Beispiel noch vier weitere Todesopfer. Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen immer wieder erhöht wurden, waren auch Zuschauer von Unfällen betroffen, darunter neun Kinder. Die meisten tödlichen Unfälle gab es in letzter Zeit unter den Motorradfahrern. Kritik an der Rallye gibt es aber auch immer wieder wegen der „ökologischen Schäden“ und der „Menschenverachtung“ in den afrikanischen Ländern.

„Die Dakar“ ist für die Teilnehmer eine kostspielige Angelegenheit. Wer privat mit seinem Motorrad teilnimmt, muss mindestens 40’000 Euro investieren.



 

Oberstes Bild: © MAINDRU PHOTO – wikimedia.org



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