Hot Chocolate Massage: das besondere Wellness-Event

03.04.2015 |  Von  |  Alles, Allgemein, Indoor, Privat
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Hot Chocolate Massage: das besondere Wellness-Event
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Massage mit heisser Schokolade? Klingt dekadent, wird von keinem Arzt der Welt verschrieben und von keiner Krankenkasse gezahlt. Und in Spas, die solche Luxus-Wellnessanwendungen anbieten, ist die Hot Chocolate-Massage nicht gerade billig. Das ist jedoch kein Grund, darauf zu verzichten – denn Massageschokolade lässt sich mit einfachen Zutaten selbst herstellen und auch ohne Vorkenntnisse gefahrlos zu Hause anwenden. Damit ist ein süsser Abend garantiert – es sollte nur vorher geklärt werden, wer später aufräumt.

Grundregeln für Hobbymasseure

Bei einer Schokoladenmassage liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Schokolade, also auf dem Genuss. Hierzu sind keine Spezialkenntnisse erforderlich – es reicht völlig aus, Schokolade zu lieben. Das gilt in diesem Fall auch für die eigentliche Massage: Jeder Laie kann massieren, ohne dabei aus Versehen Schaden anzurichten, sofern er sich an ein paar Grundregeln hält. Folgende Tipps sollten ambitionierte Hobbymasseure stets beachten:

  • Die Massage muss demjenigen, der massiert wird, gut tun und gefallen. Also mit viel Aufmerksamkeit und Empathie massieren und alles Unangenehme oder Schmerzende vermeiden.
  • Massiert werden die Haut und die Muskeln, nicht die Gelenke.
  • Finger weg von der Wirbelsäule: Beim Massieren wird niemals auf oder zwischen die Wirbel gedrückt oder versucht, einen Wirbel zu verschieben.
  • Laien massieren mit den Handballen und den Fingern. Spezielle Massagetechniken mit Knöcheln, Ellbogen, Knien oder Füssen erfordern eine besondere Ausbildung.
  • Verspannte Muskeln können beim Massieren ein wenig knirschen, die Haut kann sich röten. Aber Laien dürfen nicht so stark drücken, ziehen oder kneten, dass es knackt – das dürfen nur geschulte Physiotherapeuten oder Chiropraktiker.
  • Wer orthopädische Beschwerden hat, etwa Bandscheibenprobleme, Ischialgie oder Skoliose, sollte auch Wellnessmassagen immer vorher mit dem behandelnden Arzt abklären. Dasselbe gilt bei Muskel-Skelett-Erkrankungen, Hautkrankheiten und Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Für die Schokoladenmassage gibt es keine medizinische Indikation. Sie macht nur jede Menge Spass, verwöhnt alle Sinne und ist als Geschenk für einen geliebten Menschen mit Sicherheit ein Angebot, das keiner ausschlagen kann. Die Massageschokolade enthält ausserdem Inhaltsstoffe, die die Haut pflegen und versorgen, und das damit verbundene Duft- und Geschmackserlebnis wirkt entspannend, und stimulierend zugleich. So ergibt sich sogar noch ein gesundheitlicher Aspekt – für alle, die es schätzen, wenn auch die Extraportion Luxus einen guten Zweck erfüllt.


Schokoladenmassage macht jede Menge Spass und verwöhnt alle Sinne. (Bild: © evgeny varlamov – shutterstock.com)

Schokoladenmassage macht jede Menge Spass und verwöhnt alle Sinne. (Bild: © evgeny varlamov – shutterstock.com)


Massageschokolade: ein Grundrezept

Wer schon einmal zum Backen oder für Schokofondue Schokolade geschmolzen hat, weiss, dass deren Schmelzpunkt relativ hoch ist. Wenn sie schmilzt, ist sie bereits zu heiss für die Haut und könnte an empfindlichen Stellen gar zu Verbrennungen führen. Daher ist herkömmliche Schokolade aus dem Süsswarenregal zum Massieren nicht geeignet. Massageschokolade hat einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt und wird zudem so zubereitet, dass sie die Haut pflegt und ihre wohltuenden Inhaltsstoffe gut aufgenommen werden können. Alle Zutaten sind für wenig Geld in der Apotheke oder im Reformhaus erhältlich.

Die Grundbestandteile der klassischen Schokomischung sind Sheabutter, Kakaobutter und Kakaopulver. So sieht das empfohlene Mengenverhältnis aus, das natürlich je nach Schokobedarf angepasst werden kann:

  • 100 Gramm Sheabutter
  • 100 Gramm Kakaobutter
  • 3 Esslöffel Kakaopulver

Mit weiteren natürlichen und verträglichen Zutaten lässt sich die Grundmischung zu individuellen Mischungen ergänzen – in Frage kommen etwa Sonnenblumen-, Ringelblumen- und Mandelöl, Kokosfett, naturreine Massage- oder Duftöle und Honig.

Zur Zubereitung werden alle Zutaten gut miteinander vermischt und im Wasserbad langsam auf 35 °C bis 37 °C erwärmt. Bei dieser Temperatur sollte die Massageschokolade die ideale Konsistenz erreicht haben. Wichtig: Niemals Wasser hinzufügen, weder zum Strecken noch zum Erwärmen oder Kühlen!

Wärmer als 40 °C darf die Mischung nicht werden, sonst verliert sie ihre samtige Geschmeidigkeit und ist auf der Haut schon so heiss, dass sie nicht mehr entspannend, sondern alarmierend wirkt.

In einem Spender oder kleinen Tiegel, eventuell auch im Wasserbad, lässt sich die Schokomischung für die Dauer der Massage warmhalten. Bevor sie auf die Haut gelangt, sollte der Masseur die Temperatur noch einmal prüfen, am besten an den Lippen oder der Handgelenkinnenseite.

Was soll die Massageschokolade bewirken?

Wer vorhat, die Schokolade nach dem Massieren abzulecken oder aufzuessen, sollte die Mischung natürlich vorher probiert und für lecker befunden haben. Bei allen Experimenten gilt: Auch duftende und angenehm schmeckende Zutaten können unerwünschte Nebenwirkungen haben. So wirken manche Öle (Rhizinusöl) abführend, und nach einer Massage mit Johanniskrautöl sollten Sonnenbäder vermieden werden. Der Apotheker oder das Fachpersonal im Reformhaus kennen die Haut-, Gaumen- und Magenfreundlichkeit aller angebotenen Öle und nehmen sich gern ein paar Minuten Zeit, um die besten zu empfehlen.

Die in der Massageschokolade enthaltenen Hautnährstoffe werden durch die streichenden, kreisenden, sanft reibenden und knetenden Massagebewegungen sehr gut aufgenommen. Die Schokolade zieht natürlich niemals vollständig in die Haut ein. Es ist also unumgänglich, sich nach einer Schokomassage abzuduschen – spätestens dann, wenn man sich wieder anziehen möchte. Am besten bei der Reinigung nur warmes Wasser verwenden, auf Seife bzw. schäumende Reinigungsmittel verzichten und nicht schrubben, sondern nur sanft abspülen und danach trockentupfen – dann kann die Haut alles Gute, das sie bekommen hat, behalten. Nach der Dusche wirkt sie frisch und strahlend, fühlt sich wunderbar gepflegt an und hinterlässt keine Schokoflecken mehr in der Kleidung.



Tipps für die Schokomassage zu Hause

Was genau massiert werden soll, liegt allein im Ermessen der Beteiligten. Rücken und Schultern sind die klassischen Massagegebiete, die ganz nach Zeit, Wunsch und gegenseitigem Vertrauen ausgedehnt werden können: auf Arme und Beine, Brust, Bauch und Gesäss, Hände, Füsse oder Gesicht. Kopfmassagen mit Schokolade sind möglich, aber eher nicht die erste Wahl.

Damit die Massage nicht in Arbeit oder gar Stress ausartet, ist eine gute Vorbereitung erforderlich. Immer wichtig sind:

  • eine angenehme Raumtemperatur (mindestens 23 °C),
  • ein bequemer Platz (Massageliege, Tisch mit weicher Polsterauflage, Couch, Bett),
  • ausreichend Unterlagen (gross genug, um sich darauf umzudrehen, waschbar auf 60 °C) und
  • eine Möglichkeit, die warme Schokolade, Snacks, Getränke u. Ä. in Griffweite bereitzustellen.

Wer richtig in die Vollen gehen möchte, kann die Atmosphäre mit Kerzen, farbigem Licht, Düften, Musik, Deko etc. abstimmen.

Zum perfekten Abrunden einer Schokomassage werden schokoladige Köstlichkeiten gereicht, zum Beispiel Mousse au chocolat, heisse Schokolade, Pralinen, Schokopudding oder Lumumba (aber nicht zu viel Rum, sonst wird das Aufstehen schwierig). Kaffee und Mokka passen ebenfalls grossartig zur Schokomassage – der Kaffeesatz lässt sich sogar als Peeling weiterverwenden.

Fazit: Aus medizinischer Sicht braucht niemand eine Schokoladenmassage. Aber (fast) jeder liebt Schokolade – und es spricht nichts dagegen, sich von Zeit zu Zeit eine extrasüsse Portion Wellness zu gönnen. Mit selbst hergestellter Massageschokolade lässt sich die luxuriöse Behandlung ganz einfach zu Hause ausprobieren.

 

Oberstes Bild: Schokoladenmassage ist ein Wellness-Event der besonderen Art. (© Goran Bogicevic – shutterstock.com)

 

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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