Unterschiedliche Behandlungstarife bei den Krankenkasse: Streitpunkt der Verbände

15.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Unterschiedliche Behandlungstarife bei den Krankenkasse: Streitpunkt der Verbände
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Entstehende Kosten in einem Spital oder einer ambulanten Behandlung in einer klassischen Arztpraxis sind ein wesentlicher Faktor für Patienten in der Schweiz mit Grundversicherung, bestimmte Zusatzleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Verhandlung über die Behandlungstarife der Krankenhäuser und Ärzte führt zu regionalen Abweichungen, zudem ist das Risiko eines generellen Preisanstiegs zur Deckung aller Kosten des Behandelnden relevant.

Traditionell ist es ein kompliziertes Unterfangen, diese Tarife auszuhandeln – was sich in der Schweiz aktuell durch die jüngste Aufspaltung der Krankenkassenverbände zuspitzt. Die Konkurrenz zwischen der traditionsreichen Santésuisse und der neugegründeten Curafutura könnte bald schon zu einer uneinheitlichen Regelung bei den Kosten der Behandlungstarife führen.

Nur ein Verband meldet Einigung über neue Behandlungstarife

Ein wesentlicher Verhandlungspunkt zwischen Ärzten und Krankenhäusern auf der einen sowie einem Krankenkassenverband auf der anderen Seite ist eine finanzielle Vergütung der Leistungen. Landesweit werden diversen Behandlungsmassnahmen die gleichen Taxpunkte als Berechnungsgrundlage zugeordnet – auf kantonaler Ebene hingegen wird die Verrechnung mit einem angemessenen Wert in Rappen ausgehandelt. Bereits vor einigen Wochen meldete die Curafutura, eine Einigung mit dem Spitalverband und dem Ärzteverband FMH erzielt zu haben. Die Santésuisse, von der sich im Jahr 2013 eine Reihe von Krankenkassen abspaltete und einen neuen Verband gründeten, waren bei diesen Gesprächen zu einer Einigung nicht dabei.

Was die Einigung der Curafutura für die einzelnen Krankenkassen des Verbandes und die zugehörigen Mitglieder bedeutet, ist aktuell schwer abzuschätzen. Tatsache ist es alelrdings, dass in Spitälern und Praxen viele neue Leistungen hinzugekommen sind, die für die behandelnde Instanz auf attraktive Weise abgerechnet werden sollen. Auch für bestehende Leistungen wünschen sich Krankenhäuser und Ärzte eine bessere Vergütung, die im Rahmen der Einigung über die neuen Behandlungstarife in einzelnen Bereichen potenziell gewährleistet ist. Da die Einigung mit Santésuisse noch aussteht, muss es aber nicht zwangsläufig zu einer gleichartigen Einigung kommen. Dies könnte unterschiedliche Behandlungskosten abhängig von der jeweiligen Krankenkasse zur Folge haben.

Eine Einigung der Verbände ist momentan kaum abzuschätzen

Grundsätzlich wird von allen Seiten eine generelle Gesprächsbereitschaft signalisiert, um mit einer zeitgemässen, einheitlichen Tarifstruktur in die Zukunft zu gehen. Ob es allerdings im Laufe der nächsten Wochen tatsächlich zu weiteren Gesprächen kommt, gilt schon aus Gründen der Kompetenzebene für eher unwahrscheinlich. Während die Santésuisse darauf pocht, dass die Tarmed Suisse als seit über einem Jahrzehnt bestehende Gesellschaft die richtige Instanz zur Weiterentwicklung und Anpassung der Arzttarife in der Schweiz darstellt, sehen die anderen Verhandlungspartner eher die neugegründete Tarmed AG in dieser Rolle. Deren Ergebnisse sollen dem Bundesrat direkt zur Absegnung vorgelegt werden.

Da sich die Tarmed Suisse aktuelle in Liquidation befindet, wirkt die Rolle der Gesellschaft umso irritierender. Der Beschluss der Auflösung dieser Gesellschaft durch ihre Mitglieder (zu denen auch die Santésuisse zählt) sei bereits im Jahr 2013 erfolgt. Für das aktuelle Jahr verfügt die Tarmed Suisse über keinerlei Budget mehr, ein Einlenken der Santésuisse würde möglicherweise erst bei endgültiger Aufgabe der Geschäftstätigkeiten erfolgen. Im Rahmen der neuen Tarmed AG soll eine Blockadehaltung einzelner Seiten nicht mehr vorkommen, da die Gesellschaft die Durchführung eines Schiedsverfahrens ermöglicht. Bis es soweit wäre, müssten sich jedoch alle Seiten zunächst einmal zur Tarmed AG bekennen.

Mehrkosten für die Patienten nicht zwingend erforderlich

Auch wenn es so wirken mag, als ob die Patienten in der Schweiz künftig bei einer Krankenkasse mehr und bei einer anderen weniger für gleiche Behandlungen zahlen müssten, gilt dieses Szenario als unwahrscheinlich. Aller Voraussicht nach wird eine grundlegende Einigung über neue Behandlungstarife eintreten, jedoch wollen alle Seiten dabei ihr Gesicht wahren und zudem die jeweiligen Interessen durchsetzen. Selbst eine bessere Vergütung bestimmter Tarifleistungen könnten gegebenenfalls über andere Massnahmen kompensiert werden, sodass Mehrkosten für die Patienten generell vermieden werden. Wenigstens in dieser Zielsetzung sind sich die Santésuisse und die anderen Verhandlungspartner einig.

 

Oberstes Bild: © Robert Kneschke – shutterstock.com

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