Tricking, Parkour und Free Running – die Trendsportarten

18.05.2015 |  Von  |  Allgemein, Sport
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Tricking, Parkour und Free Running – die Trendsportarten
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Die Trendsportarten Tricking, Parkour und Free Running sind bei jungen Leuten beliebt. Videos mit den spektakulären Leistungen der Sportler sind im Internet ein Hit.

Wir haben die neuen Sportarten einmal genauer unter die Lupe genommen.

Tricking

Die Sportart Tricking entstand in den 90er-Jahren in den USA. Pate standen verschiedene Kampfsportarten sowie Breakdance und akrobatische Elemente. Inzwischen haben sich zahlreiche Schulen auf das Tricking spezialisiert. Bei Treffen präsentieren die besten Sportler ihr Können.

In den USA haben Kampfsportler bei Wettkämpfen, Katas genannt, zunehmend spektakuläre Elemente verwendet, um die Zuschauer zu beeindrucken – so beschreibt Wikipedia das Tricking, das manchmal auch als Martial Arts Tricking bezeichnet wird. Woher der Name Tricking stammt, ist nicht bekannt. Dabei geht es vor allem darum, bestimmte Schrittfolgen fehlerlos und perfekt auszuführen. Diese Bewegungsabfolgen kombinieren die Trickster oder Tricker, wie sie sich selbst nennen, mit traditionellen Elementen der Kampfkunst, des Breakdance oder Capoeira zu sogenannten Combos. Inzwischen gibt es für einige Bewegungsabläufe feste Bezeichnungen. Die Bewegungen selbst heissen Kick für einen Tritt, Twist für eine Schraube und Flip für einen Salto.

Der Austausch der Sportler erfolgt vorwiegend online. Vor allem die Plattform YouTube trug zu einer breiten Bekanntheit bei, denn zahlreiche Sportler stellten ihre Videos ins Netz. Im Gegensatz zu den Kampfsportarten geht es bei Tricking nicht ums Gewinnen, sondern rein um die Ästhetik des Sports. Auch wenn es nicht ums Kämpfen geht, präsentieren die Trickster ihre Leistungen bei sogenannten Gatherings. Dabei stehen jedoch der persönliche Austausch und das gemeinsame Trainieren im Vordergrund.



Inzwischen haben sich vor allem Kampfsportschulen auf Tricking spezialisiert. Einige Schulen und Vereine bieten entsprechende Kurse an. Auch Hochschulen und Universitäten haben entsprechende Kurse im Programm. Häufig verbreiten sich die Tricks jedoch ohne besonderen Lehrer über das Internet. Vielfach kommen die Trickster auch durch einen Kampfsport, den sie bereits betreiben, zum Tricking. Berichten zufolge mögen die Trickster die Freiheiten, die der Sport bietet. Alles geht ohne feste Regeln und jeder kann die Bewegungsabläufe seinem Können und seinem persönlichen Geschmack entsprechend kombinieren.

Parkour

Junge Leute, die spinnenartig an Hauswänden hochklettern oder sich lässig über meterhohe Zäune schwingen, das ist Parkour. Hier geht es vor allem darum, möglichst schnell und effizient von einem Ort zum anderen zu gelangen. Dabei sucht sich der Läufer seinen ganz eigenen Weg – vorzugsweise durch den urbanen Grossstadtdschungel. Wichtig ist, dass Hindernisse nur mit dem eigenen Körper überwunden werden.

Die Idee zum Parkour geht Wikipedia zufolge auf Raymond Belle und seinen Sohn David zurück, die den Hindernislauf in den 90er-Jahren berühmt machten. Raymond Belle stammt aus Vietnam und trainierte bereits als Kind effiziente Fluchttechniken. Später lebte er in Frankreich, wo er gemeinsam mit seinem Sohn spielerische Verfolgungsjagden veranstaltete, aus denen sich die Idee des Parkour entwickelte.

Der Läufer, der die Hindernisse überwindet, wird beim Parkour als Traceur bezeichnet. Also derjenige, der eine gerade Linie zwischen zwei Orten zieht. Die Aktiven sehen ihren Sport als Bewegungskunst. Dabei werden durchaus auch philosophische Gedanken zugrunde gelegt, denn es geht darum, sich mit der Umgebung auseinanderzusetzen und der eigenen Angst zu begegnen. Die Traceure verstehen Parkour eigenen Angaben zufolge als Lebenseinstellung.



Am Anfang des Parkour-Trainings stehen zunächst einfache Balance- und Koordinationsübungen. Im weiteren Verlauf kommen anspruchsvollere Hindernisse und komplexere Bewegungsabläufe dazu. In der Regel finden die ersten Trainingseinheiten in Turnhallen statt. Dort bieten weiche Matten einen sicheren Untergrund, auf dem die Bewegungsabläufe zunächst eingeübt werden können. Experten weisen jedoch darauf hin, dass es beim Training draussen anders zugeht und der Traceur hier mit ganz anderen Bedingungen rechnen muss. Genau wie beim Tricking auch gibt es beim Parkour keine Wettkämpfe. Diese Kultur geht bereits auf die Idee David Belles zurück, dem es nicht darum ging, einen Wettkampfsport zu etablieren.

Freerunning

Freerunning ähnelt dem Parkour, denn auch hier bewegt sich der Sportler ohne Einschränkungen fort. Die Idee zum Freerunning entwickelte Sebastien Foucan, ein Trainingspartner David Belles. Im Ursprung waren Parkour und Freerunning eine Sportart. Der Unterschied liegt in der Kreativität des Bewegungsablaufs: Während es beim Parkour nur darauf ankommt, schnell und effizient von A nach B zu kommen, nimmt das Freerunning weitere Elemente auf und baut auch akrobatische Einheiten ein. In der Realität verwischen die Grenzen zwischen den beiden Trendsportarten häufig.



Trendsportarten in der Schweiz

In der Schweiz gibt es in Luzern den Granstand Parkour Park. Hier haben Sportler die Gelegenheit, auf einem festinstallierten Parcours zu trainieren. Die Anlage bietet durch eine Trampoline Wall auch die Möglichkeit, Freerunning und Tricking zu trainieren. Nach Angaben der Website parkourluzern.ch dürfen nur Teilnehmer an Trainingsveranstaltungen teilnehmen, die eine Parkour-Trainingsmitgliedschaft abgeschlossen haben. Diese kann gratis genossen werden. Minderjährige dürfen hier erst ab 14 Jahren trainieren, die Beitrittserklärung ist von den Eltern zu unterzeichnen.



Ebenfalls in der Schweiz bietet ParkourONE in verschiedenen Orten Kurse und Workshops zum Thema an. Regelmässige Trainingseinheiten für Kinder unter zwölf Jahren gibt es in Bern und Münsingen. Erwachsene und Jugendliche trainieren zudem in Bern, Basel, Winterthur, Visp und Zürich. Auf der Website gibt es nähere Informationen für Interessierte.

 

Oberstes Bild: © oneinchpunch – shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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