Jagdschein machen: Freizeitgestaltung im Einklang mit der Natur

24.08.2015 |  Von  |  Outdoor, Privat
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Jagdschein machen: Freizeitgestaltung im Einklang mit der Natur
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Sie haben einen stressigen Arbeitsalltag, sehnen sich aber nach der freien Natur? Sie interessieren sich für Tiere und Waldökologie? Und halten vielleicht auch noch gerne eine Waffe in der Hand?

Dann sollten Sie überlegen, ob nicht Jagen eine geeignete Freizeitaktivität für Sie wäre. Natürlich muss man zunächst den Jagdschein machen, schliesslich ist Jagen eine sehr verantwortungsvolle und traditionsreiche Tätigkeit. Wir zeigen Ihnen, was so eine Jagdausbildung alles umfasst – und wie Sie als Schweizer günstig zu Ihrem Jagdschein kommen.

Wer in der Schweiz Jägerin oder Jäger werden will, muss eine anspruchsvolle Ausbildung absolvieren und zusätzlich viel Erfahrung sammeln. Die Konzeption und Durchführung von Jagdausbildung und –prüfungen obliegt zwar den Kantonen, alle haben jedoch die Gliederung in praktische und theoretische Module gemein. Ausserdem muss man in jedem Kanton von einer Gesamtausbildungsdauer von 1,5-2 Jahren ausgehen.

Jagdfähigkeit ist nicht gleich Jagdberechtigung

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Jagdprüfung erlangt man in der Schweiz die Jagdfähigkeit. Um nun auch jagen gehen zu dürfen, ist es damit aber noch nicht getan. Es muss noch zusätzlich ein Jagdpass bzw. Jagdpatent beim entsprechenden Kanton erworben werden. Die Voraussetzungen hierfür variieren je nach Kanton. Häufig werden jährliche Treffsicherheitsnachweise, Nachweise über Hegestunden oder die Mitgliedschaft bzw. Einladung einer Jagdgesellschaft gefordert.

Auf den Seiten der Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz (JFK) finden Sie eine Übersicht über die kantonalen und nationalen Fachstellen.

Inhalte einer Jagdausbildung

Wie schon erwähnt wird die Jagdausbildung von den Kantonen konzipiert. Um dennoch eine gewisse schweizweite Einheitlichkeit zu erreichen, orientieren sich alle Lehrgänge am Buch „Jagen in der Schweiz“ (ISBN 978-3-7262-1425-8, CHF 86.-).

Das Jagen ist eine komplexe und verantwortungsvolle Tätigkeit. Immerhin stellt sie einen künstlichen Eingriff in ein Ökosystem dar. Jägeranwärter müssen deshalb fundierte Kenntnisse in Waldkunde erwerben. Auf der biologischen Seite gilt es ferner sich mit den spezifischen Eigenschaften der bejagten Tiere vertraut zu machen (Wildkunde) sowie den Jagdhund als wichtigen Jagdbegleiter genau kennen zu lernen.

Im eigentlichen Handwerk, der Jagdkunde, müssen zukünftige Jäger einerseits den Umgang mit den Waffen (Waffenkunde) lernen, andererseits aber auch natürlich alles über den Vorgang des Erlegens. Die Wildsorten sind schliesslich denkbar unterschiedlich und müssen spezifisch bejagt werden.

Schliesslich und endlich hat Jagen auch eine juristische Dimension. Das Jagdrecht ist deshalb unerlässlicher Bestandteil der Ausbildung.

Das kostet die Jagdausbildung

Dass der Jagdschein nicht billig ist, können Sie sich wahrscheinlich denken. Einen Pauschalbetrag für die Schweiz zu nennen ist jedoch nicht möglich, da die Kantone auch in der Preisgestaltung autonom sind. Damit Sie aber einmal eine Vorstellung bekommen, hier die Gebühren für den Kanton St. Gallen:

  • Schiessausbildung: CHF 300.- bis 700.-
  • Freiwillige Ausbildung: CHF 300.- bis 500.-
  • Obligatorische Ausbildung: CHF 300.- bis 500.-
  • Prüfungen im Schiessen: CHF 300.- bis 600.-
  • Theorieprüfungen: CHF 400.- bis 800.-
  • Wiederholung der Prüfung (je Fach): CHF 80.- bis 100.- (insgesamt höchstens 250.-)
  • Ausbildungsordner „Wild und Jagd im Kanton St. Gallen“: CHF 110.-

Selbst wenn man den freiwilligen Teil weglässt und auf Anhieb besteht, ist man also 1410 Franken los – im günstigsten Fall. Im „Worst Case“ können es sogar bis 2710 Franken sein!

Glücklicherweise erkennen einige Kantone auch ausländische Jagdscheine (Deutschland, Österreich, Liechtenstein) an. Dort kann man oftmals zu einem viel günstigeren Preis den Jagdschein machen. Beispiele aus dem grenznahen Deutschland wie die Jagdschule Abt aus dem Raum Stuttgart zeigen, dass neben einem günstigen Preis (besonders angesichts des starken Franken) dort auch die Ausbildungsdauer stark verkürzt ist.

 

Titelbild: © juliamcc – shutterstock.com

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