Toller paralympischer Ski-Weltcup in St. Moritz

25.01.2016 |  Von  |  News
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Toller paralympischer Ski-Weltcup in St. Moritz
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Es war ein überaus gelungenes Event. Traumwetter, Spitzensport und eine tolle Stimmung kennzeichneten den Alpine Skiing World Cup des paralympischen Komitees in St. Moritz.

Der einzige Weltcup in der Schweiz wurde organisiert von PluSport, dem Dachverband des Schweizer Behindertensports. Prädikat: Event der Extraklasse.

Sportlich gesehen, ruhten die Schweizer Hoffnungen auf Thomas Pfyl (SZ). Doch es kam anders. Am Freitag bereits im ersten Lauf ausgeschieden, setzte der 29-jährige grosse Hoffnung in den zweiten Wettkampftag. Mit dem 11. Platz am Samstag war Pfyl dann nur mässig zufrieden: „Natürlich habe ich mehr erwartet. Vor allem nach den guten Resultaten vor einer Woche habe ich mir vor heimischer Kulisse eine gute Platzierung erhofft.“

Der Schwyzer fährt seit 13 Jahren mit einer Halbseitenlähmung rechts im Skizirkus und weiss: „Slalom bedeutet immer ein Risiko. Man muss voll angreifen, um gute Zeiten zu erreichen. Ein Fehler ist schnell passiert.“ Trotzdem sei es immer ein spezielles Erlebnis, in St. Moritz zu fahren. „Alles ist top organisiert, man kennt viele Leute und auch die Voluntaris bringen eine tolle Stimmung mit.“ Stellvertretend für die 70 Helferinnen und Helfer antwortete darauf die 27-jährige Alexandra Kast aus Celerina: „Es ist für uns ein spezieller und schöner Event. Vor allem auch, weil die Athleten so dankbar und immer freundlich sind.“

Als beste Schweizerin platzierte sich Bigna Schmidt auf dem hervorragenden fünften Platz. Der Tagessieg bei den Männern ging an Aleksei Bugaev, Russland, bei den Frauen an Marie Bochet, Frankreich. 80 Spitzenathletinnen und Athleten aus 18 Nationen nahmen in St. Moritz teil.

Integration wird auf der Piste gelebt

Den erfolgreichen Auftakt zum World Cup machte am Donnerstag der PluSport Parallel Challenge. Das Spezielle dabei: Sportler mit Behinderung fuhren gegen Sportler ohne Behinderung – und natürlich auf demselben Kurs. Der Vergleich wird dank eines ausgeklügelten Faktorensystems möglich.

Die gefahrenen Zeiten werden mit einem Faktor multipliziert, abhängig von der funktionellen körperlichen Einschränkung. Das kanadische Brüderduo Mac und sein Guide BJ Marcoux gewann das Männerrennen. Der sehbehinderte Mac war schon an den Paralympischen Winterspielen in Sotschi (2014) mit drei Medaillen sehr erfolgreich, darunter eine Goldmedaille im Riesenslalom. Bei den Frauen hat sich die vierfache Goldmedaillengewinnerin von Sotschi, Marie Bochet aus Frankreich den obersten Podestplatz erobert.

Mit dabei war auch der Ski-Alpinstar früherer Tage, Paul Accola. Der Gesamtweltcup-Sieger von 1991/92 war extrem beeindruckt und würdigte die Leistung der Spitzenathleten: „Es ist unglaublich, was die Topleute leisten. Mit einer Körperbehinderung technisch und körperlich so anspruchsvolle Kurse zu fahren, ist beeindruckend.“ Es sollten definitiv häufiger solche Anlässe angeboten werden“, betonte Accola, der sich später im Viertelfinal bei einem Sturz verletzte.

Auch der erfolgreichste Paralympionike Gerd Schönfelder (16x Gold) aus Deutschland teilte Accolas Meinung: „Das ist eine gute Werbung für unseren Sport. Schön, dass Nichtbehinderte sich mit uns messen, und wir uns mit ihnen messen dürfen. Gemeinsam Spass haben, zeigen was wir drauf haben, so was sollte man häufiger machen.“

 

Artikel von: Mont4
Artikelbild: © Mont4

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


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