Textilmuseum St.Gallen präsentiert Quilt-Kunst

19.05.2016 |  Von  |  Ausstellung, Kunst
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Textilmuseum St.Gallen präsentiert Quilt-Kunst
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Vom 13. April bis zum 26. Juni 2016 sind ausgewählte Werke zeitgenössischer Quilt-Kunst im Textilmuseum St.Gallen zu sehen. Nun schon zum sechsten Mal in Folge beherbergt das Textilmuseum die Europäische Quilt-Triennale, die gemeinsam mit der Textilsammlung Max Berk des Kurpfälzischen Museums Heidelberg ausgerichtet wird.

Präsentiert werden 45 Quilts von Künstlerinnen aus 10 Nationen, darunter finden sich fünf Werke aus der Schweiz. Die Auswahl aus insgesamt 168 Einreichungen aus 18 Nationen wurde von einer international besetzten Jury im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs getroffen.

Dr. Kristine Scherer, Kuratorin an der Textilsammlung Max Berk und Organisatorin des Wettbewerbes und der Ausstellung, spricht von einem Schnappschuss der zeitgenössischen Quilt-Szene in Europa. Dieser zeige gleichermassen traditionelle wie innovative Elemente und zeuge allgemein von hoher Kunstfertigkeit.


Urte Hanke, Struktur und Raum 4, Baumwolle bemalt mit Acryfarbe, maschinengenäht, maschinengequiltet.

Urte Hanke, Struktur und Raum 4, Baumwolle bemalt mit Acryfarbe, maschinengenäht, maschinengequiltet.


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Susanne Klinke, Luftschloss, Baumwolle, teils bemalt, Tüll, Miniaturfiguren, Patchwork, handgenäht, maschinengequiltet.

Susanne Klinke, Luftschloss, Baumwolle, teils bemalt, Tüll, Miniaturfiguren, Patchwork, handgenäht, maschinengequiltet.


Die ausgestellten Arbeiten geben sich figurativ bis abstrakt, Linien und Flächen bilden spannungsreiche Kompositionen, die in zarten, zurückhaltenden oder expressiven Farben gehalten sind. Das raffinierte Spiel der Materialien, Oberflächen und Techniken, die Formenvielfalt und der Ideenreichtum regen zur intensiven Auseinandersetzung mit diesen textilen Kunstwerken an.

Manche von ihnen erzählen ganze Geschichten, die einen poetisch, andere durchaus kritisch indem sie Bezug auf historische oder gesellschaftliche Fragen nehmen. Der Quilt „Luftschloss“ der deutschen Künstlerin Susanne Klinke ist dieser Gruppe zuzurechnen und die Arbeit erhielt den mit 5000 Euro dotierte Doris-Winter-Gedächtnispreis zuerkannt.


Theresa Russow, Schatten von Blumen, Baumwolle, Mischgewebe (alte Herrenhemden), Textilfarbe, Stickgarn, Monotypie-Druck, Patchwork, maschinegenäht, handgequiltet. (Bild: Dirk Osterndorff)

Theresa Russow, Schatten von Blumen, Baumwolle, Mischgewebe (alte Herrenhemden), Textilfarbe, Stickgarn, Monotypie-Druck, Patchwork, maschinegenäht, handgequiltet. (Bild: Dirk Osterndorff)


Sie besticht durch den Kontrast klarer, kantiger Strukturen, die von verschwommen wirkenden Kindergesichtern aus Tüll umgeben sind. Erst aus der Nähe geben sich die gleichsam aus einer Spielzeugwelt stammenden Miniaturfiguren, die sich auf dem Stoff tummeln, zu erkennen. Warum die Persönchen vorwiegend mit dem Fotografieren beschäftigt sind, bleibt rätselhaft.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Quilt „Struktur und Raum 4“ von Urte Hanke. Die Künstlerin des 178×181 cm grossen Arbeit erforscht das Verhältnis komplexer Strukturen im Raum und lotet aus, welche Abstraktionen im Medium Stoff möglich sind. Einen weiteren Preis erhielt die erst 16-jährige Quilterin Theresa Russow.


Solange Lasbleis, Alles ist Farbe, Ramie., Brennesselfaser, selbstgefärbt, Nadelfilz.

Solange Lasbleis, Alles ist Farbe, Ramie., Brennesselfaser, selbstgefärbt, Nadelfilz.


Zu „Schatten unter Blumen“ – so der Titel ihrer Arbeit – inspirierte die junge Künstlerin die Pflanzenpracht in ihrem Garten, die sie in kongenialer Weise in einen textilen Entwurf umsetzte.

Das Quilten, das sich vom englischen Begriff „to quilt“ „steppen“, herleitet, ist auch heute noch eine weiblich dominierte Textiltechnik, die in der hier dargebotenen Form wenig mit herkömmlicher Handarbeit zu tun hat.

Die Ausstellung „6. Europäische Quilt-Triennale“ belegt überzeugend den künstlerischen Anspruch, den die in der Schau vertretenen Quilterinnen für ihre Arbeit erheben. Wer über die reine Betrachtung hinaus tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei der ausstellungsbegleitenden Katalog oder die Teilnahme an einer der Veranstaltungen – Führung, Vortrag oder Workshop – empfohlen.

6. Europäische Quilt-Triennale

Textilsammlung Max Berk, Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Textilmuseum St.Gallen, 13.4.-26.6-2016

Vernissage
Dienstag, 12. April 2016, 18.30 Uhr

Publikation
Textilsammlung Max Berk, Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg (Hg.):
6. Europäische Quilt-Triennale, Heidelberg 2015
Preis: 20 CHF

Veranstaltungsprogramm
Führungen durch die Ausstellung
Ursula Karbacher
So, 24.4/ 29.5/ 19.6., jeweils um 11.00 h

Quilts – Art Quilts
Vortrag von Ursula König
Do, 28.4.,18.30 Uhr

Internationaler Museumstag
So, 22.5., 10-17 Uhr

Der Stoff, aus dem Geschichten sind
Familienworkshop mit Lisa Kirschenbühler
Sa, 11.6. von 14-16.30 Uhr

Kesa – Buddhistische Textilkunst
Workshop mit Bruno Walter Brix
Sa, So, 25./26.6., jeweils 10-17 Uhr

Weitere Informationen: www.textilmuseum.ch

 

Artikel von: Textilmuseum St.Gallen
Artikelbild: © Textilmuseum St.Gallen

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