Eröffnung der Ausstellung „Generationenweg Bümpliz“

16.08.2016 |  Von  |  Ausstellung, News
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Eröffnung der Ausstellung „Generationenweg Bümpliz“
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In schriftlichen Quellen taucht der Ortsname Bümpliz zum ersten Mal 1016 als „Pinpenymgis“ auf. Allerdings ist Bümpliz um einiges älter und geht zurück auf keltische, römische und burgundische Wurzeln.

Am 19. August findet die Eröffnung des Generationenwegs Bümpliz statt. Dabei wird die einzigartige Geschichte von Berns Westen an verschiedenen Ausstellungsstationen vermittelt.

Bern feiert am kommenden Wochenende das Stadtfest im Stadtteil VI, in Bümpliz-Bethlehem-Oberbottigen. Vor 1000 Jahren taucht die Bezeichnung „Pinpenymgis“ erstmals in schriftlichen Quellen auf, um 1025 wird der Ort „Pinprinza“ genannt, erst 1235 dann „Bimplitz“.


Beigaben aus dem Grab einer Keltin (Ringe und Fibeln [Gewandnadeln]), die um 250 v. Chr. bestattet wurde. Gefunden 1954 an der Zypressenstrasse in Bümpliz. (Bild: © Bernisches Historisches Museum)

Beigaben aus dem Grab einer Keltin (Ringe und Fibeln [Gewandnadeln]), die um 250 v. Chr. bestattet wurde. Gefunden 1954 an der Zypressenstrasse in Bümpliz. (Bild: © Bernisches Historisches Museum)


Doch die schriftlichen Quellen trügen, denn die frühesten archäologischen Belege für eine durchgehende Besiedlung von Bümpliz sind über 2200 Jahre alt. Ausgrabungen haben keltische Gräber und eine römische Villa zum Vorschein gebracht.


Grab einer Keltin mit Kind um 250 v. Chr., gefunden 1954 an der Zypressenstrasse in Bümpliz. (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli)

Grab einer Keltin mit Kind um 250 v. Chr., gefunden 1954 an der Zypressenstrasse in Bümpliz. (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli)


Die aktuellsten Forschungen an der Universität Bern und die reichhaltige Geschichte von Berns Westen werden nun in einer neuen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung befindet sich entlang eines Wegs, der vom Bienzgut zum Alterszentrum Domicil Baumgarten führt.


Die älteste Bümplizerin: Keltin mit Kind um 250 v. Chr., gefunden 1954 an der Zypressenstrasse in Bümpliz. (Bild: © Manu Friederich)

Die älteste Bümplizerin: Keltin mit Kind um 250 v. Chr., gefunden 1954 an der Zypressenstrasse in Bümpliz. (Bild: © Manu Friederich)


Dies entspricht in etwa dem Areal der ehemaligen römischen Villa. Hier wandeln Jung und Alt den bisherigen 100 Menschengenerationen entlang, also 2000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Die Ausstellung „Generationenweg Bümpliz“ soll Menschen jeder kulturellen Herkunft die Geschichte und die Bedeutung von Bümpliz näherbringen. Hierzu werden mehrsprachige Führungen angeboten.


Grab eines Mannes höheren Alters um 700 n. Chr., gefunden 2014 im Bienzgut in Bümpliz. (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Ryter)

Grab eines Mannes höheren Alters um 700 n. Chr., gefunden 2014 im Bienzgut in Bümpliz. (© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Urs Ryter)


Spannende Zeitreise

Eröffnet wird die Ausstellung am Stadtfest Bern, sie dauert bis Ende 2016. Ein Teil der Präsentationen, so beispielsweise die Informationsstelen, sollen über das Jahr 2016 hinaus bestehen bleiben und damit die Siedlungsgeschichte von Bümpliz nachhaltig vermitteln.


Der Zeitstrahl des Generationenwegs. (Bild: © Manu Friederich)

Der Zeitstrahl des Generationenwegs. (Bild: © Manu Friederich)


Archäologische Funde aus verschiedenen Epochen zeugen davon, dass das Areal um die Kirche über Generationen hinweg ein begehrter Siedlungsplatz war. Anhand dieser Hinterlassenschaften – baulichen wie gegenständlichen – zeichnet die Ausstellung die Geschichte von Bümpliz nach.


Rekonstruktion der römischen Palastvilla von Bümpliz, um 200 n. Chr. In Hellgrau die heutige Bebauung mit Bienzgut, Kirche und Isenschmidgut. (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli)

Rekonstruktion der römischen Palastvilla von Bümpliz, um 200 n. Chr. In Hellgrau die heutige Bebauung mit Bienzgut, Kirche und Isenschmidgut. (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli)


Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die römische Villa. Ihre Baugeschichte reicht vom späten 1. bis ins frühe 3. Jahrhundert nach Christus. Neben der Anlage mit dem mehrphasigen Hauptgebäude mit grossem Innenhof und einem Badetrakt sind besonders die farbigen Mosaiken und Wandmalereien hervorzuheben, die auf eine luxuriöse Ausstattung hinweisen.

Dieses einzigartige Fundensemble bietet einen spannenden Einblick in das provinzialrömische Kunsthandwerk. Ergänzt werden die Exponate durch Funde aus der Zeit der Burgunder und der Berner Patrizier.


Willometplan von 1688 mit dem Alten Schloss und der Kirche von «Pinplitz». (Bild: © Staatsarchiv Bern, AA IV Bern 21,1.)

Willometplan von 1688 mit dem Alten Schloss und der Kirche von «Pinplitz». (Bild: © Staatsarchiv Bern, AA IV Bern 21,1.)


Daten und Öffnungszeiten

Eröffnung am Freitag, 19. August 2016, 17 Uhr. Geöffnet bis Freitag, 16. Dezember 2016.

Aussenbereich zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich; Innenbereich entsprechend den Öffnungszeiten der Bibliothek: Di–Fr, 14–18.30 Uhr; Sa, 10–16 Uhr

Rahmenprogramm

Führungen und Vorträge; Live-Konservierungsarbeiten der 2014 entdeckten Wandmalereien; mehrsprachige Führungen von Schülern und Schülerinnen aus dem Quartier (Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Albanisch, Türkisch, Tamilisch, Bosnisch/Serbisch)


Römischer Schlüssel mit Löwenkopf. Gefunden 1999 im Bienzgut von Bümpliz in einer Schicht aus dem frühen 3. Jh. n. Chr. (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Kantons Bern, Badri Redha)

Römischer Schlüssel mit Löwenkopf. Gefunden 1999 im Bienzgut von Bümpliz in einer Schicht aus dem frühen 3. Jh. n. Chr. (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Kantons Bern, Badri Redha)


Angebote für Schulen

Unterrichtsdossiers, Archäologiekoffer, Anlässe für Studierende und Lehrpersonen, Lehrerkurse

Aktivitäten am Stadtfest vom 19. bis 21. August 2016

  • Skelette – lernen Sie die ersten BümplizerInnen kennen
  • Archäologie – verfolgen Sie den Weg der Funde von der Ausgrabung bis ins Depot
  • Wandmalereien – beobachten Sie deren konservatorische Reinigung vor Ort
  • Expertinnen und Experten geben zur Archäologie Auskunft

 

Artikel von: Institut für Archäologische Wissenschaften Universität Bern
Artikelbild: Einer der Guckkästen auf dem Generationenweg. (© Manu Friederich)

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