Schützenmatte in Bern: Feckerchilbi 2016

09.09.2016 |  Von  |  News, Privat
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Schützenmatte in Bern: Feckerchilbi 2016
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Vom 15. bis 18. September 2016 findet auf der Schützenmatte in Bern die Feckerchilbi 2016 statt. Es ist das traditionelle Kulturfest der Jenischen: ein Jahrmarkt und zugleich ein Ort der Begegnung und Anlass für politische Debatten.

Geboten wird ein buntes Fest mit Musik, Festzelt, Feuer und Markt auf einem Areal voller Wohnwagen.

Die diesjährige Feckerchilbi in Bern

  • steht im Zeichen der Forderung nach Anerkennung von Jenischen und Sinti als nationale Minderheit,
  • erinnert an die offizielle Entschuldigung des Bundesrates vor 30 Jahren gegenüber den „Kindern der Landstrasse“, gemeint ist die Rede des kürzlich verstorbenen Bundesrates Alphons Egli im Nationalrat am 3. Juni 1986 über die Kindswegnahmen der Stiftung Pro Juventute,
  • feiert auch das 40-Jahr-Jubiläum der Radgenossenschaft, die 1975 im Restaurant „Bierhübeli“ in Bern ihre öffentliche Gründungsversammlung abhielt.

Die Feckerchilbi ein Fest der Jenischen mit Sinti und Roma aus allen Teilen der Schweiz und aus anderen Ländern – ein Fest und eine Begegnung mit Gästen aus der Mehrheitsgesellschaft. Es ist ein Anlass mit Unterhaltung und Marktbetrieb. Im Vordergrund stehen die Pflege der jenischen Bräuche: Beisammensein am Feuer, Musik und Markt und der traditionelle Wurfsport „Bootschnen“, der Eingang fand in die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz.


Aufbau der Feckerchilbi Zürich 2013 (© Bildarchiv Radgenossenschaft)

Aufbau der Feckerchilbi Zürich 2013 (© Bildarchiv Radgenossenschaft)


Eröffnung am 15. September 2016

Die Eröffnung der Feckerchilbi am 15. September 2016 ab 16 Uhr im Festzelt auf der Schützenmatte steht im Zeichen der Forderung nach Anerkennung von Jenischen und Sinti als nationale Minderheit. Im 20. Jahrhundert wurden die Jenischen und Sinti der Schweiz zuerst als Opfer gesehen, dann wurden sie als Fahrende anerkannt, heute wollen sie als Jenische und Sinti anerkannt und so benannt werden.

Im Frühling 2016 wurde Bundesrat Berset eine Petition überreicht, welche die Anerkennung der Jenischen und Sinti und ihre richtige Bezeichnung – eben als Jenische und Sinti und nicht bloss als „Fahrende“ – verlangt. Initianten der Petition waren die Radgenossenschaft der Landstrasse, die Cooperation Jenische Kultur, die Organisation Jenisch-Manisch-Sinti JMS und der Verein Schäft Qwant – unterstützt von weiteren jenischen, sintischen und Roma-Organisationen und unterzeichnet von namhaften Persönlichkeiten aus Kultur und Politik.

An der Eröffnungsfeier überbringt Stadtpräsident Tschäppät das Grusswort der Stadt Bern und Bundesrat Alain Berset hält die Festrede. Am anschliessenden Podium unter dem Titel „Jenische und Sinti – Anerkennung als Minderheit? Was bedeutet das?“, diskutieren unter der Moderation von Iwan Rickenbacher: Martine Brunschwig Graf (Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus), Genuveva Graf (Alt-Präsidentin der Radgenossenschaft), Barbara Gysi (Nationalrätin SP, St. Gallen), Venanz Nobel (Vizepräsident Schäft Qwant), Karl Vogler (Nationalrat CVP, Obwalden) und Willi Wottreng (Historiker und Publizist, Geschäftsführer der Radgenossenschaft).


Feckerchilbi Zürich 2013 (Bild: Bildarchiv Radgenossenschaft)

Feckerchilbi Zürich 2013 (Bild: Bildarchiv Radgenossenschaft)


Kulturprogramm

Highlights des Kulturprogramms sind – neben der Atmosphäre auf der Schützenmatte mit Marktständen und altem Handwerk, Wahrsagerinnen und Gauklerinnen, dem Drehorgelspieler, Karussell und Festwirtschaft – folgende Programmpunkte:

  • „Deine unbekannten Nachbarn; das Volk der Jenischen und die Sinti“, neue Wanderausstellung der Radgenossenschaft in der Grossen Halle
  • „Fahr ab! Lustig ist das Zigeunerleben?“, Rundgang vom Verein StattLand
  • „Gespräch am Feuer“, das Publikum fragt, Jenische und Sinti antworten nach bestem Wissen und Gewissen
  • „Teatro Lompazi“, Puppentheater und Variété von Oliver Kayser
  • Schweizermeisterschaft 2016 im „Bootschnen“
  • „Wir campieren nicht, wir wohnen“, Podiumsgespräch zur Frage, was Behörden unternehmen, um Lebensraum für Fahrende zu schaffen?
  • Stubete im Festzelt mit Counousse, Latschi Tschei, Clara Moreau, Tito Boss und anderen
  • Konzerte von „Tritone“ und „Drum and Fire“ in der Grossen Halle
  • „Angeklagt“ – ein szenisches Hörspiel mit Musik, von Lux & Ludus, nach einem Text von Mariella Mehr
  • „Sergius-Golowin – eine Lesung und etwas mehr“, Golowin als Inspirator für Jenische, Sinti und Roma
  • „Geschichte(n) inszenieren“, Gesprächsrunde zur Herausforderung, historische Gegebenheiten und persönliches (Er)Leben mit künstlerischen Mitteln nachzuerzählen
  • „Gross-Stadt Zigeuner“, Stummfilm mit Live-Musik in der Grossen Halle
  • Filmprogramm im Kino in der Reitschule, 2.–23. September: Spiel- und Dokumentarfilme, welche die Geschichte und den Alltag der „letzten freien Menschen“, der Jenischen und Sinti in der Schweiz, zeigt

Feckerchilbi Brienz 2011(Bild: Bildarchiv Radgenossenschaft)

Feckerchilbi Brienz 2011(Bild: Bildarchiv Radgenossenschaft)


Details zum Programm der Feckerchilbi finden Sie auf der Website www.feckerchilbi.ch.

 

Artikel von: Feckerchilbi 2016 / Radgenossenschaft der Landstrasse
Artikelbild: Feckerchilbi Zürich 2013 (© Verein schäft qwant)

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