Perfekt angezogen für die Wiesngaudi

14.09.2016 |  Von  |  Privat
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Perfekt angezogen für die Wiesngaudi
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Wenn das Oktoberfest startet, wird es höchste Zeit, sich Gedanken um das Outfit zu machen. Besonders die Trachten für die weiblichen Wiesngäste bieten Spielraum für den individuellen Geschmack.

Dieser Ratgeber verrät, wie das Dirndl richtig getragen wird, warum die Schleife so wichtig ist und welche Schuhe sinnvoll sind.

Das Dirndl: Tradition und Moderne vereint

Jedes Jahr, wenn die Oktoberfeste in Winterthur, Zürich, Wien und Co. Gäste aus aller Welt anlocken, holt die Damenwelt ihre Trachtenkleider hervor. Sie sind fester Bestandteil des Volksfestes und gehören bei Frauen zum traditionellen Auftritt, wie bei Männern die klassische Lederhose. Stilistisch ist das Sortiment heute extrem breit aufgestellt.

Von romantischen Modellen im Princess-Look über detailverliebte Trachtenmode mit klassischen Elementen bis hin zu extravaganten Ausführungen in auffälligen Farben ist alles dabei. Das Dirndl ist nahezu immer geprägt von vier wesentlichen Elementen:

  1. Rock
  2. Bluse
  3. Weste
  4. Schürze

Vielerorts werden Dirndl aber nicht über Einzelzeile verkauft, sondern kombiniert, was die Auswahl und das Anziehen beschleunigt. Trägerinnen, die den wandelbaren Look bevorzugen, sollten dennoch zu Einzelteilen greifen, da sie es erlauben, die Trachtengarderobe regelmässig zu verändern.

Die Röcke sind in drei Längen erhältlich: Lang, Midi und Mini. Lange Trachtenkleider reichen in der Regel bis zum Knöchel und eignen sich für offizielle Termine. Sie lassen sich als schickes Abendkleid interpretieren. Mehr Beinfreiheit bietet die Midi-Länge. Hierbei bedeckt der Rock das Knie. Eine gute Mischung für jeden Abend. Besonders verführerisch sind die Mini-Ausführungen. Sie geben den Blick auf die Knie frei und sind Frauen mit schlanken Beinen zu empfehlen.


Passende Elemente und traditionelle Stoffe gewährleisten ein harmonisches Gesamtbild. (Bild: ulleo - pixabay.com)

Passende Elemente und traditionelle Stoffe gewährleisten ein harmonisches Gesamtbild. (Bild: ulleo – pixabay.com)


Die klassische Bluse ist weiss, verfügt über Puffärmel und betont das Dekolleté. Gemusterte Blusen sind nur dann zu empfehlen, wenn Rock und Schürze schlicht gestaltet sind. Ansonsten kann die Tracht schnell überladen erscheinen. Sowohl Bluse als auch Weste liegen eng an, um den Oberkörper hervorzuheben. Die Weste hat vorne mittig meist entweder eine zarte Knopfleiste oder eine raffinierte Schnürung.

Damit die Oberweite optimal in Form gebracht wird, sind Balconette-BHs vorteilhaft. Sie erfüllen alle Faktoren, die bei einem Dirndl entscheidend sind: Die Träger liegen weit auseinander und sind somit nicht sichtbar, die Brust wird optisch vergrössert und durch einen schmalen Steg formschön mittig nach oben verlagert und die Körbchen sind knapp, was verhindert, dass der BH unter der Bluse hervorlugt.

Bei Trachtenkleidern mit Herzausschnitt ist der Balconette-BH nicht ideal. In diesem Fall sollten Alternativen getragen werden, die den gleichen Schnitt wie das Dirndl aufweisen. Frauen mit kleinerer Brust können diese mit Push-up-Modellen etwas grösser mogeln. Integrierte Polster machen es möglich. Frauen, die bereits einen passenden BH besitzen, aber dennoch etwas mehr Volumen wünschen, können zu Einlagen greifen. Separat erhältliche Einlagen werden beispielsweise mit Gel- oder Silikonfüllung verkauft und einfach direkt in den BH gelegt. Spezielle Dirndl-BHs erlauben es zusätzlich die Brust über Schnürfunktionen entsprechend des Blusenausschnitts zu positionieren. Derartige Büstenhalter schenken mehr Flexibilität.

Die Schürze endet circa fünf Zentimeter über dem Rock und rundet das Dirndl optimal ab. Abhängig davon, ob Rock, Bluse und Weste mit Muster versehen sind, sollte der Rock passend gewählt werden. Ist der Rest einfarbig, darf die Schürze gerne Motive beinhalten, damit das Outfit nicht zu langweilig aussieht. Grundsätzlich ist ein gekonntes Arrangement aus einfarbigen und gemusterten Elementen schön anzuschauen.


Jedes Jahr, wenn die Oktoberfeste anlocken, holt die Damenwelt ihre Trachtenkleider hervor. (Bild: Gela - pixabay.com)

Jedes Jahr, wenn die Oktoberfeste anlocken, holt die Damenwelt ihre Trachtenkleider hervor. (Bild: Gela – pixabay.com)


Der Trick mit der Schleife

Besondere Aufmerksamkeit ist der Schleife an der Schürze zu widmen. Mit ihr können Trägerinnen männlichen Festzeltbesuchern deutlich machen, ob sie vergeben oder Single sind. Ausschlaggebend ist die Platzierung der Schleife. Um Missverständnissen vorzubeugen, wurden die Möglichkeiten tabellarisch aufgeführt:

Platzierung Bedeutung
Schleife auf der rechten Hüfte Frau hat festen Partner
Schleife auf der linken Hüfte Frau hat keinen Partner und ist offen für Flirts
Schleife mittig getragen Hiermit wird die Jungfräulichkeit angezeigt
Schleife am Rücken gebunden So trugen früher Witwen das Dirndl

Tipps für schöne Beine

Um die Beine beim Dirndl in Szene zu setzen, kann zu Strumpfhosen oder halterlosen Strümpfen gegriffen werden. Entscheidend ist, dass auch hier die farbliche Abstimmung beachtet wird. Farbige oder gemusterte Strümpfe sind nur dann empfehlenswert, wenn das Trachtenkleid relativ zurückhaltend gestaltet ist. In der Regel sieht es jedoch stimmiger aus, wenn das Dirndl selbst in den Fokus gerückt wird und nicht die Strumpfhose.

Dekorative Taschen

Um Geldbörse, Smartphone und Co. praktisch zu verstauen, darf die Handtasche nicht fehlen. Dabei sollte allerdings nicht die herkömmliche Variante aus dem Alltag getragen werden. Je nach Material, Farbe und Design schmälern sie den Gesamteindruck der Wiesn-Garderobe deutlich. Idealerweise kommen Dirndltaschen zum Einsatz.

Diese erfüllen alle optischen Anforderungen und sind für das Oktoberfest wie gemacht. Passende Elemente wie Stickereien oder Edelweiss-Broschen und traditionelle Stoffe wie Wollfilz gewährleisten ein harmonisches Gesamtbild. Neben typischen Umhängetaschen kann Frau auch die stilvolle Clutch nehmen, um ihrer Tracht das gewisse Etwas zu verleihen. Das Dirndl-Ratgeberportal, das Dirndltaschen unter dirndlkaufen.net präsentiert, hat eine hilfreiche Übersicht mit allen denkbaren Grössen veröffentlicht und erleichtert damit die Entscheidung:

Größe Bezeichnung Das findet Platz
bis 15,5 cm Clutch, Handtasche Telefon, Schlüssel, Geldbörse, Lippenstift
bis 30,5 cm Handtasche Geldbörse, Lippenstift, kleines Tablet, Schlüssel, Telefon
bis 35,5 cm Schultertasche, Umhängetasche Geldbörse, Lippenstift, Tablet, kleiner Laptop, Schlüssel, Telefon
bis 40,5 cm Schultertasche, Umhängetasche Geldbörse, Laptop, Lippenstift, ein Paar Wechselschuhe, Schlüssel, Telefon
ab 40,5 cm Schultertasche, Umhängetasche Laptop, Wechselkleidung, ein Paar Schuhe, Schminktäschchen, Telefon, Schlüssel

Generell sind Modelle aus strapazierfähigen Materialien zu bevorzugen, besonders wenn regelmässig Volksfeste besucht werden. Dunkle Farben und abwaschbare Materialien wie Wollfilz oder Glattleder sind weniger empfindlich wie Alternativen aus Wildleder. Aktuelle „Tascherl“ begeistern mit originellen Schnürungen, Spitzeneinsätzen, charmanten Perlen, Satinbändern oder romantischen Blumenprints.

Tipp: Um den Inhalt der Tasche vor Feuchtigkeit zu schützen, lassen sich die Accessoires imprägnieren. Geeignete Imprägnier-Sprays gibt es mittlerweile für jedes Material.


Die Tracht als solche sollte immer in den Mittelpunkt zu rücken. (Bild: ulleo - pixabay.com)

Die Tracht als solche sollte immer in den Mittelpunkt zu rücken. (Bild: ulleo – pixabay.com)


Schmuck: dezent und verspielt

Um das Dirndl dekorativ zu ergänzen, sind Halsketten, Ohrringe, Fingerringe und Armreifen denkbar. Typisch sind dabei Leder- und Stoffbänder. Hinsichtlich Symbolen sind Edelweiss-Blüten und Gämsen ideal für den alpinen Charme der Tracht. Aber auch Karos, Federn oder Wiesenblumen kommen in Frage. Bei Halsketten sind schmale Lederbänder kombiniert mit opulenten Schmucksteinen gern gesehen. Bei den Ohrringen gilt: Weniger ist mehr.

Um die Tracht als solche in den Mittelpunkt zu rücken, darf der Ohrschmuck gerne dezenter ausfallen. Schlichte Perlen-Ohrstecker kommen meist besser an, als lange Ohrringe, die vom hervorgehobenen Dekolleté ablenken. „Kombiniert mit einer hübschen Flecht- oder Hochsteckfrisur sowie sommerlichem Make-Up kann man sich schnell ein Outfit zusammenstellen, welches perfekt für das Oktoberfest geeignet ist“, erklärt das Schweizer Magazin unter happytimes.ch.

Schuhe: Abhängig von Anlass und Dirndl

Nicht nur Taschen und Schmuck müssen zum Dirndl passen. Auch das Schuhwerk sollte sorgfältig kombiniert werden. Während Stiefel und Flip-Flops keine Option sind, dürfen Schuhe mit Riemen, Ballerinas und Pumps ohne Weiteres getragen werden. Die Wahl der Schuhe hängt sowohl vom Dirndl als auch vom Anlass ab. Hohe Absätze sind bei exklusiven Anlässen angemessen, bei geselligen Volksfesten eher unpraktisch.

Soll nicht gänzlich auf den eleganten Gang verzichtet werden, kann der Mittelweg gewählt und halbhohe Pumps getragen werden. Steht ein ganzer Tag auf der Wiesn bevor, sind flache Schuhe die bessere Wahl. Damen, die in erster Linie bequemes Schuhwerk suchen, sind mit traditionellen Trachtenschuhen gut beraten. Sie sind zwar eher klobig, doch kombiniert mit groben Strickstrümpfen passen sie hervorragend zum Thema Volksfest. Bei einem langen Rock ist von flachen Schuhen abzuraten, da hier ein eleganter Gesamteindruck zählt. Mindestens halbhoch sollte das Schuhwerk dann sein.



Jacken: Klassisch oder extravagant

Häufig ist es auf der Wiesn bereits relativ kühl. Spätestens am Abend ist es ohne Jacke ungemütlich. Mit einer Trachtenjacke sind Frauen bestens gekleidet. Schurwolle, Loden und Wolle sind die klassischen Materialien. Anders als oft angenommen, ist Wolle für jede Jahreszeit geeignet. Im Winter hält der temperaturausgleichende Stoff zuverlässig warm, an weniger kalten Tagen gewährleistet er Luftdurchlässigkeit. Alternativen sind Wildleder und Baumwolle. Farben wie Braun, Grau, Grün oder Beige sind vielfältig kombinierbar. Wer Akzente setzen möchte, kann dies mit farbenfrohen Dirndljacken erzielen. Verzierte Knöpfe, paspelierte Schlitze auf beiden Seiten und ein taillierter Schnitt gehören zu den eingesetzten Stilmitteln.

 

Artikelbild: © cstekelenburg – pixabay.com

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4 Kommentare


  1. Hallöchen,

    danke für die tollen Infos zum Kauf eines Dirndls. Da wir dieses Jahr selbst zum ersten Mal zu diesen Wiesn fahren, bin ich mega hibbelig.

    Diese Woche steht noch der Kauf meines Dirndls an – richtig entschieden habe ich mich aber noch nicht. :/ Was ich weiß: es soll ein knielanges Dirndl werden, weil ich einfach solche Angst habe, dass etwas beim Tanzen, Sitzen oder Laufen verrutscht.

    Bei der Farbe hingegen bin ich total unschlüssig. Gibt es da auch irgendwelche Regeln? Bisher liebäugle ich eigentlich mit einem schwarzen Dirndl (jaja, ich weiß … Schwarz ist keine Farbe ^^), hab aber Angst, dass das einfach zu düster wird. Vielleicht ist aber auch eine gemusterte Dirndl-Bluse sinnvoll, um das Schwarz ein wenig aufzulockern? Es soll ja nicht nach einem Beerdigungs-Look aussehen. 😀

    Überrascht haben mich die tollen Details bei vielen Dirndls. Ich hab mich mit dem Thema noch nie beschäftigt kannte sie bisher nur aus dem Fernsehen lach Was es da nicht aber alles gibt. Von Bändern, über kleine Kettchen, Knöpfe etc. – ich kann mich gar nicht entscheiden! seufz

    Nach dem Dirndl stehen dann auch noch der BH, Jacke und die Accessoires auf meiner To-Buy-Liste. Wegen einer Tasche hadere ich noch – ich bin generell nicht der Handtaschentyp und nachher lass ich meine Sachen irgendwo liegen. Wahrscheinlich werde ich ich Geld, Schlüssel und Co. einfach meinem Mann in die Hand drücken 😛

    PS: Danke für den Tipp mit der Schleife!! Ich hätte das wahrscheinlich völlig falsch gemacht. 😮

  2. Ich war bislang erst zwei Mal auf der Wiesn, obwohl ich einige Jahre in München direkt gewohnt hab. Beim ersten Mal war ich auch total unsicher und hatte überhaupt keinen Plan von gar nichts … das mit der Schleife hab ich beispielsweise auch erst beim zweiten Besuch erfahren. Glücklicherweise weiß ich nicht mehr, wie ich damals die Schleife getragen hab und das ist vielleicht auch gut so *ggg*.

    Grad die vielen Accessoires fand ich damals schon schön. Beim ersten Besuch hatte ich keine passende Tasche, keine Jacke, keine Kette … irgendwie nur das Dirndl und im Nachhinein betrachtet war das schade. Der zweite Besuch war nur sehr kurz und da hab ich mir dann auch vom Outfit her sehr viel Mühe gegeben (aber immer noch züchtig, weil ich von so Mini-Dirndl nicht so viel halte). Aber wenn man dann lernt, auf die vielen Details zu achten, ist das echt schön und ein schöner Anblick. Nur abends sind die Wiesn nicht so meins, muss ich sagen … da geht’s dann doch zu sehr ums Feiern und ich bin mehr so der ruhigere Typ Mensch. 😉

  3. Liebe Mädels,

    ich hoffe, von euch ein paar informative Antworten zu erhalten, denn so ganz erschließt sich mir die „Schleifen-Regelung“ noch nicht. Ich hatte davon noch nie gehört und dann auf den Wiesn von einem Kumpel davon erfahren … bei einer netten Dame, mit der ich am Abend ins Gespräch kam, habe ich mein Wissen zur Schau stellen wollen, allerdings wusste sie wiederum gar nichts darüber. Sie kam aber aus München, also man mag davon ausgehen, dass sie es hätte wissen müssen.

    Wie seht ihr das: Wird das überbewertet oder war sie eine Ausnahme? Sie sah das locker, aber es gibt sicherlich Frauen, die da ganz anders reagieren könnten, wenn man das als Mann nicht beachtet, oder?

    Ich wäre für jeden Tipp dankbar, da ich durchaus vor habe, noch ein paar Mal zu gehen, aber natürlich ungern in besagte Fettnäpfchen zu treten.

    ### Günni

    • Lieber Günni,

      dann versuche ich mal zu antworten und dir zu helfen. :-)))) Was ich sagen kann, dass nicht alle Frauen von der Regelung mit den Schleifen wissen. Das ist so ein kleines „Gesetz“, was man zwar googeln kann, manchmal in Artikeln oder auf Blogs liest und sich zusätzlich auch rumspricht zwischen Mädels und Freundinnen. Aber dennoch können es nicht alle wissen.

      Ich würde dir raten, bei den nächsten Damen wieder sehr genau darauf zu achten, weil du ja vorher nie weißt, ob du an ein Mädchen oder eine Frau gerätst, der das sehr wichtig ist oder die es nicht weiß. Ergo kann es sein, dass du ein Mädel nicht kennenlernst, die ihre Schleife falsch trägt, aber gar nicht vergeben ist. Oder aber du lernst sie kennen und flirtest und sie ist vergeben und alles andere als begeistert. Da würde ich persönlich doch lieber Variante 1 nehmen. 😉

      Ich hoffe, das hat dir geholfen.

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