Sitten: Schweizer Buchfestival im Kulturzentrum Arsenaux

16.09.2016 |  Von  |  News
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Begegnungen, Lesungen, Führungen und Diskussionen: Beim Schweizer Buchfestival steht ein attraktives und vielseitiges Angebot auf dem Programm. Das Festival findet am Freitag, 23., und am Samstag, 24. September, im Kulturzentrum Arsenaux in Sitten statt.

Autoren aus allen Schweizer Sprachregionen werden an den beiden Tagen zu Gast in der Walliser Hauptstadt sein. Alle Generationen sind vertreten, und das Wallis ist einer der Schwerpunkte. Auf dem Programm stehen Begegnungen mit Autoren und Persönlichkeiten der Kultur, Themen im Zusammenhang mit der Schweiz und dem Wallis, Vertreter des literarischen Nachwuchses sowie Performances und Darbietungen im Zusammenhang mit dem Geschriebenen – und ausserdem ein literarischer Spaziergang durch Sitten.

Das Schweizer Buchfestival ist eine Koproduktion der Mediathek Wallis und der „Fondation pour l’Écrit“, die für die Programmgestaltung des Genfer Buchsalons verantwortlich zeichnet.

Das Wallis bringt weit mehr hervor als Wein und Früchte: Hier gibt es ein knappes Dutzend Verleger, und die Online-Enzyklopädie Wikiwallis verzeichnet nahezu 400 französisch- oder deutschsprachige Autoren. Das Kulturland Wallis ist aber auch ein Ort, wo sich die Sprachen begegnen. Am Schweizer Buchfestival vertreten Alberto Nessi und Yves Laplace, Arno Camenisch und Jérôme Meizoz, Pascal Rebetez und Gilberte Favre die verschiedenen Facetten des Wallis.

Der Vorhang geht am Freitag, 23. September, um 12 Uhr auf. Als erstes kann das Publikum Jean Troillet begegnen, von dem das Buch „Une vie à 8000 mètres“ (Verlag Guérin) und der Film „Jean Troillet, toujours aventurier“ handeln. Ab 12.30 Uhr ist Yves Laplace zu Gast, Träger des Schweizer Literaturpreises 2016, der „Un homme exemplaire“ geschrieben hat (L’Aire). Als nächstes stellt Martina Chyba mit „Impolitiquement correct“ (Favre) eine Sammlung ihrer Wochenchroniken vor. Um 14.30 Uhr tritt der Velo-Abenteurer Claude Marthaler auf. In „À tire d’elles“ (Slatkine) hat er 32 aussergewöhnliche Frauen mit einer Leidenschaft fürs Fahrrad porträtiert.

Am Samstag, ab 11 Uhr, spricht Daniel Cordonnier über seinen spannenden jüngsten Roman „Le bleu de l’or“ (Favre). Um 12.30 Uhr stellt Jacques Pilet sein Erstlingswerk „Polonaises“ (L’Aire) vor, ein Roman über Liebe, Gesellschaft und Politik. Ab 14 Uhr lässt Jérôme Meizoz ein vor 25 Jahren vorgefallenes Geschehnis wiederaufleben, das er in seinem Roman „Haut Val des Loups“ (Zoé) zur Sprache bringt, in dem ein Umwelt-Militant verprügelt wird.

Alberto Nessi, der mit dem Schweizer Literaturpreis 2016 für sein Gesamtwerk geehrt wurde, spricht ab 14.30 Uhr über „Miló“, ein Erzählband, der Anfang des Jahres im Limmat Verlag auf Deutsch erschienen ist. Ab 15 Uhr erzählt Metin Arditi von seiner Liebe zu Griechenland, Gegenstand seines jüngsten Romans „L’enfant qui mesurait le monde“ (Grasset).

Catherine Lovey geht ab 16 Uhr auf die Weisheiten ein, die ihr Roman „Monsieur et Madame Rivaz“ (Zoé) vermittelt. Schliesslich stellt Georges Pop seine „Chroniques d’un petit immigré à l’usage des constipés“ (Cabédita) vor, in denen er sich Migration, gesellschaftlicher Durchmischung und Xenophobie widmet.

Zwiegespräche zum Nachdenken

Anne-Sophie Subilia („Parti voir les bêtes“, Zoé) und Blaise Hofmann („Monde animal“, D’Autre Part) tauschen sich am Freitag ab 14 Uhr über ihre Auffassung der Natur aus und über unsere Beziehung zu ihr. Ab 15 Uhr unterhalten sich Janine Massard („Question d’honneur“, Campiche) und Cornelia de Preux („Le chant du biloba“, Plaisir de Lire) darüber, was man von der Vergangenheit mitnehmen soll, um besser in der Gegenwart zu leben. Ab 16.30 Uhr widmen sich Anne-Frédérique Rochat („L’autre Edgar“, Luce Wilquin) und Claudine Houriet („L’enlèvement“, Luce Wilquin) den Themen Abstammung, Vererbung und Verlust.

Am Samstag, ab 16.30 Uhr befassen sich die Sängerin Brigitte Hool („Puccini l’aimait“, Favre) und Michel Layaz („Louis Soutter, probablement“, Zoé) mit Porträts und dem Leben von Künstlern.



Schwerpunktthema Wallis

Bei vielen Diskussionen wird das Wallis ein Thema sein. Den Anfang macht ein literarisches Monument, Maurice Chappaz, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Gilberte Favre („Dialogues inoubliés“, L’Aire) und Benjamin Mercerat („Le Paradis et le désert“, L’Aire) erweisen ihm am Freitag um 12 Uhr die Ehre. Ab 15.30 Uhr erläutern Olivier Pitteloud („Dans l’ombre de l’absente“, L’Âge d’homme), Yves Balet („En quête de reconnaissance“, Slatkine) und Arnaud Maret („Rusalka“, L’Aire), warum sie das Wallis als Kulisse für ihre Krimis gewählt haben.

Am Samstag wird, ab 12.15 Uhr, in einem Gespräch zwischen Slodoban Despot („Valais mystique“, Xenia), Marlène Micheloud („Lieux de rituels en Suisse romande“, Joëlle Chautemps, Favre) und Narcisse Praz („La vie contre la mort“, Monographic) die spirituelle Dimension des Kantons angesprochen. Wie schreibt man über das Wallis? Mit dieser Frage befassen sich schliesslich Antoine Pitteloup („Le Valais à livre ouvert“, L’Âge d’homme), Pascal Rebetez, „Écrits du Valais 1572-2014. Une Anthologie“ (D’autre part) und Alain Bagnoud („La Suisse est un village“, L’Aire).

Ist das Wallis ein Schweizer Klischee? Dieser Frage wollen Xavier Casile („Dico helvetico“, Good Heidi Production) und Isabelle Évéquoz Mariéthoz („Histoire du Valais“, Slatkine) auf den Grund gehen.

Die kulturelle Vielfalt der Schweiz

Um die kulturelle Vielfalt der Schweiz geht es am Freitag ab 13.30 Uhr in einer Diskussionsrunde mit Dumenic Andry („Uondas“, Ediziun Mevina Puorger), Leta Semadeni, Trägerin des Schweizer Litarturpreises 2016 für ihren Erstlingsroman „Tamangur“ (Rotpunktverlag), und dem Übersetzer Walter Rosselli. Sie haben zur Anthologie romanischer Dichtung „Aruè“ beigetragen, die bei Samidzat erschienen ist.

Am Samstag um 12 Uhr ist die Reihe an der Poesie, vertreten durch Sibylle Monney („Tu es là-haut“, Samidzat), Laurent Koutaïssoff („Les chemins à l’envers“, Slatkine) und Guillaume Favre („Sans mythologies“, Cousu mouche). Das „Carrousel de la relève“ ist Nachwuchsschriftstellern gewidmet. Insgesamt sechs Jungautoren sind zu Gast: Matthieu Ruf, Virgile Pitteloud und Céline Zufferey stellen sich am Samstag ab 13 Uhr vor; Bertrand Schmid, Rachel Zufferey und Christelle Maragotto ab 15 Uhr.

Lesung von Arno Camenisch

Im Bereich Auftritte und literarische Performances inszenieren am Freitag, 17 Uhr fünf Mitglieder des Kollektivs AJAR Auszüge aus ihrem Roman „Vivre près des tilleuls“ (Flammarion), der von einem 18-köpfigen Kollektiv geschrieben wurde. Vor dem Zentrum Arsenaux gastiert ausserdem das Ensemble „Cie de l’Ovale“ in seinem Bus und zeigt „La Grand Gynandre“, ein Musical über das Leben der Walliser Dichterin und Malerin Pierrette Micheloud. Drei Aufführungen stehen am Freitagmorgen für die Schulen auf dem Programm, drei weitere für das allgemeine Publikum am Samstag.

Ebenfalls am Freitag wird Poesie öffentlich geflüstert oder ausgeschrien von „Maison Éclose“. Ab 14.30 Uhr lesen Arno Camenisch und seine Übersetzerin Camille Luscher Auszüge aus „Derrière la gare“ (Editions d’En bas). Bern ist überall, um 17 Uhr – Pedro Lenz, Ariane von Graffenfried, Antoine Jaccoud und Maru Rieben warten mit einer musikalisch begleiteten Performance auf.

Das Ensemble „Les planches et les nuages“ bietet einen literarischen Spaziergang durch die Strassen der Stadt Sitten, am Freitag für die Schulen, am Samstag für das allgemeine Publikum. Und die Mediathek Wallis wartet mit einer 60-minütigen Montage von Archivbildern von Walliser Schriftstellern auf, die während des Festivals in Endlosschleife zu sehen ist. Ausserdem bieten die Buchhandlungen Payot und Zap eine breite Auswahl an Schweizer Literatur in allen Sprachen an.

Auch für professionelle Schriftsteller interessant

Das Schweizer Buchfestival führt überdies eine Initiative weiter, die im Rahmen des Genfer Buchmesse lanciert wurde, nämlich Veranstaltungen für professionelle Schriftsteller, und bietet am Freitag in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Literaturinstitut in Biel ein Gespräch über literarisches Mentoring.

Diese Veranstaltung bringt Autoren, Mentoren, Verleger, Lehrpersonen und Kulturverantwortliche zusammen. Sie möchte bestehende Mentoring-Programme vorstellen und verstehen, wie die Beziehung zwischen Mentor und betreutem Schriftsteller zum künstlerischen Schaffensprozess beiträgt und sich auf diesen auswirkt. Auf der Festival-Webpage kann man sich für die Veranstaltung anmelden.

Das vollständige Programm des Schweizer Buchfestivals finden Sie auf www.schweizerbuchfestival.ch.

 

Artikel von: Schweizer Buchfestival
Artikelbild: © Thinglass / Shutterstock.com

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