Luzern: Lernen für Asylsuchende – neues Leben im Schulhaus Schädrüti

04.11.2016 |  Von  |  News
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Luzern: Lernen für Asylsuchende – neues Leben im Schulhaus Schädrüti
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Seit diesem Sommer ist in das Luzerner Schulhaus Schädrüti wieder richtig Leben eingekehrt. Dort werden Kinder und Jugendliche aus den Asylzentren in Luzern und Umgebung unterrichtet. 52 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das Schulhaus. Hinzu kommen 90 erwachsene Asylsuchende, für die dort Deutschkurse veranstaltet werden.

Die obligatorische Schule im Schädrüti wird aktuell von 39 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahrenabsolviert. Sie lernen vor allem Deutsch und werden in Fächern wie Mathematik, Werken und Turnen unterrichtet. Die Kinder und Jugendlichen leben in den Durchgangszentren Sonnenhof in Emmenbrücke, Rothenburg und Hirschpark in Luzern sowie im Zentrum für Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende (ZUMA) in Kriens.

Als Übergang für weiteren Schulbesuch oder Arbeitsmarkt

Die Kinder aus den Durchgangszentren bleiben zwischen 2 Wochen und 10 Monaten im Schädrüti-Schulhaus. Dies ist vom Zeitpunkt abhängig, wann ihre Familie eine Wohnung im Kanton zugewiesen erhält oder die Schweiz verlassen muss. Ziel der Schule ist, die Kinder auf den Schulbesuch in der Regelklasse der neuen Wohngemeinde vorzubereiten. Die Jugendlichen aus dem ZUMA verbringen die ganze obligatorische Schulzeit im Schädrüti-Schulhaus.

Zusätzlich zum obligatorischen Schulangebot bietet das Schädrüti-Team auch nachobligatorische Anschlussklassen für Jugendliche an. Zurzeit besuchen 13 begleitete und unbegleitete minderjährige Asylsuchende eine solche Anschlussklasse. Der Unterricht beinhaltet neben Deutsch Fächer wie Mathematik, Lebenskunde, Werken, Turnen und individuelles Lernen mit Tastaturschreiben. Er soll den Betroffenen helfen, fehlendes Schulwissen nachholen zu können, damit diese später den Einstieg in den Lehrstellen- und Arbeitsmarkt finden.

Bildung grundlegend für Integration

Zudem finden im Schulhaus Deutschkurse für erwachsene Asylsuchende statt. Derzeit werden 6 Klassen mit je 15 Personen geführt. „Der Schulbetrieb ist gut gestartet“, sagt Brigitt Stadelmann, Leiterin Schulangebot Asyl des Kantons Luzern. Sie geht davon aus, dass sich die Schülerzahlen in den kommenden Monaten auf dem aktuellen Niveau bewegen werden. Wie sich die Zahl in Zukunft entwickeln wird, kann heute niemand sagen. „Die Zahl der Lernenden bildet die Entwicklung der Asylzahlen ab und ist sehr volatil“, sagt Stadelmann.

Auch bei der Stadt und beim Kanton zeigt man sich mit dem neuen Schulangebot zufrieden. „Die Stadt kann ihre offene und humanitäre Haltung im Bereich Asyl mit der Vermietung des Schulhaus Schädrüti an den Kanton zeigen“, sagt Martin Merki, Sozialdirektor der Stadt Luzern und dort zuständig für den Bereich Asyl. „Bildung und vor allem der Deutschunterricht sind grundlegend für die Integration.“ Das flexible Angebot soll deshalb in den nächsten Schuljahren im Schulhaus Schädrüti bleiben.

Beim einem Tag der offenen Tür hat für die Luzerner Bevölkerung Gelegenheit bestanden, den Schulbetrieb selbst in Augenschein zu nehmen.

 

Artikel von: Staatskanzlei Luzern
Artikelbild: © ChameleonsEye – shutterstock.com

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