Members only – Erfolg mit Kundenkarten

12.11.2014 |  Von  |  Geschäftlich
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Members only – Erfolg mit Kundenkarten
3.7 (73.33%)
3 Bewertung(en)

Bei zahlreichen Unternehmen profitieren Kundenkarteninhaber von besonderen Events sowie speziellen Vergünstigungen. Für Firmen sind die Karten ein wichtiges Marketinginstrument, das Aufschluss über das Konsumverhalten der Kunden gibt.

Fashion-Shows, Trend-Events oder Modenschauen, der Handel setzt zunehmend auf exklusive Veranstaltungen für eine besondere Klientel. Einladungen werden nur an Kundenkartenbesitzer verschickt, das macht das Event zu etwas Besonderem. Bei Angabe der persönlichen Daten sollten Verbraucher jedoch auf Nummer sicher gehen und nicht zu viel verraten.

Einem Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ zufolge gilt in der Schweiz das Unternehmen Migros als Pionier, hier gab es die ersten Plastikkarten für Kunden. Kurz darauf folgte Coop, und inzwischen bieten zahlreiche Schweizer Unternehmen Vorteilskarten für ihre Kunden an. Diese profitieren ab einem bestimmten Einkaufswert von besonderen Rabatten oder erhalten bei Einlösung der gesammelten Punkte Prozente oder ein Geschenk. Die Gesellschaft für Konsumforschung hat ermitteltet, dass Schweizer Unternehmen kaum noch ohne eine Kundenkarte als Marketinginstrument auskommen.




Verbraucher werden durch die Ausgabe der Membercards manipuliert: Geht es um Treueprämien oder Punkte, bleiben sie dem Unternehmen treu, auch wenn einer der Mitbewerber ein günstigeres Angebot im Sortiment hat. Durch Rabatte, die in Kombination mit den Karten gewährt werden, werden Preisvergleiche oft unübersichtlich und der Verbraucher setzt auf den altbewährten Händler, bei dem er mit seiner Rabattkarte punkten kann. Durch die Ausgabe der Karten erhalten die Firmen wertvolle Informationen: Neben den persönlichen Daten erkunden sie das Einkaufsverhalten der Konsumenten. Auf diese Weise lässt sich Werbung gezielt einsetzen.

Insbesondere Modeunternehmen setzen mit speziellen Events wie Fashion-Shows oder exklusiven Abendveranstaltungen, die Kundenkarteninhabern vorbehalten sind, Highlights. Nur ein ausgewählter Kundenkreis wird zum Mitternachts-Shopping oder anderen Veranstaltungen geladen, das macht das Event für die Verbraucher zu etwas Besonderem. Nach Angaben der Stiftung Warentest kommt es einigen Verbrauchern nicht auf besondere Rabatte, sondern auf den Status an, den sie mit dem Besitz der Kundenkarte erhalten. Durch die Teilnahme an den Events, das Zusenden eines Katalogs oder die Karte zum Geburtstag fühlen sich die Karteninhaber bevorzugt.




Firmen, die ihre Kunden mit einer Kundenkarte an sich binden wollen, sollten die Karte möglichst kostenlos herausgeben. Grundsätzlich sollte mit dem Besitz der Karte ein messbarer Vorteil einhergehen. So bieten sich regelmässige Sonderrabatte oder spezielle Aktionen nur für Mitglieder an. Übersichtliche Bedingungen kommen ebenfalls gut an: In einem Café erhält der Kunde für jeden gekauften Kaffee einen Stempel, das elfte Getränk ist dann gratis und die Karte wertlos. Bei einer solchen Karte kann sogar die Angabe der persönlichen Daten entfallen, das System ist einfach und für den Konsumenten klar erkennbar. Auch der Nutzen aus der Karte wird mit dem Gratis-Kaffee nach der zehnten Tasse sofort ersichtlich.

Besonders unübersichtlich für den Kunden wird es, wenn sich mehrere Unternehmen zu einem Verbund zusammenschliessen. In Deutschland haben sich zahlreiche Anbieter zum Payback-System zusammengeschlossen. Jedes angeschlossene Unternehmen kann seine Sonderaktionen und Rabatte selbst bestimmen, hier wird es für den Kunden schwer durchschaubar und die Vorteile sind zum Teil nur schwer messbar. Inzwischen gibt es sogar Anwendungen für das Smartphone, mit denen die Rabattaktionen der einzelnen Anbieter genutzt werden können.




Die Experten der Stiftung Warentest raten Verbrauchern, die im Besitz einer Kundenkarte sind, ihr Kaufverhalten nicht zu ändern, sondern weiter Preise und vor allem Qualität zu vergleichen. Gerade Verbraucher, die eine grössere Anschaffung planen, sollten sich auf keinen Fall nur auf die bewährte Kundenkarte verlassen, auch wenn diese auf den ersten Blick vermeintliche Vorteile verspricht.

Untersuchungen zufolge ist die Akquisition von Neukunden für ein Unternehmen deutlich schwieriger, als den bestehenden Kundenstamm zu binden. Mit der Ausgabe der Membercards binden sie die Konsumenten an ihr Unternehmen, schaffen eine Vertrauens- und Loyalitätsbasis. Der verantwortungsvolle Umgang mit den sensiblen Kundendaten sollte daher selbstverständlich sein. Datenschützer bemängeln immer wieder diesen Umgang. Nicht alle Unternehmen gehen sorgfältig und verantwortungsbewusst mit den Angaben um.






Als Statussymbol und für besondere Vergünstigungen sind Kundenkarten top. Spezielle Events für Mitglieder sorgen für Kundenbindung. (Bild: racom / Shutterstock.com)

Als Statussymbol und für besondere Vergünstigungen sind Kundenkarten top. Spezielle Events für Mitglieder sorgen für Kundenbindung. (Bild: racom / Shutterstock.com)

Zudem sorgen Kleingedrucktes und unverständliche Bedingungen häufig für Unmut. Daten, die für die Abwicklung des Rabatt- oder Kundenkartensystems erforderlich sind, dürfen von den Unternehmen erhoben werden. Zudem speichern die Firmen die Art und die Höhe des Umsatzes, um gezielt Werbung zu versenden. Bei der Beantwortung weiterer Fragen sollten Verbraucher eher zurückhaltend agieren.

Ob ein Verbraucher als Kundenkarteninhaber weitere persönliche Daten preisgeben sollte, bleibt seiner Entscheidung überlassen. Viele Firmen fragen bereits im Kartenantrag zahlreiche persönliche Daten ab, um möglichst viel über den Kunden zu erfahren. So können Nutzer bei einigen Unternehmen Konfektionsgrössen oder den persönlichen Kleidungsstil definieren. In einer Untersuchung bemängelte die Stiftung Warentest, dass viele Firmen Daten abfragen, die für den Kartenantrag oder das Bonusprogramm nicht relevant sind.




Experten raten Verbrauchern, beim Ausfüllen des Kartenantrags ein gesundes Misstrauen walten zu lassen. Grundsätzlich sollten Kunden nur die Angaben offenbaren, die sie tatsächlich preisgeben möchten. Besonders gern lassen sich die Anbieter durch Ankreuzen eines Kästchens dazu ermächtigen, die Anschrift zu Werbezwecken weiterzugeben. Das Einverständnis kann der Verbraucher jederzeit schriftlich widerrufen. Wer nicht sicher ist, welche Angaben über ihn abgespeichert wurden, kann eine schriftliche Auskunft anfordern.

 

Oberstes Bild: © Dja65 – Shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


Ihr Kommentar zu:

Members only – Erfolg mit Kundenkarten

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.