Geschicklichkeitsspiel mit hohem Spassfaktor – der Flipper

22.11.2014 |  Von  |  Familie, Privat
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Geschicklichkeitsspiel mit hohem Spassfaktor – der Flipper
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Es gab eine Zeit, da teilten sich Menschen, die in Kneipen spielten, in zwei Parteien: Eine Partei vergnügte sich mit den ersten Videospielen und warf Münze um Münze in einen klobigen Automaten, um Raketen durch den Weltraum zu steuern oder Monster zu jagen. Die andere, die schon damals als altmodisch galt, schoss am Flipper eine Stahlkugel auf einer schiefen Ebene herum. Heute sind diese Spielgeräte aus den Kneipen verschwunden, doch den Flipper gibt es noch – und er ist alles andere als tot.

Die schlechte Nachricht ist zwar, dass Flipper zur aussterbenden Art zählen, da es so gut wie keinen Nachwuchs mehr gibt, doch die gute Nachricht ist: Weltweit gibt es eine treue Fangemeinde, die dafür Sorge trägt, dass Millionen der mechanisch-elektronischen Meisterwerke bei bester Gesundheit bleiben. Sollten Sie mit dem Gedanken eines häuslichen Spiel- und Barbereichs spielen, eignet sich ein Flipper als bewundertes Glanzstück hervorragend zur Gestaltung. Doch beim Kauf sollten ein paar Regeln beachtet werden.

Kurze Geschichte des Flippers

Heutzutage sind Flippermaschinen vor allem in Privathaushalten zu bewundern. Wer zuhause ausreichenden Platz für die Einrichtung einer Bar hat, der schmückt diese gern mit einem nostalgischen Flipper, zumal dieser einen hohen Spassfaktor garantiert. Doch bei den Vorläufern dieser Maschine spielte vor allem Glück statt Geschicklichkeit eine Rolle: Eine abgeschossene Stahlkugel rollte über eine schiefe Ebene an diversen Hindernissen, Bumpern und eingearbeiteten Löchern vorbei. Erst ab 1947, als die Flipper erfunden wurden, konnte man aktiv in das Spiel eingreifen. In den 70er- bis 90er-Jahren boomte der Flipper, dann kamen die Videospiele und die Computer – die Menschen zogen sich in ihre Häuser zurück. Und genau hier sind heute auch die schönsten Geräte zu finden.

Von der Mechanik zur Elektronik




Zu Beginn war der Flipper ein eher einfaches mechanisches Gerät, doch die Technik wurde zunehmend komplizierter. Ende der 70er-Jahre hielt die Elektronik Einzug in die Automaten. Durch neue Spielfeatures wie den Multiball, aber auch aufgrund einer bunteren und detailreicheren Spieloberfläche, wie sie das Laserdruckverfahren ermöglichte, wurde der Flipper zu einem der beliebtesten Spielgeräte in Kneipen und Spielhallen. Nach der Entstehung der Videospiele setzte die Flipperindustrie auf die Einführung immer neuer technischer Raffinessen, was zur Folge hatte, dass sich die Spieler von den komplizierten Monster-Maschinen der 90er-Jahre allmählich überfordert fühlten.

Flipper gebraucht erwerben




Ein Flipperautomat ist natürlich in einem gewissen Sinne auch Luxus, denn preisgünstig ist er wahrlich nicht: Gut restaurierte Geräte kosten schnell einige tausend Euro. Wenn Sie jedoch elektronisches Verständnis besitzen (oder aber jemanden kennen, der dieses besitzt) und Freude am Basteln und Reparaturen haben, dann ist der Erwerb eines günstigen Gebrauchtgerätes sinnvoll. Doch stellen Sie sich darauf ein: Ein durchschnittlicher Flipper besteht aus ungefähr 6000 Teilen und 7500 elektronischen Verbindungen!




Vorsicht beim Flipperkauf!

Wenn Sie keine technischen Kenntnisse besitzen und keine Vorstellung davon haben, wie ein ordentlicher Flipper auszusehen hat, dann machen Sie es am besten wie beim Gebrauchtwagenkauf: Nehmen Sie einen Freund mit, der Sie sachverständig beraten kann. Neben dem äusseren Zustand des Flippers, den Sie im Zweifelsfall noch beurteilen können, ist das Innere eines Flippers für den Laien eher unverständlich.

Der Fachmann aber wird beurteilen können, ob sich die Reparaturarbeiten lohnen werden, wenn Flipperarme, Punktezähler und wichtige Features nicht mehr funktionieren. Zudem kann er ungefähr abschätzen, wie viel Arbeit Sie investieren müssten – ob es sich um einige Wochenenden oder um ein ganzes Jahr handeln wird. Vorsicht sollte man vor allem bei Schnäppchen im Internet walten lassen, auch wenn sich dort ebenfalls seriöse Firmen finden lassen, die sich auf eine solide Restauration von Flipperautomaten spezialisiert haben.






Ein Flipper bewegt nicht nur mit viel Elektronik die Stahlkugel, das begehrte Gebrauchtkauf-Objekt lässt auch die Herzen seiner Fans höherschlagen. (Bild: GTibbetts / Shutterstock.com)

Ein Flipper bewegt nicht nur mit viel Elektronik die Stahlkugel, das begehrte Gebrauchtkauf-Objekt lässt auch die Herzen seiner Fans höherschlagen. (Bild: GTibbetts / Shutterstock.com)





Flippern – vom Freizeitvergnügen bis zur meisterlichen Beherrschung

Es ist wie bei jeder Freizeitbeschäftigung: Auch Flippern kann just for fun oder mit ernsthafteren Ambitionen betrieben werden. Wer bei mittelprächtiger Kondition gern ein paar Runden um den Wohnblock dreht oder durch den Stadtpark läuft, kann dies in alten Turnschuhen und Shorts tun. Er kann aber auch so ambitioniert sein, die Fehler, die Jogging-Neulinge gern einmal begehen, zu vermeiden. Ähnlich perfektionistisch können Sie auch an das Spiel mit dem Flipperautomaten herangehen – spätestens seitdem Roger Sharpe bewiesen hat, dass Flippern kein Glücksspiel ist.

Flippern als hohe Kunst

1976 kam es in Amerika zu einer kuriosen Gerichtsverhandlung. Um zu beweisen, dass es sich beim Flippern um kein Glücksspiel hält, zog der Autor und Flipper-Aficionado Roger Sharpe vor Gericht. Dort erklärte er dem Richtergremium, welchen Punktestand er auf dem bereitgestellten Flipper auf welche Weise zu erreichen gedachte. Danach zog er den Abzug durch und flipperte für die Gerechtigkeit und die Verbreitung des Flipperautomaten. Sharpe spielte sein Spiel, wie er es vorausgesagt hatte. Damit bewies er: Flipper ist kein Glücksspiel. Prompt gaben die amerikanischen Behörden den Automaten für die Öffentlichkeit frei – der Siegeszug des Flippers konnte endgültig beginnen. Zugleich begann damit auch der Kampf der Flipper-Sportler um das beste Spiel.

Flippern ist also kein Daddeln, sondern hohe Kunst. Sollte Ihre Frau Sie für albern halten (obwohl sie mit ihren Freundinnen im Park dem Nordic-Walking nachgeht, worüber Sie natürlich nur lächeln, wenn sie es nicht sieht), dann kontern Sie einfach mit beeindruckendem Fachvokabular. Sprechen Sie von Redirection, Trapping und Falling Hold Pass. Im Anschluss genehmigen Sie sich dann mit Ihren Freunden ein kühles Bier und treten zum Wettkampf an. Aber wundern Sie sich nicht, wie viel Besuch Sie plötzlich bekommen!

 

Oberstes Bild: © 3Dalia – Shutterstock.com

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