Journalistische Ethik statt Fake News

09.09.2020 |  Von  |  Presseportal

Kerns OW (ots) – Die Stiftung Dr. J.E. Brandenberger zeichnet jährlich eine Preisträgerin oder einen Preisträger mit dem mit 200’000 Franken dotierten Preis aus und will damit Persönlichkeiten würdigen, die sich für die Förderung und den Erhalt der humanitären Kultur eingesetzt haben. Dieses Jahr geht der Preis an den Tessiner Journalisten und Medienethiker Enrico Morresi, der sich in langjährigem, aussergewöhnlichen Einsatz der Erkundung von Regeln und Bedingungen zur Förderung der Qualität und des Wahrheitsgehalts von Informationen gewidmet hat und sich für einen Journalismus einsetzte, der das Vertrauen in die Institutionen erhält und stärkt.

Seine beeindruckende journalistische Laufbahn begann 1958 beim Corriere del Ticino, wo er als „Chronist“ anfing und ab 1969 die Zeitung 12 Jahre lang als Ressortchef führte. Dann folgten 12 Jahre als Autor in- und ausländischer Dokumentarfilme beim Fernsehen der italienischen Schweiz, als Programmgestalter beim Radio Rete Due und schliesslich als Forscher und Verfasser anspruchsvoller wissenschaftlicher Werke. Er wirkte auch als Mitglied und Vizepräsident der Schweizerischen Unesco-Kommission. Ab 1984 war Enrico Morresi Mitglied des Schweizerischen Presserats und präsidierte die Stiftung des Schweizer Pressrats von 2000 bis 2012.

Mit einem „Master of Applied Ethics“ (MAE) der Universität Zürich legte er die Richtung für seine später verfassten Standardwerke über journalistische Ethik fest, die im ganzen italienischsprachigen Raum grosse Beachtung fanden. Seine umfassende und tiefgründige Erfahrung, seine aufmerksame und einfühlende Beobachtung von Kriegen, Krisen und Tragödien unterschiedlichster Art führten bei Enrico Morresi zu immer eindringlicheren Fragen, auf die es seiner Meinung nach ankam. Die ethische Hinterfragung erscheint in seinem Fall als natürlicher und unausweichlicher Endpunkt eines eigenwilligen und erfolgreichen beruflichen Werdegangs.

„Wir freuen uns sehr, Enrico Morresi mit dem diesjährigen Preis der Stiftung Dr. J.E. Brandenberger auszuzeichnen,“ sagt Stiftungsratspräsident Carlo Schmid-Sutter, „in einer Zeit, wo Fake News, Vermutungen, ungesicherte Fakten und Spekulationen die Bevölkerung verunsichern, ist journalistische Ethik von zentraler Bedeutung und dient der Erhaltung des Vertrauens.“

Es ist das 31. Mal, dass der hochdotierte Preis verliehen wird. Irma Marthe Brandenberger hat zum Gedenken an ihren Vater, Dr. J.E. Brandenberger, Erfinder des Cellophans, die Stiftung errichtet und als Zweck festgelegt, dass Personen ausgezeichnet werden sollen, die sich um die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen verdient gemacht haben. Unabhängig von Geschlecht und konfessioneller oder politischer Überzeugung, sollen Leistungen auf dem Gebiet der Natur- und Geisteswissenschaften, der Sozialarbeit, der Förderung und der Erhaltung der humanitären Kultur prämiert werden.

Der Preis wird Enrico Morresi am 21. November in Lugano verliehen.

Für Rückfragen:

Carlo Schmid-Sutter, carlo schmid@bluewin.ch
Tel.: 079 568 15 85

Original-Content von: Stiftung Dr. J.E. Brandenberger übermittelt durch news aktuell

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