Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales: Jahresprogramm 2021

15.12.2020 |  Von  |  Presseportal

Zürich (ots) – Wir freuen uns, Ihnen unser Programm für das kommende Jahr zu präsentieren. 2021 zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst ein Ausstellungsprojekt der Künstlerin Yael Davids, in welchem alternative und performative Zugänge zur Kunst erprobt werden. Neben ihren eigenen Arbeiten stehen dabei Sammlungswerke des Migros Museum für Gegenwartskunst im Zentrum. Weiter präsentiert das Museum Einzelausstellungen der Künstler*innen Korakrit Arunanondchai und Evan Ifekoya. Begleitet werden diese beiden Einzelausstellungen jeweils von thematischen Sammlungsausstellungen.

2021 feiern das Löwenbräukunst-Areal und das Migros Museum für Gegenwartskunst 25-jähriges Bestehen! Im Rahmen dieses Jubiläums spielt die Sammlung eine prominente Rolle und soll sowohl im Ausstellungsraum wie auch in neuen digitalen Formaten unser Publikum begeistern.

Yael Davids One Is Always a Plural

6. März – 30. Mai 2021, Eröffnung: Freitag, 5. März 2021

Korakrit Arunanondchai

12. Juni – 26. September 2021, Eröffnung: Freitag, 11. Juni 2021

Evan Ifekoya

09. Oktober 2021 – 23. Januar 2022, Eröffnung: Freitag, 08. Oktober 2021

Yael Davids One Is Always a Plural

6. März – 30. Mai 2021, Eröffnung: Freitag, 5. März 2021

Yael Davids im Dialog mit Werken von Eleanor Antin, Phyllida Barlow, Heidi Bucher, Teresa Burga, Graciela Carnevale, Hanne Darboven, Marlene Dumas, VALIE EXPORT, Guerrilla Girls, Graciela Gutiérrez Marx, Ferdinand Hodler, Dorothy Iannone, Teresa Margolles, Senga Nengudi, Henrik Olesen, Mierle Laderman Ukeles, Cathy Wilkes und anderen aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst sowie Leihgaben der Noa Eshkol Foundation for Movement Notation und von Jon Mikel Euba.

Die Künstlerin Yael Davids (*1968, Jerusalem) untersucht in ihren Installationen und Performances den Körper als Ort der Verschränkung persönlicher und kollektiver Narrative. Für das Ausstellungsprojekt One Is Always a Plural setzt sie Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst mit ihren eigenen skulpturalen und installativen Arbeiten in einen Dialog. Ausgewählte Sammlungswerke dienen zudem als Ausgangspunkt für die Entwicklung von Performances und einer Reihe regelmässig durchgeführter, auf der Methode von Moshé Feldenkrais basierender Übungslektionen, an denen teilzunehmen das Publikum herzlich eingeladen ist. Yael Davids befragt das Potenzial performativer Strategien und somatischer Techniken als alternative Zugänge zu Kunst. Über die visuelle Wahrnehmung und das rationale Verständnis hinaus ermöglicht die Künstlerin damit eine ganzheitliche Körpererfahrung. Die Feldenkrais-Methode setzt auf die bewusste Ausführung von einzelnen, langsam durchgeführten Bewegungsabläufen. So erlaubt sie uns, eigene (Bewegungs-)Gewohnheiten zu verstehen, Veränderungsmöglichkeiten zu erkennen und Alternativen zu verinnerlichen. In Analogie zu Moshé Feldenkrais, für den es von zentraler Bedeutung war, geeignete und unterstützende Bedingungen für das Lernen zu schaffen, möchte auch Yael Davids das Museum als einen Ort des gemeinschaftlichen Lernens etablieren – eines körperorientierten, „organischen“ Lernens, das von Neugierde und Offenheit geprägt ist. Die Feldenkrais-Perspektive spiegelt sich auch in Davids“ Werkauswahl – so interessiert sich die Künstlerin insbesondere für Arbeiten, in denen sie eine „Ästhetik des Lernens“ erkennt. Sie bringt dabei unterschiedliche künstlerische Positionen, die untersuchen, welche Rollen und Funktionen unser Körper in verschiedenen gesellschaftlichen Zusammenhängen einnehmen kann, in wechselseitige Beziehung. In der Ausstellung steht nicht das einzelne Objekt im Zentrum – vielmehr werden, im Sinne des Titels One Is Always a Plural, verschiedene Stimmen, Bilder und künstlerische Praktiken in Form einer subjektiv geprägten Sammlung zusammengeführt. Sie spiegeln auf diese Weise auch Yael Davids eigenes künstlerisches Referenzsystem wider. Für die Besucher*innen eröffnet die Ausstellung nicht nur eine erneuerte Perspektive auf die Sammlung; sie ist auch eine Einladung, im Museum durch den Körper, durch Bewegung und Bewusstheit, eine andere Art von Begegnung mit Kunst zu erproben.

Die Ausstellung wird von Nadia Schneider Willen (Sammlungskonservatorin, Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert. Eine erste Version der Ausstellung war 2020 bereits im Van Abbemuseum, Eindhoven, zu sehen und wurde dort von Nick Aikens (Kurator für Recherche, Van Abbemuseum) initiiert und kuratiert. Die Ausstellung ist im Kontext von Creator Doctus entstanden, einem neuen Recherche-Format der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam, dessen erste „Kandidatin“ Yael Davids ist.

Yael Davids lebt und arbeitet in Amsterdam. Einzelausstellungen, Installationen und Performances der Künstlerin waren u.a. in folgenden internationalen Institutionen zu sehen: A Daily Practice, Van Abbemuseum, Eindhoven, 2020; Dying Is a Solo, Museo Tamayo, Mexiko-Stadt, 2018; documenta 14, Athen / Kassel, 2017; La distance entre V et W, Les Laboratoires d“Aubervilliers, Paris, 2015; Gesture in Diaspora, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, 2015; Ending with Glass, Kunsthalle Basel, 2011; Learning to Imitate in Absentia I, Picture This, Bristol, 2011; Where Time Becomes Art, Palazzo Fortuny, Performance Abteilung, Biennale von Venedig, 2005.

Korakrit Arunanondchai

12. Juni – 26. September 2021, Eröffnung: Freitag, 11. Juni 2020

Im Sommer 2021 zeigt das Migros Museum für Gegenwartskunst die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers Korakrit Arunanondchai (*1986, Bangkok) in der Schweiz. Mit Videoarbeiten, raumgreifenden Installationen, Malerei und Performance schafft Arunanondchai Erzählungen, die sich im Kern sozialen Beziehungen und Gemeinschaft sowie der Konstruktion von kulturellen Narrativen und Erinnerung widmen. Zudem spielen wiederkehrende Bezüge zu Thailand, Popkultur und Globalisierung ebenfalls eine zentrale Rolle. Kaleidoskopartig fliessen in Arunanondchais Praxis Assoziationen, Ereignisse und Orte ineinander und erzeugen einen erzählerischen Strom mit dichter Atmosphäre. Im spekulativ-assoziativen Nachspüren sinnstiftender Zusammenhänge verschränkt sie dabei kulturelle Perspektiven und geht der Verstrickung von menschlichen und nicht menschlichen Lebensformen nach ebenso wie den Möglichkeiten einer Synthetisierung von Bereichen wie Spiritualität und Technologie oder der Verbindung westlicher und östlicher Philosophien.

Im Migros Museum für Gegenwartskunst werden eine neue, in Auftrag gegebene Videoinstallation sowie Skulpturen und Malerei zu sehen sein. In einer für ihn charakteristischen Weise verwebt Arunanondchai auch hier verschiedene Themen zu einem grossen vibrierenden Ganzen, das mehr als die Summe seiner Teile ist. So spiegelt der Künstler jüngste Erlebnisse im eigenen familiären Umfeld und greift aktuelle sozialpolitische Konflikte in Thailand auf. In Bezug auf Erinnerungskulturen fragen die Arbeiten zugleich nach der Bedeutung animistischer und schamanistischer Praktiken für die Gegenwart. Dabei schöpfen die Arbeiten selbst aus einem erzählerischen Potenzial mythologischer Bedeutungsproduktion, das sich Arunanondchai auch zu eigen macht, um einem linearen Verständnis von Zeitlichkeit entgegenzuarbeiten. Inmitten eines immersiven räumlichen Settings eröffnet die Ausstellung einen Sinnkosmos, der zur Reflexion über die Komplexität des Lebens mit seinen Energien, Wirrungen und Unvorhersehbarkeiten einlädt und mit zahllosen Verzweigungen die Flexibilität unseres Denkens unablässig herausfordert.

Die Ausstellung, bei der es sich um eine Kooperation mit dem Kunstverein in Hamburg handelt, wird von Heike Munder kuratiert (Direktorin, Migros Museum für Gegenwartskunst). Gemeinsam geben das Migros Museum für Gegenwartskunst, der Kunstverein in Hamburg und das Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto einen Katalog heraus, in dem sich May Adadol Ingawanij, Chrissie Illes und Diane Severin Nguyen der Arbeit Arunanondchais widmen.

Korakrit Arunanondchai lebt und arbeitet in New York und Bangkok. Zu aktuellen und kommenden Einzelausstellungen und Biennale-Teilnahmen des Künstlers zählen: Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto (2020); Gwangju Biennale (2021); Kunsthall Trondheim (2021) und Kunstverein in Hamburg (2021). Arunanondchais Arbeit wurde in zahlreichen Institutionen und Festivals gezeigt, zuletzt im Rahmen der Yokohama Triennale (2020), der Biennale von Venedig (2019) und der Whitney- Biennale (2019) sowie in der Secession, Wien (2019) und im Kasseler Kunstverein, Kassel (2018).

Evan Ifekoya

09. Oktober 2021 – 23. Januar 2022, Eröffnung: Freitag, 08. Oktober 2021

Im Winter 2021 präsentiert das Migros Museum für Gegenwartskunst die erste Einzelausstellung von Evan Ifekoya in der Schweiz. Evan Ifekoya beschäftigt sich als Künstler*in und spirituelle*r Energiearbeiter*in mit den Medien Klang, Text, Video und Performance. In ihnen fordert Ifekoya bestehende Systeme und Institutionen der Macht heraus, um die Erfahrungen und Stimmen zuvor marginalisierter Personen ins Zentrum zu rücken und ihnen Priorität einzuräumen. Dabei offenbart sich Kunst als ein Ort, der es ermöglicht, Ressourcen neu zu verteilen und zu verhandeln und die im öffentlichen Raum sowie in sozialen Gefügen eingeschriebenen Hierarchien und Strukturen infrage zu stellen. Dies geschieht in institutionellen Räumen über die Produktion immersiver Installationen sowie durch Video und Performance. Mit Klang- und Archivrecherchen reflektiert Ifekoyas Arbeit über „blackness in abundance“ (Schwarzsein in Fülle), wodurch verschiedene Positionen hervortreten können, mithilfe deren eine Gemeinschaft ohne Festschreibungen hinsichtlich Klasse, Ethnie und Gender gebildet werden kann und es möglich wird, sich von „weisser Vorherrschaft“ und Patriarchat zu befreien. In der neuen, für die Ausstellung entstehenden Arbeit erkundet Ifekoya eine Kosmologie der Heilung durch Klang und Stille. Hierfür entsteht ein bewusst angelegter Raum, der als Element der raumgreifenden Installation im Museum als Ort der Reflexion und Kontemplation dient. In Zusammenarbeit mit Soundkünstler*innen, bildenden Künstler*innen und Instrumentenmacher*innen fokussiert die Ausstellung „Self-Care“ und Heilung. Nachdem wir jüngst einen Grossteil der Zeit in Isolation, fern von Freund*innen und Familie, verbracht haben, brauchen wir vermehrt Zeit, um über die Welt, in der wir leben, nachzudenken. Die Ausstellung widmet sich zudem Ifekoyas kontinuierlicher Auseinandersetzung mit dem Akt des Zuhörens als körperlichem Erlebnis, dem heilenden Potenzial von Klang sowie der spirituellen Dimension von Sexualität.

Bei der Ausstellung, die von Dr. Michael Birchall (Kurator, Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert wird, handelt es sich um eine der bislang umfangreichsten Ausstellungen zu Ifekoyas Arbeit. Begleitend zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen.

Evan Ifekoya gründete 2018 das im Kollektiv von QTIBPOC-Personen (queer, trans*, intersex, black and people of colour) organisierte „Black Obsidian Sound System“ (B.O.S.S.). Im Jahr 2019 gewann Ifekoya den Kleinwort Hambros Emerging Artists Prize sowie 2017 den vom Yoma Sasberg Estate geförderten Arts Foundation Award for Live Art. Ifekoyas Ausstellungen und Performances wurden und werden international gezeigt: Liverpool Biennale (2021); Gus Fisher Gallery, Auckland (2020); De Appel, Amsterdam(2019); Gasworks, London (2018); Contemporary Arts Center, New Orleans als Teil von Prospect 4 (2017); Stevenson Gallery, Kapstadt (2016); Studio Voltaire, London (2015) und Castlefield Gallery, Manchester (2014).

Pressekontakt:

René Müller
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T +41 58 570 29 99
rene.mueller@mgb.ch

Migros Museum für Gegenwartskunst
Limmatstrasse 270
Postfach 1766
CH – 8031 Zürich

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