"Kauernder Tiger, verborgener Drache - Der Charme von chinesischer Kalligraphie"

Vaduz (ots) –

„Kauernder Tiger, verborgener Drache“ symbolisiert die verborgenen und einfachen Menschen mit unentdeckten Talenten. Viele gibt es auch in China. Sie lieben die Kalligraphie. Hingebungsvoll und voller Freude verbreiten sie sie über die Welt. Dies unterstreichen auch die introvertierten, ruhigen und friedvollen Charaktere Wang Zuzheng und Qi Chunlin.

China besitzt eine auf mehrere Jahrtausende zurückgehende, reiche und einzigartige Kultur. Die ältesten chinesischen Schriftzeichen finden sich auf Rinderknochen und Schildkrötenpanzern aus der Zeit von ca. 1400 v. Chr. Sie bilden damit die älteste Schrift der Welt mit ungebrochener Tradition. Seitdem findet sich die Schrift auf vielen Materialien und Kunstwerken. Häufig bilden chinesische Schriftzeichen und Malerei eine einmalige Einheit und werden zu einem einzigartigen Kunstwerk. Neben der Schrift entwickelte China über die Jahrtausende auch unterschiedlichste Arten an Kunst, Kunsthandwerk, Musik, Literatur und Vieles mehr.

Die Kalligraphie zählt zu den vier Klassischen Künsten, zusammen mit der Malerei, der Musik und dem Go (Weiqi, Brettspiel). Zum Malen und Schreiben verwendete man die vier Schätze des Gelehrtenzimmers: Schreibpinsel, Stangentusche, Reibstein und Papier.

Im Laufe der Jahrtausende kamen immer mehr Schriftzeichen dazu. Insgesamt gibt es heute wohl um die 50000 – 80000 Schriftzeichen. 3000 Schriftzeichen muss man kennen, um eine Zeitung zu lesen, 5000 Schriftzeichen, um Literatur zu lesen und 8000 Schriftzeichen, um die Schrift lehren zu können. Ein chinesisches Schriftzeichen unterliegt acht Grundlinien: 1. dem Punkt, 2. der horizontalen Linie, 3. der vertikalen Linie, 4. dem Haken, 5. der aufgerichteten Linie, 6. der nach links abfallenden Linie (mit leichter Kurve), 7. der nach links fallenden Linie, 8. der nach rechts fallenden Linie (Mast an der Unterseite).

Die Kalligraphie erachtete man in China als anspruchsvoll, herausfordernd und von solchem Wert, dass selbst Kaiser diese ausübten. Der berühmteste Kaiser in Kalligraphie und Dichtung war Song Huizong, der zwischen 1100 und 1126 regierte. Seine Schriftzeichen galten als „Schlankes Gold“ und als Höhepunkt des sogenannten „Kaiserlichen Stils“ Wang Xizhi (307-365) und sein Sohn Wang Xianzhi (344-386) begannen die Schriftzeichen kursiv zu setzen und damit eine individuelle Ausdrucksweise zu ermöglichen, deren Duktus auch Rückschlüsse über den Kalligraphen und seinem momentanen Gefühlszustand zulässt. Seine Schriftzeichen werden noch heute als Teil der Ausbildung thematisiert.

All dies zeugt von der Bedeutung der Kalligraphie in China. Man betrachtet sie als wichtiges Element in der Erziehung. Die Kalligraphie kann den Menschen moralisch und ästhetisch formen. Eine gut ausgeführte Kalligraphie kann den Charakter, die Gedanken und die momentanen Empfindungen des Kalligraphen ausdrücken. Die Ausführung von Kalligraphien ermöglicht dem Kalligraphen auch Schönheit zu verstehen und zu schaffen. Um die Kalligraphie zu erlernen, muss man ruhig und ausdauernd sein. Während des Lernens kann der Kalligraph seine Gefühle und Person formen und damit kann er aufmerksam und geduldig gegenüber der Welt sein.

Wir sind den beiden Kalligraphen Wang Zuzheng und Qi Chunlin sowie unserer Repräsentantin für den Pazifik und Asien, Cynthia (Cindy) Li, sehr dankbar, dass sie uns diese Ausstellung ermöglichten und damit uns eine meist nicht bekannte Welt zeigen, die der chinesischen Kalligraphie.

„Kauernder Tiger, verborgener Drache“ symbolisieren die verborgenen und einfachen Menschen mit unentdeckten Talenten. Es stammt von einem Gedicht von Yu Xin der Nördlichen Zhou Dynasti (439-581 n. Chr.) „Der dunkle Stein ist misstrauisch gegenüber dem versteckten Tiger, und die verdrehten Wurzeln ähneln einem kauernden Drachen“, bemerkte Yu Xin in seinem Tonghui Heyang Gong“s Neue Bergmärchen. Sie sind besessen von der chinesischen Tradition, darunter der Kalligraphie. Hingebungsvoll und voller Freude verbreiten sie die Kalligraphie über die Welt. Dies unterstreichen auch die beiden introvertierten, ruhigen und friedvollen Charaktere der hier gezeigten Künstler und vieler anderer Chinesen.

Ein weiterer Grund, dass der Titel dieser Ausstellung „Kauernder Tiger, verborgener Drache“ genannt wurde, ist, weil der Künstler Wang Zuzheng nicht nur der Kalligraph war, der den Titel für den berühmten Film „Kauernder Tiger, verborgener Drache“ schrieb, sondern auch der kalligraphische Berater der berühmten Filmstars Chow Yun-Fat, Michelle Yeoh und Zhang Ziyi war. Der Film „Kauernder Tiger, verborgener Drache“ gewann vier Oskars und wurde für sechs weitere Oskars nominiert, darunter erhielt er den 73ten Oskar für den besten fremdsprachigen Film. Dieser Film zeigt die Schönheit der chinesischen Kultur für westliche Betrachter.

Ein weiterer Grund, dass wir diese zwei Künstler in dieser Ausstellung zeigen, ist ihr besonderer Bezug zu den Liechtensteiner Briefmarken. Im Jahr 2014 verfasste Qi Chunlin die Kalligraphie „Drei Ratten bringen Glück“ für den Ersttagsbrief der 12 Chinesische Jahreszeichen-Ratte, der weltweit ersten Laser-Papierschnitt-Briefmarke, die von der Liechtensteinischen Post herausgegeben wurde und 2019 schrieb er „Der Biss der Ratte öffnet den Himmel“ was so viel bedeutet wie, dass der Biss der Ratte die Erde schuf, als der Himmel von der Erde getrennt wurde) auf die limitierte Ausgabe der Chinesischen Jahreszeichen der ungeschnittenen Ratte. Der andere Künstler, Herr Wang Zuzheng, schrieb die Kalligraphie „Königreich der Briefmarken“ zum 70sten Jahrestag der Einrichtung der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Liechtenstein. Er schrieb auch „Der tapfere Stier“ und „Der mächtige Tiger“ für die limitierten Ausgaben des Chinesischen Jahreszeichen Briefmarkenpapiers, die von der Liechtensteinischen Post herausgegeben wurden. Beide Lehrer leisten still Ihren Beitrag zum kulturellen Austausch zwischen China und Liechtenstein und wir möchten unseren herzlichen Dank im Namen der Liechtensteinischen Post und dem Liechtensteinischen LandesMuseum ausdrücken.

Diese Ausstellung findet im Rahmen des Chinesischen Neuen Mondjahres statt, um allen europäischen Freunden mehr über die chinesische Kultur zu zeigen. Herr Qi verfasste dazu im Alter von 86 Jahren das wohltuende Zeichen für Glück (Fu). Wir wünschen Ihnen das Allerbeste und ein gutes Neues Chinesisches Jahr.

Wang Zuzheng

Geboren 1957 in Beijing. Graduierte in der Hauptstadt-Lehrertraining-Universität mit dem Schwerpunkt Kalligraphie-Kunst. Wang ist ausgezeichneter Professor an der Pekinger Kalligraphen-Schule. Er ist ein angesehener Professor der Pekinger Kalligraphen-Schule, ist ein Mitglied der Chinesischen Kalligraphen Vereinigung und ist Vizevorsitzender der Pekinger Distrikt Kalligraphen Vereinigung. Er ist auch ein Mitglied der Pekinger Künstlervereinigung und ein Maler im Pekinger Phoenix Berg Kunstmuseum. Er hat sich seit mehr als 30 Jahren der Schaffung und Erziehung der Kalligraphie verschrieben. Er gewann viele Kalligraphie-Erziehungspreise. Er ist sehr anerkannt und regional angesehen. Grossem Ruhm erntete er als Kalligraph, der den Titel für den berühmten Film „Kauernder Tiger, verborgener Drache“ schrieb und auch der kalligraphische Berater der berühmten Filmstars Chow Yun-Fat, Michelle Yeoh und Zhang Ziyi war.

Qi Chunlin

Geboren 1936 in der Liaoning Provinz. Im Alter von drei Jahren liess sich die Familie von Herrn Qi in Beijing nieder. Er hat die chinesische traditionelle Kultur sehr gern, insbesondere traditionelle Tätigkeiten wie Kalligraphie, Go (Weiqi, Brettspiel), Tischtennis und Tai Chi. Er ist sehr bekannt und regional anerkannt. Herr Qi hat sich verpflichtet, seit mehr als 30 Jahren die chinesische Kultur zu fördern. Während seiner Aufenthalte in den Vereinigten Staaten und der Schweiz interessierten sich die Kinder in der Nachbarschaft für die Kalligraphie. Er lehrte sie immer enthusiastisch und verfasste Kalligraphien, um ihr Interesse an chinesischer Kultur zu wecken. Herr Qi erinnert dabei an einen Spruch von Konfuzius: „Diejenigen, die etwas kennen, sind nicht so gut wie diejenigen, die es genießen.“ Er wünscht jedem aus tiefstem Herzen geliebte Gewohnheiten und daran Freude zu haben.

Die Ausstellung dauert von Freitag, 17. Februar 2023 bis Sonntag, 26. März 2023.

Pressekontakt:

Liechtensteinisches LandesMuseum
Prof. Dr. Rainer Vollkommer
Direktor
Städtle 43, Postfach 1216
9490 Vaduz
Fürstentum Liechtenstein
T +423 239 68 20
info@landesmuseum.li

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