Michael Jordan: Die Geschichte von "Air Jordan" und der grössten Basketball-Legende
von belmedia Redaktion Allgemein events24.ch Magazine nachrichtenticker.ch News Sport sportaktuell.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Michael Jordan veränderte Basketball wie kaum ein anderer Spieler. Mit spektakulären Sprüngen, aussergewöhnlichem Ehrgeiz und einer beinahe unheimlichen Fähigkeit, in entscheidenden Momenten sein bestes Spiel abzurufen, führte er die Chicago Bulls zu sechs NBA-Meisterschaften. Gleichzeitig wurde aus dem Basketballstar eine weltweite Marke. Die Nummer 23, „Air Jordan“ und Bilder seiner scheinbar schwerelosen Dunkings gehören längst zur Sportgeschichte.
Michael Jeffrey Jordan wurde am 17. Februar 1963 in Brooklyn, New York, geboren und wuchs in North Carolina auf. Sein Weg an die Spitze verlief jedoch keineswegs ohne Rückschläge. Gerade diese Erfahrungen wurden später Teil der Geschichte eines Sportlers, dessen Wettbewerbsgeist bis heute legendär ist.
Sechs NBA-Meisterschaften, fünf MVP-Auszeichnungen, sechs Finals-MVP-Titel, zehn Scoring-Titel und zwei olympische Goldmedaillen gehören zu seiner aussergewöhnlichen Bilanz. Doch Zahlen allein erklären kaum, weshalb Michael Jordan zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Sportgeschichte wurde.
Der Weg zum Basketballstar
Jordan wuchs in Wilmington im US-Bundesstaat North Carolina auf.
Eine der bekanntesten Geschichten aus seiner Jugend betrifft seine Schulzeit. Als junger Spieler schaffte er zunächst nicht den Sprung in die erste Mannschaft seiner Highschool.
Für Jordan wurde diese Erfahrung später sinnbildlich für seinen Umgang mit Rückschlägen.
Er arbeitete weiter an seinem Spiel und entwickelte sich zu einem der interessantesten Nachwuchsspieler des Landes.
Schliesslich wechselte er an die University of North Carolina.
Der Wurf, der Michael Jordan bekannt machte
Bereits als College-Spieler zeigte Jordan seine besondere Stärke in entscheidenden Situationen.
1982 stand North Carolina im Finale der NCAA-Meisterschaft Georgetown gegenüber.
Kurz vor Schluss traf Jordan einen entscheidenden Sprungwurf und half seinem Team damit zum nationalen Meistertitel.
Es war einer der ersten grossen Momente einer Karriere, die später von zahlreichen entscheidenden Würfen geprägt sein sollte.
1984 beginnt die NBA-Karriere
Beim NBA-Draft 1984 wurde Michael Jordan an dritter Stelle von den Chicago Bulls ausgewählt.
Schon in seiner ersten Saison zeigte sich, dass Chicago einen aussergewöhnlichen Spieler verpflichtet hatte.
Jordan kombinierte Schnelligkeit, Sprungkraft, Ballkontrolle und Athletik auf spektakuläre Weise.
Er wurde zum NBA Rookie of the Year gewählt und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Gesicht der Bulls.
63 Punkte gegen die Boston Celtics
In seiner zweiten NBA-Saison musste Jordan wegen eines gebrochenen Fusses lange pausieren.
Rechtzeitig zu den Playoffs kehrte er zurück.
Am 20. April 1986 lieferte er gegen die Boston Celtics eines der berühmtesten Spiele seiner frühen Karriere.
Jordan erzielte 63 Punkte.
Chicago verlor die Partie zwar nach doppelter Verlängerung, doch Jordans Leistung gegen eines der besten Teams der Liga sorgte international für Aufsehen.
„Air Jordan“ entsteht
Seine enorme Sprungkraft machte Jordan schon früh zu einer Attraktion.
Bei Dunkings schien er teilweise ungewöhnlich lange in der Luft zu bleiben.
Daraus entstand sein berühmter Beiname:
„Air Jordan“.
Gleichzeitig entwickelte sich die Zusammenarbeit mit Nike zu einem der bedeutendsten Sportmarketing-Projekte überhaupt.
Die Air-Jordan-Schuhe wurden weit über Basketball hinaus bekannt.
Aus einem Basketballschuh entstand eine eigenständige Marke, die Jahrzehnte später noch immer weltweit präsent ist.
Der Weg zur ersten Meisterschaft war lang
Trotz Jordans individueller Leistungen gewannen die Chicago Bulls zunächst keine Meisterschaft.
Besonders die Detroit Pistons wurden zum grossen Hindernis.
Ihre körperbetonte Verteidigung sollte Jordan gezielt stoppen. Die Strategie wurde unter dem Begriff „Jordan Rules“ bekannt.
Mehrfach scheiterten die Bulls in den Playoffs an Detroit.
Doch Chicago entwickelte sich weiter.
Neben Jordan wurde insbesondere Scottie Pippen zu einer entscheidenden Figur.
1991 war die Mannschaft schliesslich bereit.
1991: Michael Jordan wird erstmals NBA-Champion
In den NBA Finals trafen die Bulls auf die Los Angeles Lakers um Magic Johnson.
Chicago gewann die Serie mit 4:1.
Michael Jordan war erstmals NBA-Champion.
Gleichzeitig erhielt er seine erste Auszeichnung als Finals MVP.
Es sollte der Beginn einer der erfolgreichsten Phasen der NBA-Geschichte werden.
Drei Meisterschaften hintereinander
Die Bulls verteidigten ihren Titel.
1992 besiegten sie in den Finals die Portland Trail Blazers.
1993 folgte der dritte Titel gegen die Phoenix Suns.
Damit hatte Chicago drei NBA-Meisterschaften hintereinander gewonnen:
- 1991
- 1992
- 1993
Michael Jordan wurde bei allen drei Meisterschaften zum Finals MVP gewählt.
Er stand nun endgültig an der Spitze des Basketballsports.
Das legendäre Dream Team von 1992
Zwischen den Meisterschaften schrieb Jordan auch mit der amerikanischen Nationalmannschaft Sportgeschichte.
Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona trat erstmals ein US-Team mit den grössten NBA-Stars an.
Zur Mannschaft gehörten neben Jordan unter anderem:
- Magic Johnson
- Larry Bird
- Charles Barkley
- Scottie Pippen
- Karl Malone
- John Stockton
- Patrick Ewing
- David Robinson
Die Mannschaft wurde als „Dream Team“ weltberühmt.
Die USA dominierten das olympische Basketballturnier und gewannen Gold.
Für Jordan war es bereits die zweite olympische Goldmedaille nach seinem Erfolg von 1984.
Der Tod seines Vaters verändert alles
1993 traf Michael Jordan ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag.
Sein Vater James Jordan wurde getötet.
Michael hatte eine sehr enge Beziehung zu seinem Vater.
Nur wenige Monate später überraschte Jordan die Sportwelt mit einer Entscheidung, die kaum jemand erwartet hatte.
Er erklärte im Alter von 30 Jahren seinen Rücktritt vom Basketball.
Vom Basketball zum Baseball
Jordan wollte einen Traum verfolgen, den er mit seinem Vater geteilt hatte: Baseball.
1994 spielte er im Minor-League-System der Chicago White Sox für die Birmingham Barons.
Der beste Basketballspieler der Welt begann damit praktisch noch einmal von vorne.
Seine Baseballkarriere erreichte allerdings nicht die Dimension seiner Basketballlaufbahn.
Und schon bald wuchs die Hoffnung auf ein NBA-Comeback.
„I’m back“
Am 18. März 1995 verschickte Jordan eine kurze Mitteilung.
Sie bestand im Wesentlichen aus zwei Worten:
„I’m back.“
Michael Jordan war zurück.
Zunächst spielte er mit der Nummer 45, bevor er wieder zu seiner berühmten Nummer 23 wechselte.
In den Playoffs 1995 scheiterten die Bulls noch an Orlando.
Doch in der folgenden Saison begann die zweite grosse Jordan-Ära.
72 Siege und die vierte Meisterschaft
Die Chicago Bulls spielten 1995/96 eine historische Saison.
Mit Jordan, Scottie Pippen und Dennis Rodman gewann Chicago 72 von 82 Spielen der regulären Saison.
Damals war dies ein NBA-Rekord.
Jordan wurde MVP der regulären Saison.
In den Finals besiegten die Bulls die Seattle SuperSonics.
Damit gewann Michael Jordan seine vierte Meisterschaft.
Der Titel hatte für ihn eine besondere emotionale Bedeutung: Die Entscheidung fiel am Vatertag.
Der zweite „Three-Peat“
Auch diesmal blieb es nicht bei einer Meisterschaft.
1997 besiegten die Bulls in den NBA Finals die Utah Jazz.
1998 standen sich beide Mannschaften erneut gegenüber.
Chicago gewann wiederum.
Damit gelangen Jordan und den Bulls innerhalb von acht Jahren zwei Serien mit jeweils drei aufeinanderfolgenden Meisterschaften:
- 1991, 1992 und 1993
- 1996, 1997 und 1998
Sechsmal stand Jordan mit Chicago in den NBA Finals.
Sechsmal gewann Chicago die Meisterschaft.
Und sechsmal wurde Michael Jordan zum Finals MVP gewählt.
Das „Flu Game“
Zu den berühmtesten Spielen seiner Karriere gehört Spiel 5 der NBA Finals 1997 gegen Utah.
Jordan war körperlich stark angeschlagen.
Trotzdem spielte er.
Er erzielte 38 Punkte und führte Chicago zu einem wichtigen Sieg.
Das Spiel wurde als „Flu Game“ bekannt und zu einem Symbol für Jordans Willen, selbst unter schwierigsten Umständen weiterzuspielen.
„The Last Shot“
Am 14. Juni 1998 kam es zu einem der berühmtesten Momente der Basketballgeschichte.
Spiel 6 der NBA Finals gegen Utah.
Chicago lag kurz vor Schluss mit einem Punkt zurück.
Jordan eroberte zunächst defensiv den Ball.
Danach bekam er ihn im Angriff erneut.
Noch 5,2 Sekunden waren zu spielen, als Jordan zum Sprungwurf ansetzte.
Der Ball fiel durch den Korb.
Chicago führte 87:86.
Utah konnte nicht mehr antworten.
Die Bulls waren zum sechsten Mal NBA-Champion.
Der Wurf wurde als „The Last Shot“ zu einem der bekanntesten Bilder seiner Karriere.
Es war gleichzeitig Jordans letzter Wurf für die Chicago Bulls.
Die wichtigsten Zahlen seiner Karriere
Michael Jordans Bilanz gehört zu den eindrucksvollsten in der Geschichte des Basketballsports.
- 6 NBA-Meisterschaften
- 6 NBA Finals MVP-Auszeichnungen
- 5 NBA MVP-Auszeichnungen
- 14 NBA All-Star-Nominierungen
- 10 Scoring-Titel
- 10 Berufungen ins All-NBA First Team
- 9 Berufungen ins NBA All-Defensive First Team
- 1 NBA Defensive Player of the Year
- 2 olympische Goldmedaillen
- 32’292 Punkte in der regulären NBA-Saison
- 30,1 Punkte pro Spiel im Karrieredurchschnitt
Besonders bemerkenswert ist Jordans Karriere-Punkteschnitt.
Mit durchschnittlich 30,1 Punkten pro Spiel beendete er seine NBA-Laufbahn mit einem der aussergewöhnlichsten Offensivwerte der Ligageschichte.
Jordan war nicht nur ein herausragender Scorer
Bei Michael Jordan wird häufig zuerst über seine Punkte und spektakulären Würfe gesprochen.
Dabei gehörte seine Defensive ebenfalls zu seinen grossen Stärken.
1988 wurde er zum NBA Defensive Player of the Year gewählt.
Neunmal schaffte er es ins NBA All-Defensive First Team.
Jordan wollte seinen Gegenspieler nicht nur offensiv übertreffen. Er wollte ihn auch auf der anderen Seite des Spielfeldes kontrollieren.
Dieser kompromisslose Wettbewerbsgeist wurde zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Persönlichkeit als Spieler.
Der zweite Rücktritt
Nach dem sechsten Titel 1998 endete die grosse Mannschaft der Chicago Bulls.
Trainer Phil Jackson verliess das Team, weitere Schlüsselspieler gingen ebenfalls.
Jordan erklärte Anfang 1999 erneut seinen Rücktritt.
Diesmal schien seine Karriere endgültig beendet.
Doch Michael Jordan kam noch einmal zurück.
Comeback bei den Washington Wizards
2001 kehrte Jordan im Alter von 38 Jahren in die NBA zurück.
Diesmal spielte er nicht für Chicago, sondern für die Washington Wizards.
Der Jordan dieser Jahre war nicht mehr derselbe explosive Athlet wie während seiner besten Zeit bei den Bulls.
Trotzdem gelangen ihm weiterhin aussergewöhnliche Leistungen.
In seiner letzten NBA-Saison wurde er 40 Jahre alt.
2003 beendete Michael Jordan seine aktive Karriere endgültig.
Die Nummer 23 wird zum Symbol
Kaum eine Rückennummer ist so eng mit einem Sportler verbunden wie die 23 mit Michael Jordan.
Die Chicago Bulls zogen seine Nummer zurück.
Doch der Einfluss ging weit über Chicago hinaus.
Zahlreiche spätere Basketballspieler wählten die Nummer 23 aufgrund Jordans Einfluss.
Auch LeBron James gehörte zu den Stars, die mit dieser Nummer aufliefen.
Michael Jordan und Kobe Bryant
Kaum ein späterer Superstar wurde so häufig mit Jordan verglichen wie Kobe Bryant.
Bryant studierte Jordans Bewegungen, seine Beinarbeit, Würfe und seine Einstellung zum Wettkampf.
Die Ähnlichkeiten waren teilweise deutlich sichtbar.
Jordan wiederum entwickelte im Laufe der Jahre eine enge Beziehung zu Bryant.
Nach dessen Tod 2020 sprach Jordan sehr emotional über ihn.
Die Verbindung zwischen beiden zeigt, wie stark eine Generation die nächste beeinflussen kann.
Air Jordan wird zur weltweiten Marke
Michael Jordans Bedeutung reicht weit über seine sportlichen Leistungen hinaus.
Die Zusammenarbeit mit Nike veränderte die Vermarktung von Sportlern.
Aus dem ersten Air-Jordan-Basketballschuh entwickelte sich eine Produktlinie und später eine eigenständige Marke.
Sneaker wurden damit zunehmend nicht mehr nur als Sportausrüstung wahrgenommen.
Sie wurden Teil von Mode, Musik und Jugendkultur.
Das berühmte „Jumpman“-Logo wurde weltweit bekannt.
Space Jam macht Jordan zum Filmstar
1996 erschien der Film „Space Jam“.
Jordan spielte darin an der Seite der Zeichentrickfiguren aus der Welt der Looney Tunes.
Der Film verband Basketball, Unterhaltung und Popkultur und erreichte weltweit ein riesiges Publikum.
Für viele Kinder ausserhalb der USA war „Space Jam“ sogar einer der ersten Berührungspunkte mit Michael Jordan und der NBA.
Aufnahme in die Basketball Hall of Fame
2009 wurde Michael Jordan in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.
Damit erhielt er eine der höchsten Ehrungen des Basketballsports.
Seine sechs Meisterschaften, fünf MVP-Auszeichnungen und zahlreichen Rekorde wären dafür bereits mehr als ausreichend gewesen.
Sein Einfluss ging jedoch wesentlich weiter.
Jordan half dabei, die NBA zu einem globalen Sportprodukt zu machen.
Warum Michael Jordan bis heute eine Ausnahmeerscheinung ist
Die Frage nach dem besten Basketballspieler aller Zeiten wird wahrscheinlich niemals endgültig beantwortet.
Generationen lassen sich nur schwer miteinander vergleichen.
Spielregeln verändern sich, Trainingsmethoden entwickeln sich weiter und auch die Anforderungen an Spieler unterscheiden sich.
Trotzdem fällt bei dieser Diskussion fast immer ein Name:
Michael Jordan.
Es sind nicht nur seine sechs Meisterschaften.
Es ist die Kombination aus sportlicher Leistung, spektakulärem Spiel, defensiver Stärke, Wettbewerbsgeist und seiner Fähigkeit, in entscheidenden Situationen immer wieder aussergewöhnliche Leistungen zu zeigen.
Hinzu kommt sein Einfluss ausserhalb des Spielfeldes.
Aus einem Basketballspieler wurde eine globale Sportikone.
Michael Jordan gewann sechs NBA-Meisterschaften und wurde bei jedem dieser Titel zum Finals MVP gewählt. Er war fünfmal MVP der regulären Saison, zehnmal bester Scorer der NBA und zweimal Olympiasieger. Noch Jahrzehnte nach seiner erfolgreichsten Zeit stehen „Air Jordan“, die Nummer 23 und sein berühmter Sprung für eine Ära, in der Basketball endgültig zu einem weltweiten Phänomen wurde.
Quellen und weiterführende Informationen
NBA; Naismith Memorial Basketball Hall of Fame; Chicago Bulls; USA Basketball; International Olympic Committee (IOC).
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