Die perfekte Event-Beschallung, Teil 4: Die Mikrofonierung von Schlagzeug und Streichern

03.02.2014 |  Von  |  Allgemein, Indoor, Outdoor
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Die perfekte Event-Beschallung, Teil 4: Die Mikrofonierung von Schlagzeug und Streichern
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Im vorletzten Teil unserer Serie über die perfekte Event-Beschallung geht es um zwei Arten von Instrumenten, die zwar sehr gegensätzlich sind, aber spätestens seit Vanessa Mae durchaus  salonfähig zusammen auftreten können: Die Rede ist von Schlagzeug und Streichern.

Gerade das Schlagzeug ist ein klangtechnisch hochkomplexes Instrument, das bei der Abnahme entsprechendes Fachwissen benötigt. Lesen Sie hier, worauf es ankommt.



Die Mikrofonierung von Schlagzeug

Das Schlagzeug mit seinen vielfältigen Drums und Kesseln besteht eigentlich aus mehreren Instrumenten. Um unerwünscht Nebengeräusche von benachbarten Klangkörpern zu vermeiden, sollten deshalb Mikrofone mit Supernierencharakteristik zum Einsatz kommen. Dabei braucht jeder Bestandteil eines Schlagzeugs seine eigene Tonabnahme.

Dieser Artikel ist Teil der Serie “Die perfekte Event-Beschallung”:

Teil 1: Die Auswahl der Mikrofone

Teil 2: Mikrofonierung von Rednern

Teil 3: Mikrofonierung von Gesang, Gitarren und Klavier

Teil 4: Mikrofonierung von Schlagzeug und Streichern

Teil 5: Die Auswahl der Lautsprecher

Die Bassdrum bildet mit ihren tiefen Frequenzen die Basis. Klassischerweise wird hier das Mikrofon im Kessel am Schlagfell positioniert, und zwar durch ein Loch im Resonanzfell. Ein kleines Stativ hält es in Position. Welcher Klangeffekt herauskommt, entscheidet sich an der Lage des Mikrofons zum Schlagfell: je näher, desto mehr „Kick-Sound“, je weiter entfernt, desto mehr Anteil vom Kessel – also mehr „Wumms“ – wird mit aufgenommen. Wandert das Mikrofon von der Mitte des Schlagfells näher an den Rand, wird der Klang dünner, aber auch differenzierter. Der grosse Vorteil bei dieser Mikrofonierung ist, dass das Mikrofon samt Stativ dem Schlagzeuger nicht im Weg steht.

Als Bassdrum-Mikrofone kommen spezielle darauf abgestimmte wie das Shure Beta 52A in Frage. Diese Geräte eignen sich besonders zur Übertragung von Bassfrequenzen, da Höhen über ca. 5 kHz werden stark beschnitten werden. Eine Alternative bietet ein Grenzflächenmikrofon (z.B. Shure Beta 91A). Der physikalische Vorteil einer Grenzfläche wirkt sich zwar bei einer Bass-Drum nicht aus, aber die Platzierung ist denkbar einfach. Das Mikrofon wird einfach auf den Teppich (der sowieso in keiner Bassdrum zur Dämpfung fehlen sollte) gelegt womit einem der aufwändige Aufbau mit einem Stativ erspart bleibt.



Eine Snare wird meist mit einem dynamischen Mikrofon von oben abgenommen. Die Position sollte am Rand, etwa 2 – 5 cm oberhalb des Fells sein. Bei der Platzierung sollte man auch darauf achten, dass bei einem Supernieren-Mikrofon die Hi-Hat nicht von hinten in das Snare-Mikrofon tönt. Um mehr Teppichanteil zu bekommen, kann ein zweites Mikrofon von unten aufgestellt werden, welches man leicht dazumischen kann.





Eine Snaredrum. (Bild: Stephan Czuratis / WIkimedia / CC)

Eine Snaredrum. (Bild: Stephan Czuratis / WIkimedia / CC)

Bei den Toms kann man sowohl dynamische als auch Kondensator- Mikrofone einsetzen. Der Vorteil der kleinen Kondensator-Mikrofone ist, dass sie als Schwanenhals-Variante direkt an den Tom-Rim angebracht werden können und das aufwändige Aufstellen eines Stativs entfällt. Klanglicher Vorteil der Kondensator-Kapseln hingegen ist der knackigere Klang. Ohne gut gestimmte Toms ist der Einsatz eines Equalizers jedoch meist unerlässlich.



Mikrofone zur Abnahme von Overheads werden üblicherweise immer im Paar aufgestellt. Dabei geht es nicht nur um das Abgreifen eines Stereo-Klangs, sondern auch darum, die Vielzahl der Becken mit ausgeglichener Lautstärke zu erfassen. Aufgrund der sehr hohen Frequenzen von Becken sollten Kondensator-Mikrofone zum Einsatz kommen. Positionieren Sie diese über den Becken, nach unten gerichtet. Je näher, desto besser: dann wird der Rest des Schlagzeug-Sets ausgeblendet.

Die Mikrofonierung von Streichern

Bei der Abnahme von Streichinstrumenten ist zwischen der Verwendung in einem klassischen und der in einem Pop-/Rock-Kontext zu unterscheiden. Während man für klassische Musik auf eine möglichst neutrale Darstellung des Instruments abzielt, soll sie bei Pop- oder Rockmusik möglichst druckvoll erscheinen.

Klassik

Für Geigen sollte generell ein Kondensatormikrofon verwendet werden. Ein Kleinmembran-Mikrofon (KM) liefert einen neutraleren, ein Grossmembran-Mikrofon (GM) einen etwas volleren Klang. Die klassische Positionierung in einem Abstand von 1 – 1,5 m von schräg oben (quasi senkrecht zur Oberflache der Geige). An dieser Position wird ein sehr ausgewogenes Klangbild erzielt, durch den grossen Abstand jedoch auch viele Raumeigenschaften mit in den Klang aufgenommen. Platziert man das Mikrofon näher an der Geige, kann man die Raumakustik quasi ausblenden und Rückkopplungen im Live-Betrieb reduzieren. Der Klang der Geige wird dadurch allerdings auch unausgewogener, und die Bewegungen des Spielers wirken sich stärker auf den Klang aus.

Eine Geige kann je nach Verwendungszweck unterschiedlich nah abgenommen werden. (Bild: Marko Greitschus / pixelio.de)

Eine Geige kann je nach Verwendungszweck unterschiedlich nah abgenommen werden. (Bild: Marko Greitschus / pixelio.de)

Auch für ein Cello sollte aufgrund der Obertöne zu einem Kondensatormikrofon gegriffen werden. Auch hier gilt: KM-Mikrofone klingen neutraler und GM-Mikrofone fülliger. Um ein ausgewogenes Ergebnis zu bekommen, platzieren Sie das Mikrofon etwa einen Meter vor dem Cello. Um die mittleren Frequenzen besser abzugreifen, können Sie zusätzlich noch ein zweites Mikrofon schräg hinter das Cello aufstellen. Ein wärmeres Klangbild und betontere Bässe kann man auch durch zusätzliche Grenzflächen-Mikrofone (z.B. Shure Beta 91) auf dem Boden vor dem Cello erreichen. Diese liefern einen basslastigen Anteil und können dem ersten Mikrofon zugemischt werden.

Zur Abnahme eines Kontrabasses können auch dynamische Mikrofone ein sehr schönes Ergebnis liefern. Transparenter und originalgetreuer wird es bei der Verwendung eines (KM-) Kondensatormikrofons. Die geeignete Platzierung ist hier etwa 50 cm vor dem Kontrabass. Ein Geheimtipp für die Mikrofonierung ist das dynamische Studiomikrofon Shure SM7B.

Pop/Rock

Ist das Streichinstrument Teil eines Pop-/Rockensensembles, darf auch gerne mal experimentiert werden. So könnte man das Mikrofon zum Beispiel nur 30 cm von der Geige entfernt aufstellen. Der Nachteil daran ist, dass die Bewegungen des Musikers hörbar werden. Eine sehr gute Abhilfe bieten Ansteckmikrofone, die man an den Steg klemmen kann. Hierzu werden einfach Lavalier-Mikrofone – z.B. das Shure WL50 – zweckentfremdet. Der Vorteil dieser Mikrofonierung ist die Beweglichkeit des Musikers (auch für drahtlose Anwendung geeignet) und die reduzierte Rückkoppelanfälligkeit aufgrund des geringen Abstands zur Klangquelle.



 

Titelbild: Paul-Georg Meister / pixelio.de



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