Über die Wege von Van-Gogh-Gemälden – ein Buch von Stefan Koldehoff öffnet neue Blicke

13.04.2015 |  Von  |  News
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Über die Wege von Van-Gogh-Gemälden – ein Buch von Stefan Koldehoff öffnet neue Blicke
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Am 29. Juli 2015 ist der 125. Todestag des weltberühmten Malers Vincent van Gogh. Zu diesem Gedenktag passend, erschien das Buch „Ich und Van Gogh“ vom Autor Stefan Koldehoff. Darin zeichnet der Autor die erstaunlichen Wege verschiedener Van-Gogh-Gemälde nach – in Form von 43 kleinen, spannenden Krimis.

Viele Prominente, darunter Robert Oppenheimer, Liz Taylor und Erich Maria Remarque, wollten – und hatten – einen echten Van Gogh. Doch meist kamen die Gemälde auf Umwegen zu ihren berühmten Besitzern. Und manche Gemälde des niederländischen Malers, der als Begründer der Moderne gilt, sind nach wie vor verschollen.

Die Auktion

Elizabeth Taylor, oft auch Liz genannt, gilt bis heute als eine der schönsten Frauen der Welt. Ihr Aussehen, ihre Ausstrahlung und ihre Präsenz auf der Leinwand machten die Schauspielerin weltberühmt. Durch ihren grossen Erfolg in Filmen wie dem Monumentalstreifen „Cleopatra“ wurde sie schon in jungen Jahren reich und konnte sich daher auch einige Marotten und Allüren leisten. Doch während ihr hoher Verschleiss an Ehemännern weithin bekannt ist, wissen nur wenige, dass Liz Taylor auch einen echten Van Gogh besass – das Bild „Vue de l’Asile et de la Chapelle de Saint-Rémy“.

Im Jahr 2011 starb die Hollywood-Diva, und im Folgejahr kamen viele ihrer wertvollsten Besitztümer unter den Hammer. Darunter war auch der Van Gogh: Bei einer Kunstauktion des berühmten Londoner Auktionshauses Christie’s International wurde das Bild für 16 Millionen Dollar verkauft. Der abenteuerlichen Vorgeschichte dieses Meisterwerks ist einer der 43 Minikrimis von Stefan Koldehoff gewidmet.

Im Buch „Ich und Van Gogh“ wird erzählt, wie Liz Taylors Vater das Bild für seine Tochter ersteigerte, während sie in Paris in ihrem Hotelzimmer wartete und fürchtete, wegen ihrer Prominenz zu viel für die grosse Kunst bezahlen zu müssen. Als sie ihren Van Gogh aber hatte, wollte sie ihn am liebsten immerzu bei sich haben. Sie richtete dem Bild auf ihrer Jacht einen eigenen Platz ein und nahm ihn sogar ins Krankenhaus mit, wenn sie sich dort behandeln lassen musste.

Um ihre Hunde zum Dreh mitnehmen zu können, bevorzugte Liz Tylor Schiffsreisen, für die es weniger strenge Quarantäneregelungen gab als bei Flügen. Natürlich musste der Van Gogh auch mit: Sie liess ihn extra im Salon des Dampfers an die Wand dübeln, damit ihm auch bei stürmischer See nichts geschehen konnte. Aus heutiger Sicht wären diese Vorkehrungen bei einem derart wertvollen Kunstwerk völlig unzureichend.


„Ich und Van Gogh“ – Bildcover. (Bild: © Galiani Verlag Berlin)

„Ich und Van Gogh“ – Bildcover. (Bild: © Galiani Verlag Berlin)


Der Präsident und das Bild

Eine weitere Geschichte befasst sich mit dem Van Gogh von John F. Kennedy, der eigentlich gar nicht sein eigener war. Der 35. Präsident der USA ist bis heute auch einer der berühmtesten. Schon zu Lebzeiten polarisierte er: Er wurde von vielen geliebt und bewundert, doch ein fanatischer Attentäter beendete sein Leben. Die Schüsse auf John F. Kennedy im Jahr 1963 gingen in die Geschichte ein, und über die Hintergründe dieses Mordes wird immer noch gerätselt.

Die letzte Nacht vor seinem Tod verbrachte der Präsident in einem Hotel in Dallas. Um dem berühmten Gast eine Freude zu machen und ihm Ehre zu erweisen, liessen sich die Bürger der Stadt etwas Besonderes für John F. Kennedy einfallen: Sie mieteten einen echten Van Gogh – das Gemälde „Mann mit Spaten in einem Vorort von Paris“ – und liessen es im Hotelzimmer des Präsidenten anbringen. Die von Van Gogh gemalte Landschaft mit dem breiten Feldweg, auf dem der Mann mit dem geschulterten Spaten unterwegs ist, war das letzte Kunstwerk, an dem sich John F. Kennedy erfreuen durfte.

Kunstwerke als bedeutsame Zeitzeugen

Wie der Autor schon im Vorwort zum Buch schreibt, sind gute Kunstwerke immer auch als Zeitzeugen zu verstehen. Denn die Geschichte ihrer Entstehung ist immer eng verbunden mit der Geistes- und Weltgeschichte, den technischen Errungenschaften und sozialen Verhältnissen ihrer Zeit und ihrer Entstehungsorte. Doch die Zeit eines Kunstwerks ist nicht nur auf seine Entstehungszeit oder die Lebenszeit des Künstlers begrenz, sondern geht darüber hinaus – unter anderem in Form der Geschichten, die das Kunstwerk im Lauf der Jahre oder Jahrhunderte erlebt, etwa durch Reisen, Besitzerwechsel, Beschädigungen, Veränderungen und Reparaturen.

Manche Kunstwerke werden erst lange nach ihrer Entstehung populär. So erging es auch Van Gogh mit seinen Gemälden. Zu Lebzeiten verdiente er damit kaum Ruhm und noch weniger Geld. Doch um das Jahr 1900 wurde er fast über Nacht zur Berühmtheit und gilt seither als „Musterkünstler“ der modernen Malerei. Seine Erben reagierten mit grosser Klugheit und sorgten dafür, dass der Nachschub an echten Gemälden knapp blieb. Das trieb die Preise in die Höhe und weckte die Begehrlichkeiten der Schönen, reichen und berühmten. Es wurde geradezu schick, eins der Gemälde des Mannes mit der tragischen Lebensgeschichte sein Eigen zu nennen – sowohl private Sammler und Kunstfreunde als auch internationale Galerien machten sich auf die Suche nach Van-Gogh-Werken.



Wenn Bilder erzählen könnten…

Vincent van Gogh war von seiner Kunst besessen. Er schuf zahlreiche Gemälde und Zeichnungen, und oft fertigte er von einem Motiv gleich mehrere Bilder und Varianten an. Ihm lag viel mehr daran, neue Bilder zu schaffen, als die fertigen zu besitzen. Zudem mass er seinen Werken keinen spezifischen Wert zu und ging daher sehr freimütig damit um. Als er zum Beispiel wieder einmal knapp bei Kasse war und seinen Arzt Dr. Gachet nicht bezahlen konnte, beglich er die Rechnung mit einem Bild.

Die Frau des Arztes mochte nicht, wie der Maler ihren Mann, den er sehr schätzte und mit dem ihn eine Art Seelenverwandtschaft verband, portraitiert hatte: Sie verbannte das Bild in den Schuppen, aus dem es erst Jahre später befreit wurde. Bis heute wechselte das Portrait dreizehnmal den Besitzer und gehört zu den am teuersten verkauften Bildern der Welt. Der japanische Sammler und Unternehmer Saito Ryoei kaufte es im Jahr 1990 für satte 82,5 Millionen Dollar und wollte es sogar nach seinem Tod mit ins Grab nehmen. Die Frage, ob er das wirklich getan hat, wird im Buch „Ich und Van Gogh“ ebenfalls beantwortet.

Viele Kunstexperten gehen davon aus, dass es weltweit noch jede Menge verschollener, unbekannter bzw. unentdeckter Werke gibt. Rein theoretisch wären hier also noch jede Menge glücklicher Scheunenfunde möglich – und jeder käme einem Millionengewinn in der Lotterie gleich.

Fazit: Van Gogh ist ein Künstler, der auch heute noch begeistert. Im seinem Buch „Ich und Van Gogh“ beleuchtet Autor Stefan Koldehoff die Wege von 43 ausgewählten Werken und erzählt deren Geschichten – als kleine Krimis, Schurkenstück und Love Stories.

 

Oberstes Bild: Ein Buch von Stefan Koldehoff öffnet neue Blicke auf alte Kunst. (© Joel Shawn / Shutterstock.com)



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Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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