Die perfekte Event-Beschallung, Teil 3: Die Mikrofonierung von Gesang, Gitarren und Klavier

27.01.2014 |  Von  |  Allgemein, Geschäftlich, Indoor, Outdoor
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Die perfekte Event-Beschallung, Teil 3: Die Mikrofonierung von Gesang, Gitarren und Klavier
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Sie haben einen Chor oder eine Musikband zu Ihrem Event eingeladen? Um sie perfekt in Szene zu setzen, braucht es auch hier die passenden Mikrofone – und deren optimale Positionierung.

In Teil 3 unserer Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie bei der Mikrofonierung von Gesang und Instrumenten beachten müssen.






Die Mikrofonierung von Chören

Chöre werden bei Live-Events eigentlich immer im Mono wiedergegeben. Verwenden Sie dazu Kleinmembran-Kondensator-Mikrofone und hängen Sie diese etwa einen Meter über Kopfhöhe der Sänger auf. Zuweilen gehen einzelne, insbesondere tiefe Stimmen, etwas unter. Hier kann man mit Stützmikrofonen abhelfen, welche die Stimmen am besten von hinten oben abgreifen. So können die hellen Sopran- und Altstimmen nach vorne abstrahlen, während die tiefen Bass- und Tenorstimmen autark erhalten bleiben.

Dieser Artikel ist Teil der Serie “Die perfekte Event-Beschallung”:

Teil 1: Die Auswahl der Mikrofone

Teil 2: Mikrofonierung von Rednern

Teil 3: Mikrofonierung von Gesang, Gitarren und Klavier

Teil 4: Mikrofonierung von Schlagzeug und Streichern

Teil 5: Die Auswahl der Lautsprecher

Der Abstand der Mikrofone zueinander sollte dabei mindestens dem dreifachen Abstand der Mikrofone zum Chor betragen, sonst läuft man Gefahr, einen Kammfiltereffekt zu erzeugen.

Die Mikrofonierung von Akustikgitarren

Zur Mikrofonierung einer akustischen Gitarre werden typischerweise Kleinmembran-Kondensator-Mikrofone verwendet. Durchaus reizvoll sind aber auch Grossmembran-Mikrofone. Wird das Mikrofon direkt auf das Schallloch gerichtet, so klingt die Gitarre sehr basslastig.

Ebenfalls hat man durch die Handbewegung einen sich verändernden Klang. Deshalb muss bei einer Ausrichtung auf das Schallloch ein grosszügiger Abstand eingehalten werden. Wandert das Mikrofon in Richtung Hals, so wird der Klang mehr und mehr obertonreicher und brillanter, auch die Griffgeräusche werden eher mit aufgenommen. Dies kann manchmal von Vorteil sein – meist jedoch ist dieser Effekt weniger erwünscht.

Wird das Mikrofon zwischen Schallloch und Steg platziert, fängt man meist einen recht ausgewogenen Ton ein. Um der akustischen Gitarre mehr Leben einzuhauchen werden zwei Mikrofone verwendet. Eines wird in Richtung Korpus gerichtet, das zweite am Hals (klassischerweise am 12. Bund). Das Mikrofon am Korpus kann gerne ein Großmembran-Mikrofon sein, das den warmen Klang unterstützt. Je nach Raum-Akustik und Geschmack kann man dieses Mikrofon auch in einem Abstand von einem Meter oder mehr platzieren.

Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de

Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de





Die Mikrofonierung von E-Gitarren

Obwohl bei der E-Gitarre nicht die Gitarre an sich, sondern viel mehr der Lautsprecher abgenommen wird, spricht man umgangssprachlich ebenfalls von einer Gitarrenabnahme. Bevor man das Mikrofon an der „Box“ ausrichtet, sollte geklärt werden, wo die einzelnen Lautsprecher sitzen. Oft sind zwei oder vier Lautsprecher in einer Box verbaut.

Das Mikrofon kann dann auf einem „Radius“ vor dem Lautsprecher platziert werden. Wandert das Mikrofon weiter an den Rand der Box, so wird der Klang wärmer und indirekter. In Richtung Mittelpunkt des Lautsprechers wird er hingegen brillanter, spitzer und direkter.

Je näher das Mikrofon an die Box herangeführt wird, desto bassbetonter wird der Klang, aufgrund des Nahbesprechungseffekts eines gerichteten Mikrofons. Wird hingegen etwas mehr Abstand zum Speaker gelassen, bekommt der Klang mehr Raumanteil. Die Hauptanforderung an das Mikrofon ist, den hohen Schalldruck auszuhalten. Deshalb werden hauptsächlich dynamische Mikrofone verwendet. Ein Klassiker ist das SM57, ein Geheimtipp das SM27, das als Grossmembran- (Kondensator-) Mikrofon einen sehr warmen und dennoch obertonreichen Klang erzeugt.

Die Mikrofonierung von Klavieren

Die Abnahme eines Klaviers ist die Königsdisziplin der Mikrofonierung. Auf der einen Seite ist das Klavier akustisch gesehen das umfangreichste Instrument. Es hat einen sehr weiten Frequenzumfang (Saiten-Resonanz-Frequenzen 27,5 – 4200 Hz, mit Oberwellen bis hin zu 12 kHz) und auch einen extrem weiten Dynamik-Umfang. Auf der anderen Seite erlaubt ein Klavier zahlreiche unterschiedliche Platzierungsmöglichkeiten der Mikrofone.

Für eine Live-Abnahme, bei der stets die Gefahr der Rückkopplung besteht, muss man die Mikrofone (in diesem Fall auf jeden Fall mit Nieren- oder sogar Supernierencharakteristiken) im Flügel positionieren. Dabei wird ein Mikrofon in Richtung der tiefen Saiten gerichtet, das zweite in Richtung der hohen Saiten.




Es sollte auf genügend Abstand zu der Hammermechanik geachtet werden, da diese meist störende Geräusche erzeugt. Der Flügeldeckel sollte, um Nebengeräusche der Bühne bzw. auch Ruckkopplungen zu vermeiden, weitgehend geschlossen sein (auch wenn der Klang darunter leidet). Hierfür eignen sich auch besonders Grenzflächen-Mikrofone (z. B. Beta 91A), die in den Flügel hineingelegt – oder an den Deckel geklebt werden können. Verwenden Sie dafür nur Klebeband, das sich rückstandslos enfernen lässt.

 

Oberstes Bild: Christina Erbel / pixelio.de



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