Kreativ und kinderleicht: Kerzen selber giessen

04.11.2014 |  Von  |  Allgemein
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Kreativ und kinderleicht: Kerzen selber giessen
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Nun ist sie wieder da, die dunkle Jahreszeit. Die Tage werden kürzer, die Preise selbst für grünen Strom werden immer teuer und überhaupt: Es ist der Augenblick gekommen, an dem man die Kerzen wieder auspacken möchte.

Doch immer nur langweilige Teelichter sind auch nicht das Wahre. Warum nicht einfach Kerzen selber giessen? Das ist nicht nur eine tolle Aktivität mit Kindern, sondern man kann sich auch selbst kreativ vollkommen ausleben. Ob Farben, Formen oder sogar mit Duft – Ihnen sind fast keine Grenzen gesetzt! Wir verraten, was Sie benötigen und wie das Kerzengiessen funktioniert!

Was benötigt man, um Kerzen zu giessen?

Alle Utensilien kann man in fast jedem Bastelgeschäft erwerben. Aber auch grössere und gut sortierte Kaufhäuser haben den Trend zum Selbergiessen erkannt und führen häufig fertig gepackte Anfänger-Sets. Auch das Internet ist eine gute Adresse, um sich mit den erforderlichen Materialien einzudecken.

Einkaufsliste:

  • Rohes Kerzenwachs oder Stearin (für die ersten Versuche bieten sich auch alte Kerzenreste an!)
  • Kerzendocht in verschiedenen Längen oder als Rollenware
  • Giessform: Es gibt spezielle Kerzenformen mit allen nur erdenklichen Motiven zu erwerben. Man kann aber auch einfach ein hitzebeständiges Gefäss nehmen, in welches man unten ein Loch für den Docht bohren kann (z. B. eine alte, saubere Konservendose)
  • Zwei Töpfe für das Erwärmen des Wachses
  • Schaschlikspiesse
  • Ggf. Farben, Duftöle, Dekorationen wie Zierfolien etc.
  • Handschuhe.

Die Vorbereitungen für die erste Kerze

Beim Kerzengiessen gilt das Gleiche, als würde man z. B. Gesichtsmasken selber machen: Man weiss zwar, was enthalten ist, muss aber auch die nötige Sorgfalt bei der Herstellung walten lassen. Legen Sie sich deshalb im besten Fall all das, was Sie benötigen, von Anfang an bereit.

Wenn Sie das Kerzengiessen zu Ihrem neuen Hobby machen möchten, lohnt sich die Anschaffung hitzebeständiger Handschuhe. Die gibt es schon ab knapp zehn Franken. Denn wenn Sie ständig heissen Wachs auf den Fingern spüren, werden Sie sich über diese kleine Ausgabe freuen.






Kerzen. (Bild: chochowy / Shutterstock.com)

Kerzen. (Bild: chochowy / Shutterstock.com)

Das Gefäss, in welches Sie das heisse Wachs einfüllen möchten, muss unbedingt sauber und trocken sein. Manche Kerzengiesser sprühen die Form vor dem Gebrach mit Backspray ein, damit die Kerze nach dem Erstarren einfach zu entnehmen ist – man braucht diese relativ teure Anschaffung allerdings nicht wirklich.

Wenn Sie ein Loch in den Boden Ihres Gefässes gebohrt haben (in den fertigen Gussformen ist es schon vorgebohrt), müssen Sie die Spitze Ihres Dochtes in flüssiges Wachs eintauchen und durch das Loch führen. Der Docht wird nun verknotet und mit Wachs oder Knete über dem Loch befestigt, so dass später kein heisses Wachs durchtropfen kann. Dies soll übrigens das obere Ende der Kerze darstellen.




Die andere Seite des Dochtes binden Sie an einem Schaschlikspiess fest und zwar so, dass der Docht straff zwischen dem Loch im Boden und dem Spiess gespannt wird. Den Spiess legen Sie quer über die Öffnung des Gefässes – so bleibt der Docht auch beim Giessen im wahrsten Sinne des Wortes „kerzengerade“.

Hot, hot, hot! Das Kerzenwachs erwärmen

Es gibt mittlerweile spezielle Töpfe, um Kerzen zu giessen – doch solange Sie nicht planen, in die Massenproduktion einzusteigen, reichen zwei normale, ältere Töpfe (einer gross, einer klein) vollkommen aus. Füllen Sie den grossen Topf mit Wasser auf und in den kleinen kommt das zerkleinerte, rohe Kerzenwachs. Erwärmen Sie nun das Wasser, aber achten Sie dabei darauf, dass es auf keinen Fall kochen darf!

Die ideale Temperatur, um Wachs zu schmelzen, liegt zwischen 60 und 80 Grad. Lassen Sie sich lieber Zeit und tasten Sie sich an den richtigen Schmelzpunkt heran, anstatt das Wasser zu schnell zu sehr zu erhitzen. Denn Wachs (und vor allem auch Stearin) können, einmal zu heiss geworden, blitzschnell verbrennen! Falls Sie gerne farbige oder duftende Kerzen fertigen wollen, ist jetzt der Zeitpunkt, um das Farbpulver oder Duftöl hinzuzufügen.

Der Höhepunkt: Die Kerze wird gegossen

Nachdem das Wachs flüssig geworden ist, kommt nun der wohl wichtigste Part Ihres neuen Hobbys: das Giessen. Stellen Sie Ihr Kerzengefäss auf eine gerade Oberfläche (z. B. ein Schneidebrett, denn davon lässt sich übergegossenes Wachs einfach wieder entfernen). Stellen Sie sicher, dass Ihr Docht immer noch schön straff gespannt und gerade ist.




Nun giessen Sie vorsichtig etwas von dem Wachs in das Gefäss (ca. 2 cm hoch) und kontrollieren, ob unten aus dem Loch Wachs entweicht. Lassen Sie das Wachs etwas abkühlen, bevor Sie den Rest hinzugiessen.




Raus mit der Kerze, drauf mit der Deko!

Nachdem Sie den kompletten Wachs in das Gefäss gegeben haben und der Wachs wieder erstarrt und fest geworden ist, müssen Sie nur noch die Kerze entnehmen. Sollte sie nicht einfach herausrutschen, wenn Sie sie über Kopf stülpen, versuchen Sie das Gefäss einige Minuten ins Eisfach zu legen, danach müsste es problemlos klappen.




Alles, was Sie jetzt noch tun müssen, ist, die Kerze nach Ihren Vorstellungen zu verzieren. Ob mit Kerzenstiften oder Deko-Wachs, ihrer Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt! Nehmen Sie doch Ihre neuen Kerzen mit in die romantischen Winterferien in die Schweizer Alpen und verwöhnen Sie Ihre Liebsten nach allen Regeln der Kunst!

 

Oberstes Bild: © EurngKwan – Shutterstock.com


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