Kleine Gäste im Winter – Igel

24.11.2014 |  Von  |  Outdoor

Igel sind ausgesprochen putzige kleine Gesellen, die jeder gerne hat. Freunde der Gartenarbeit freuen sich über die munteren Kerlchen und merken oft gar nicht, dass sie ihnen das Leben schwer machen. Denn ein perfekt gestylter Garten ohne Laub auf dem ordentlichen Rasen und den Beeten nimmt den Igeln die Möglichkeit, sich zu verstecken. Die nachtaktiven Tiere suchen sich rechtzeitig für ihren Winterschlaf eine passende Bleibe. Aber einem tadellos gepflegtem Garten werden sie den Rücken zuwenden und sich woanders nach einem Quartier umschauen.

Schade, wir hätten den Igel gerne als Gast gesehen. Er ist sehr nützlich, denn er verschlingt eine Menge unangenehmer Schädlinge wie Raupen, Nacktschnecken  und andere Insekten. Auf dem Land findet sich immer ein geeigneter Unterschlupf in Reisig- oder Laubhaufen, Hecken oder Gestrüpp. In den allzu aufgeräumten Stadtgärten wird es schwierig, einen passenden Rückzugsort aufzutreiben. Eine naturnahe Gartengestaltung und ein Igelhaus schaffen Abhilfe. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Igel Info

Igel sind weitverbreitet, ihre Heimat reicht von Indien bis Europa. Sie unterscheiden sich in Braunbrustigel und Weissbrustigel, in Südostasien findet sich der stachellose Rattenigel. In Australien und Amerika ist der Überlebenskünstler nicht zu Hause. In der kalten Jahreszeit vergraben die stacheligen Tiere sich für den Winterschlaf in ihrem Bau, den sie mit Laub und Moos warm auspolstern.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten den Igeln ein angenehmes Lebensumfeld im Garten zu ermöglichen. Um Ihren wunderbaren grünen Salat,  Gemüse und Obst brauchen Sie sich nicht zu sorgen, diese Nahrung verschmähen die Stacheltiere, sie bevorzugen Regenwürmer, Larven und Käfer. Ein Igel legt erstaunliche Strecken zurück, wenn er auf Nahrungssuche ist. Riegeln Sie Ihren Garten nicht hermetisch ab, sonst findet Ihr Gast nicht genug zu fressen.

Naturnaher Garten

Für das ökologische Gleichgewicht und eine gesunde Umwelt sind Pflanzenschutzmittel, Unkrautvernichter und chemische Düngemittel Gift. Auch dem Igel schaden diese Mittel und zusätzlich reduzieren sie sein Nahrungsangebot. Ein kleiner Gartenteich oder zumindest eine grosse Wasserschale helfen, dass Ihr Garten ein igelfreundlicher Aufenthaltsort wird.  Mähen Sie nicht den ganzen Garten, lassen Sie Ränder aus und harken Sie das Laub unter Gehölzen nicht weg.

Ein Igel ist ein wildlebendes Tier, kein kuscheliges Haustier. Besonders die Kinder haben an kalten Abenden die Idee, ihren kleinen Freund lieber in einer warmen Garage oder dem  Gartenhäuschen übernachten zu lassen. Die gut gemeinte Absicht schadet dem Igel, er braucht den Auslauf, um Nahrung zu finden. Sie stehen unter Naturschutz, dürfen also auch nicht in Kellern oder Häusern gehalten werden. Wenn Sie ein schwaches Tier finden, dass von der Kälte überrascht wurde und sehr schwach ist, holen Sie sich fachkündigen Rat, wie Sie dem Tier helfen können.

Einfache Igelbehausung aus Steinen bauen

Eine Villa für den Igel ist leicht gebaut. Zum Beispiel das Modell Steinhaus: Stapeln Sie Steine zu einem Viereck mit den Massen 30 mal 30 Zentimeter im Inneren, die optimale Höhe beträgt ungefähr 25 Zentimeter. Die Steine brauchen nicht mit Mörtel verbunden werden. Vergessen Sie nicht die Türöffnung, dafür reichen zehn Zentimeter.  Ein Igel passt hier leicht hinein, die Katze dagegen nicht.

Für das Dach können Sie zum Beispiel eine Gehwegplatte benutzen, sie verleiht dem Haus die nötige Stabilität. Damit es auch in kalten Wintern warm und heimelig wird, isolieren Sie das Haus von aussen mit Grassoden und Erdreich. Der Igel stattet seine Behausung nicht mit Tischen und Stühlen aus, aber eine gute Lage trockenes Laub als Nistmaterial ist eine gute Unterlage. Wenn Sie Ihren stacheligen Gast ein bisschen verwöhnen wollen, schenken Sie ihm für seine Inneneinrichtung Stroh oder Heu. In einer Dreiviertelstunde ist diese komfortable Igelvilla fertiggebaut.

Gern gesehene Gäste: Eine naturnahe Gartengestaltung und ein Igelhaus laden zum Bleiben ein. (Bild: Valentin Kolesnicov / Shutterstock.com)

Gern gesehene Gäste: Eine naturnahe Gartengestaltung und ein Igelhaus laden zum Bleiben ein. (Bild: Valentin Kolesnicov / Shutterstock.com)

Die Luxus-Variante: ein Holzhaus

Begabte Handwerker bauen ein Igelhaus aus Holz. Sie benötigen sechs dicke Sperrholzplatten, ungefähr 30 mal 30 Zentimeter gross. Sägen Sie in eines der Bretter einen Durchschlupf von zehn mal zehn Zentimetern.  Nageln oder schrauben Sie die Bretter zu einem Haus zusammen, lassen Sie das Dach ruhig etwas überstehen. Verkleiden Sie das Dach gegen die Feuchtigkeit mit Dachpappe. Am Schluss imprägnieren Sie den Unterschlupf mit umweltfreundlicher Lasur. Statten Sie das Hotel für den Igel wie oben beschrieben aus.

Dem Einzug steht nichts mehr im Wege

Jetzt müssen Sie das Haus nur noch zur Vermietung freigeben. Damit der wohnungssuchende Igel Ihr Angebot wahrnehmen kann, stellen Sie ein paar Wegweiser auf. Im späten Sommer können Sie zum Beispiel eine Wasserschale und Futter in die Nähe des Häuschens stellen. Der Winterschlaf beginnt Mitte November und dauert bis zum Frühling im März oder April. In dieser Zeit bitte nicht stören! Manche Tiere wachen von Zeit zu Zeit auf und suchen nach Nahrung. Eine Futterstelle nicht weit entfernt hilft den müden Gesellen.

Hausputz im Frühling

Grossreinemachen ist für den Frühling vorgesehen. Der Igel reagiert empfindlich auf Krankheitskeime, Hygiene ist unbedingt erforderlich. Säubern Sie das Haus nur mit heissem Wasser, lassen Sie es gut austrocknen und legen dann neues Nistmaterial aus. Vielleicht meldet sich dann im nächsten Jahr eine ganze Igelfamilie und bedankt sich für die freundliche Aufnahme.

 

Oberstes Bild: © Matej Ziak – Shutterstock.com

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