Den Herbst mit Ihrem Vierbeiner geniessen!

27.11.2014 |  Von  |  Outdoor

Während manche Schweizer und Schweizerinnen die ersten Herbsttage für den bewussten Rückzug in das gemütliche Heim nutzen, gehen andere auch bei Nieselregen, undurchsichtiger Nebelsuppe oder böigem Wind hinaus.

Wer einen Hund hat, kann schlechtes Wetter nicht ignorieren, sondern muss trotzdem regelmässig draussen seine Runden drehen. Damit bei solch unwirtlichem Wetter weder Gesundheit noch Sicherheit leiden, haben wir an dieser Stelle einige wertvolle Tipps für Hundehalter.

Für die meisten Hunde ist der Herbst die schönste und aufregendste Zeit des Jahres. Die Tiere fühlen sich bei kühlerem Wetter oft sichtlich wohler als an heissen Sommertagen und sehen in der sich verändernden Natur ihre ganz eigenen Vorteile. Häufig steckt ihre Freude an Bewegung und der Spass an verschiedenen Spielen nicht nur die Hundebesitzer selbst an, sondern auch vorübergehende Passanten. Aus diesen im Herbst herrschenden Witterungsbedingungen ergeben sich eine Reihe von notwendigen Schutzmassnahmen, die Herrchen und Frauchen sowohl in ihrem eigenen Interesse als auch in dem des Hundes ergreifen sollten. Teilweise unterscheiden sich die Bedürfnisse von Mensch und Tier kaum; teilweise zeigen sie aber auch erhebliche Unterschiede.

Schutz für unbehaarte und behaarte Haut

Ein normal behaarter und mässig frisierter Hund benötigt in der Regel keinen zusätzlichen Kälte- oder Nässeschutz, da sich das Fell durch den zweimal jährlich stattfindenden Fellwechsel optimal an die herrschenden Witterungsbedingungen anpasst. Damit die natürlich gegebene Schutzfunktion des Fells und der Haut erhalten bleiben, sollten Hundebesitzer ihre Tiere während der kalten Monate wesentlich seltener oder besser gar nicht trimmen und nur im äussersten Notfall baden. Im Rahmen der nötigen Fell-Pflege können Verschmutzungen nach dem Trocknen sorgfältig ausgebürstet werden, wodurch sich gleichzeitig Verfilzungen und Knoten lösen.

Lediglich sehr kurz oder gar nicht behaarte Hunde sollten dem herbstlichen Look ihres Besitzers folgen und einen Thermo- oder Regenmantel tragen. Wie bei Frauchen oder Herrchen gelten auch bei der Herbst-Kollektion für Materialauswahl Tiere und Passform als entscheidende Wohlfühl-Faktoren: Zu kleine bzw. zu grosse oder unachtsam angelegte bzw. verschlossene Kleidungsstücke reduzieren die Wärmewirkung und schränken die Bewegungsfreiheit der Tiere ein; ein zu hoher Kunstfaseranteil behindert den Luftaustausch und führt zu Feuchtigkeitsstau zwischen Stoff und Haut bzw. zwischen Stoff und Fell.


Für die meisten Hunde ist der Herbst die schönste und aufregendste Zeit des Jahres. (Bild: © Lorenzo Patoia - shutterstock.com)

Für die meisten Hunde ist der Herbst die schönste und aufregendste Zeit des Jahres. (Bild: © Lorenzo Patoia – shutterstock.com)


Perfekter Schutz für Pfoten und Füsse

Ausgesprochen entgegengesetzte Ansprüche haben die Extremitäten von Tier und Mensch: Während Hunde „unten herum“ so wenig wie möglich tragen sollten, sind bei Frauchen oder Herrchen wasserdichte, wärmende und atmungsaktive Schuhe mit rutschhemmender Sohle Pflicht. Beide Varianten schützen – jede auf ihre Weise – vor primären und sekundären Verletzungen. Möglichst haarlose Zehenzwischenräume und Ballen beim Hund verhindern, dass er auf vereisten oder überfrorenen Flächen ausrutscht und dass sich Schmutz oder Feuchtigkeit festsetzen, was zu Druckstellen mit Entzündungen und Hauteinrissen führen können.

In puncto Pflege gleichen sich Hunde und ihre Besitzer hingegen wieder: Wie menschliche Füsse vertragen auch tierische Pfoten nach weiteren Spaziergängen ein wärmendes Bad und eine Extraportion Creme. Doch während die einen zwischen verschiedenen wohltuenden Düften und Zusätzen wählen können, müssen die anderen sich ausschliesslich auf farbstoff- und parfumfreie Produkte wie Melkfett oder Vaseline beschränken.

Schutz vor Fremd- und Eigengefährdung

Beim wohl wichtigsten Aspekt der Herbst-Mode herrscht zwischen Tier und Mensch Einigkeit: Bei Dämmerlicht oder in der Dunkelheit gesehen zu werden, schützt nicht nur den Hund und seine Besitzer, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Hierbei erfüllen reflektierende Leinen, Halsbänder und Brustgeschirre bzw. Leuchtstreifen an der Kleidung oder Schutzwesten einen besseren Zweck als mit Batterie betriebene Permanent- oder Blinklichter. Der Grund dafür ist, dass Erstere lediglich im Widerschein externer Lichtquellen aufleuchten, Letztere hingegen auf die Hunde und auch auf Fussgänger und Velo- oder Autofahrer irritierend wirken.

Guter Schutz für Halter, Hund und das Habitat

Neben dem ungemütlichen Wetter hält der Herbst für Hunde und ihre Besitzer eine weitere spezielle Komponente bereit: die Ernte- und Jagdzeit. Bei Spaziergängen durch Wälder und Felder lauern auf freilaufende Vierbeiner verschiedene Gefahren. Diese können von Erntemaschinen, von auf der Lauer liegenden Jägern oder von fliehendem Wild ausgehen. Umgekehrt geht aber auch vom Hund Gefahr aus. Besonders such-, lauf- und buddelfreudige Tiere können im Unterholz und auf Äckern grosse Schäden anrichten, indem sie Löcher ein-, Pflanzen aus – oder Tierbauten zugraben. Zudem scheuchen und hetzen manche Hunde Wildtiere. Vergehen, bei denen dem jeweiligen Halter neben einer Menge Ärger und Nerven auch ein ordentliches Sümmchen Schweizer Franken Strafe drohen.



Wer die Reaktion seines Hundes auf die Anreize in Wald und Flur nicht abschätzen kann oder sogar genau weiss, zu welchen Kapriolen sie ihn verleiten, legt ihm in solchen Gebieten besser eine Leine an.

 

Oberstes Bild: © Sergio Bertino – shutterstock.com

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