Fantoche 2024: Animationskunst und Innovation in Baden

Das Internationale Animationsfilmfestival Fantoche lockt jedes Jahr zahlreiche nationale und internationale Filmschaffende nach Baden und bietet vom 3. – 8. September 2024 wieder diverse Plattformen zum Austausch, Workshops sowie „Making-ofs“ und „Meet the Artists“.

Am 10. Fantoche Industry Day am Freitag, 6. September gilt das Motto „Root to Rise“: Es geht um Grundpfeiler wie Storytelling oder neue Arbeitstools, wie beispielsweise Künstliche Intelligenz und wie Animationsschulen damit umgehen. Zum Abschluss des Industry Day wird in Zusammenarbeit mit der SWISSFILM Association der 7. Swiss Animation Industry Award (SAIA) verliehen.

Praxisnaher Erfahrungsaustausch am Industry Day

Am Vormittag des Industry Day geht es um „AI as a Tool“: Salome Horber (Suissimage), Robbert van Rooden (Inlusio Interactive) und Jonas Trottnow (Animationsinstitut Filmakademie Baden-Württemberg) diskutieren die Vorteile der neuen Technik genauso wie mögliche Hürden und den kaum geregelten Umgang damit. Im zweiten internationalen Panel widmen sich Aya Suzuki (Jury Mitglied Internationaler Wettbewerb), Kayvon Darabi-Fard, Diane Schaefer und Klaus Lyngeled den diversen Formen des Storytellings, ein Thema, was auch am Nachmittag in einem interaktiven Workshop nochmal vertieft wird.

In weiteren Präsentationen geht es um Selbstvermarktung oder immersive Gaming-Erlebnisse. Im Artist Talk berichtet der in Baden geborene CGI-Künstler Ramón Arango von seinem Weg vom Bachelor an der HSLU zum internationalen Erfolg in der Animationsbranche.

Zum Abschluss des Industry Day präsentiert Fantoche in Kooperation mit der SWISSFILM Association die Shortlist für den besten animierten Auftragsfilm und kürt den Gewinnerfilm den SAIA, welcher zusätzlich zur SAIA-Trophäe die Einreichung fürs Rennen um den Edi.24 offeriert erhält.

Meet the Artist, Making-ofs, Retrospektiven und Workshops

Einblicke hinter die Kulissen bietet aber nicht nur der Industry Day, während des ganzen Festivals bieten sich zahlreiche Gelegenheiten für Profis und fürs breite Publikum. So berichtet am Mittwoch (4.9.) die Produzentin Tendayi Nyeke (Jurymitglied Schweizer Wettbewerb) aus Zimbabwe über das „Making Of“ der actiongeladenen afrikanischen Science-Fiction-Serie „Kizazi Moto: Generation Fire“ von Disney+. Und der Schweizer Filmemacher Claude Barras sowie sein Produzent Nicolas Burlet berichten von der Feldforschung in Borneo oder der Suche nach nachhaltigen Materialien und geben vertiefte Einblicke in die Produktion von „Sauvages“ am Festivalsamstag.

Zwei weitere internationale Filmschaffende teilen ihre Erfahrungen in „Meet the Artist“: Der bereits drei Mal für den BAFTA nominierte britische Regisseur Osbert Parker („Film Noir“, „Yours Truly“) gibt dieses Jahr diverse Einblicke in seine künstlerische Praxis: neben dem „Meet the Artist“ am Freitag sind im Kunstraum Baden eine Auswahl seiner Skizzenbücher ausgestellt.

Ebenso vielfach ausgezeichnet ist die portugiesische Filmemacherin Regina Pessoa, die am Donnerstag ihre eigenen Erfahrungen und Praxis teilt. Zudem hat sie gemeinsam mit Erik van Drunen die Retrospektive zum britischen Experimentlfilmregisseur und Animator Paul Bush kuratiert – zu sehen am Fetival Donnerstag und Sonntag. Bush verstarb 2023 bei einem Motoradunfall.

Die zweite Retrospektive ist dem französischen Studio Sacrebleu Productions („Long Way North“,
„Marona’s Fantastic Tale“, „My Sunny Maad“) gewidmet, welches am Fantoche zudem seinen aktuellsten Langfilm „Sirocco und das Königreich des Windes“ zeigt. Die Retrospektive widmet sich den besten Kurzfilmen des Studios, die den weiblichen Blick auf die Animation und die Vielfalt des Lebens feiern.

Ausserdem finden weitere Workshops statt: Bei „Find a Producer“ bekommen am Donnerstag Animationsfilmschaffende die Chance, ihre Ideen und Skills in 1:1-Gesprächen Schweizer Produzierenden zu pitchen. Und der diesjährige FOCAL-Workshop widmet sich der „Art Direction for Animated Films“: von künstlerischer Vision und Produktionszwängen, bis Teamarbeit und Planung.

Im „Game Industry Focus“ zeigen Schweizer und internationale Spielentwicklerinnen das Potenzial der Verbindung beider Disziplinen auf. Und wie immer arbeiten in der Festivalwoche Animatorinnen und Game Designerinnen gemeinsam an Games und erforschen die Grenzbereiche und Schnittstellen beider Disziplinen. Neu in diesem Jahr lädt Fantoche am Samstag zum Game Pop-Up, das aufstrebenden Game-Entwicklerinnen eine Plattform bietet, ihre Kreationen in einer Ausstellung im Trafo Baden der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Und wie jedes Jahr lädt Fantoche zum Artists’ Brunch: Filmemacher der Kurzfilmprogramme geben Einblicke in ihre Gedankenwelt und die Entstehung ihrer Filme – für anwesende Gäste mit Frühstück oder im Livestream.

 

Quelle: FANTOCHE
Bildquelle: FANTOCHE

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