Dinner in the Dark – ein besonderer Genuss

08.04.2014 |  Von  |  Geschäftlich, Privat, Single
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Dinner in the Dark – ein besonderer Genuss
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Wir sind es normalerweise gewohnt, die Welt mit unseren fünf Sinnen zu erleben: sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken – damit nehmen wir unser tägliches Leben wahr. Bewusstes und unbewusstes Erleben findet dabei gleichermassen statt. Doch was ist, wenn einer unserer wichtigsten Sinne einmal nicht zur Verfügung steht? Dann verschieben sich die Gewichte bei den Sinneswahrnehmungen und es bieten sich neue Eindrücke. Diese Erfahrung bietet ein ‚Dinner in the Dark‘.

Das Auge isst nicht mit!



Das Konzept wird bereits seit einigen Jahren erfolgreich in vielen Ländern um den Globus angeboten, auch in der Schweiz – u.a. in Bern, Basel und Zürich. Es gibt einige Restaurants, die sich sogar ganz darauf spezialisiert haben. Essen im Dunkeln ist sicher eine ungewöhnliche Vorstellung und mag die Frage nach dem Ziel einer solchen Veranstaltung aufwerfen? Die Antwort ist einfach: wenn einer unserer wichtigsten Sinne, der Sehsinn, nicht zur Verfügung steht, müssen wir uns auf die übrigen vier konzentrieren.

Beim Essen spielt dabei natürlich der Geschmack eine tragende Rolle. Er wird in der Dunkelheit deutlich intensiver erlebt und macht ein hervorragendes Menü unter dem Motto ‚das Auge isst nicht mit‘ zu einem besonderen Erlebnis.

Speisen in vollständiger Dunkelheit

Ein Dinner in the Dark findet tatsächlich vom Betreten des Gastraums bis zum Abschluss des Menüs in vollständiger Dunkelheit statt. Lediglich vor dem eigentlichen Beginn ist es üblich, den Gästen Erläuterungen zum Ablauf und einige Tipps zu geben – das geschieht selbstverständlich noch bei voller Beleuchtung. Um den Ablauf zu erleichtern und den Teilnehmern ein gutes Gefühl zu vermitteln, stehen den Gästen während des Dinners geübte Betreuer hilfreich zur Seite. 

Nicht selten handelt es sich dabei selbst um sehbehinderte Menschen, die sich auch ohne zu sehen, sicher bewegen und orientieren können. Sie übernehmen in der Regel auch den Service beim Menü.

Überraschendes bewusst wahrnehmen

Die Überraschung gehört dabei mit zum Konzept. Zwar können die Gäste meist zwischen mehreren mehrgängigen Menüs wählen. Die Namensgebung erfolgt aber bewusst so, dass vorher nicht genau klar ist, was tatsächlich serviert wird. Das herauszufinden, ist der besondere Reiz des Essens. Denn das Auge steht ja zur Identifizierung nicht wie üblich zur Verfügung. Düfte, Geschmack und Form müssen ausreichen, das Servierte zu erkennen.

Dabei werden oft Wahrnehmungen bewusst erlebt, die sonst bei dem stark durch das Auge dominierten Erleben untergehen. Man geht davon aus, dass wir normalerweise unsere Umwelt zu etwa 70 Prozent über den Sehsinn erleben und nur zu 30 Prozent über die übrigen Sinne.

Wie schmeckt eine Tomate?

Ein einfaches Beispiel soll das verdeutlichen: Bei einer Tomate wird zunächst vor allem die intensive rote Farbe und die runde Form wahrgenommen. Wenn der Geschmack beschrieben werden soll, fällt vielen eine Antwort schon schwer. Mehr als zwei bis drei Attribute – wie säuerlich, saftig oder frisch – kommen selten spontan zusammen. Das ändert sich, wenn der Sehsinn ausgeschaltet ist. Dann wird die Tomate neu entdeckt. Auch die Beschaffenheit der Haut oder die Konsistenz des Fleisches und der Kerne wird jetzt bewusst wahrgenommen. Das Geschmackserlebnis wird deutlich intensiver und differenzierter.

Eine neue Erfahrung

Das gilt auch beim Menü im Rahmen eines Dinners in the Dark. Die Teilnehmer können hier ganz in ihrem Geschmackserlebnis aufgehen und einen besonderen Gaumenkitzel erleben – eine Art kulinarisches Abenteuer. Um allerdings keine Unklarheiten zu hinterlassen, wird nach jedem Gang aufgelöst, was tatsächlich verspeist wurde. Ein Dinner in the Dark eignet sich nicht als Massenveranstaltung, das Konzept funktioniert nur bei eng begrenzter Gästezahl. Teilnehmer berichten immer wieder von einem besonders eindrucksvollen Erlebnis und einer aussergewöhnlichen und inspirierenden Erfahrung.

Dinner in the Dark – Konzepterweiterungen

Es gibt inzwischen auch Ansätze, das Konzept zu erweitern und dabei – mit Ausnahme des Auges – noch weitere Sinne und Erfahrungen mit ins Spiel zu bringen:

  • musikalische Begleitung und Gesang;
  • Krimi- oder Gruselgeschichten mit speziellen Effekten;
  • sinnliche und magische Erfahrungen;
  • Wort- und Klangtheater;
  • Veranstaltung als Blind Date

und manches mehr ist im Angebot. Ob solche Angebote zusätzliche Sinneserlebnisse bieten oder eher vom eigentlichen Zweck, dem Genuss des Menüs, ablenken, mag dem Urteil jedes Einzelnen überlassen bleiben.

Anbieter gibt es viele

Die Veranstaltung eines Dinners in the Dark ist nicht unbedingt auf spezielle Restaurants angewiesen. Es gibt inzwischen auch zahlreiche ’normale‘ Restaurants und andere Veranstalter, die entsprechende Angebote im Programm haben und damit werben. Recherchieren und/oder Nachfragen lohnt sich.

Dinner in the Dark. (Bild: Alvaro German Vilela / Shutterstock.com)

Dinner in the Dark. (Bild: Alvaro German Vilela / Shutterstock.com)

Auch privat ein Erfolgsmodell

Kann man ein Dinner in the Dark auch privat in den eigenen vier Wänden ausrichten? Die Antwort lautet grundsätzlich ja. Der Unterschied ist nur, man bewegt sich hier – zumindest als Gastgeber – auf gewohntem Terrain. Die Kunst besteht dabei darin, den entsprechenden Raum auch tatsächlich vollständig abzudunkeln. Auch sollte hier wie bei professionellen Veranstaltungen eine Betreuung für die Gäste erfolgen. Bei der Menügestaltung sollte auf möglichst abwechslungsreiche Geschmackserlebnisse geachtet werden – ggf. auch unter Zuhilfenahme nicht üblicher Zutaten und Gewürze. Selbstverständlich sollte dabei die angebotene Speisenfolge insgesamt harmonieren und den Gästen zusagen. Dann wird auch das private Dinner in the Dark zum Erfolg.



 

Oberstes Bild: © Andrey_Popov – Shutterstock.com

Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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