Green Weddings: Hochzeiten, die auch die Umwelt glücklich machen (Teil 1)

20.05.2014 |  Von  |  Familie, Privat
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Green Weddings: Hochzeiten, die auch die Umwelt glücklich machen (Teil 1)
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Eigentlich liegt es auf der Hand, einen Bund, der fürs Leben geschlossen wird, auch mit einer Feier zu zelebrieren, die Leben (und Umwelt) erhält. Der Trend, der in den USA seinen Anfang genommen hat, ist inzwischen auch in Europa angekommen: Hochzeiten, die nachhaltig angelegt sind und einen geringen ökologischen Fussabdruck hinterlassen. Was dabei zunächst eine Einschränkung zu sein scheint, wird mit unserer zweiteiligen Miniserie zur Quelle planerischer Kreativität.

1. Involvieren Sie Ihre Gäste



Grüne Hochzeiten sind auch ein Akt des Respekts – vor einer Welt, die Sie und Ihre Gäste, um einen bekannten Ausspruch zu zitieren, nur von Ihren Kindern geliehen haben. Machen Sie aus dieser Botschaft ein Event, zu dem jeder Gast aktiv etwas beitragen kann. Schreiben Sie einen persönlichen Text, warum Ihnen Nachhaltigkeit an diesem besonderen Tag so am Herzen liegt, und fügen Sie ihn der Einladung bei – mit Tipps, was Ihre Gäste tun können: etwa mit der Bahn oder dem Fahrrad (!) anreisen statt mit Auto und Flugzeug.

Natürlich hängt der ökologische Fussabdruck Ihres Fests auch entscheidend von der Anzahl Ihrer Gäste ab – je weniger, desto kleiner wird er. Das bedeutet aber in keinem Fall, dass Sie liebe Menschen aussen vor lassen sollen, damit Ihre Hochzeit ökologischer wird. Es kann aber als Anreiz dienen, von Pflichteinladungen abzusehen – und tut vielen Festen nur gut.

2. Begrünen Sie Ihre Einladungen

Auch wenn digitale Einladungen alles in allem wahrscheinlich die grünere Alternative sind – als romantisch kann man sie nicht gerade bezeichnen. Zum Glück gibt es inzwischen genügend Umweltdruckereien, die Naturfarbdruck auf Recyclingpapier anbieten, das schwerer Bütte in nichts nachsteht. Noch schöner ist es, selbst Papier zu schöpfen und zu bedrucken – wenn Sie die Vorbereitungen Ihrer Green Wedding schon zu einem „bewusstseinserweiternden“ Event machen wollen, warum schenken Sie sich und Freunden nicht einen entsprechenden Workshop?

Alternativ können Sie Ihr Einladungsbudget auch in die grafische Gestaltung einer schönen eCard stecken. Der Vorteil des Mailansatzes: Sie können beliebig viele Informationen (und Manifeste) mitschicken, ohne zusätzliche Ressourcen zu erschöpfen – vom Strom für die Server abgesehen.



3. Bleiben Sie vor Ort

Versuchen Sie, so viel wie möglich lokal und regional einzukaufen. Das gilt vor allem für Ihr Catering bzw. den Einkauf Ihrer Lebensmittel und Getränke. Eine wunderbare Wahl wäre ein veganer oder vegetarischer Caterer in Ihrer Nähe, der regionale und saisonale Spezialitäten anbietet, deren Zutaten von organischen Herstellern in der Umgebung produziert werden.

Mit etwas Online-Recherche werden Sie viele traditionelle Manufakturen und innovative, kleine Unternehmer finden, die spannende Produkte anbieten – wie etwa städtische Brauereien, Öko-Kisten-Lieferanten, vegane Cupcake-Bäckereien, die Hofläden umliegender Bauernhöfe oder einfach nur die kleinen Stände Ihres Wochenmarktes. Warum nicht alle Rohstoffe konsequent von dort beziehen?

Bedenken Sie auch: Nicht jeder ökologisch denkende Betrieb ist bio-zertifiziert – trotzdem ergibt es viel mehr Sinn, den Saft bei einem kleinen, lokalen Hersteller zu kaufen, der liebevoll Wert auf die Herkunft seiner Früchte legt, als eine bekannte Biomarke zu beziehen, die eventuell Hunderte von Kilometern durch die Landschaft transportiert wurde.

4. Machen Sie Grünes noch grüner

Auch Ihre Blumen sollten so nah vor Ort bezogen werden wie möglich. Recherchieren Sie nach öko-bewussten Floristen und besprechen Sie Ihr Anliegen vor Ort. Wenn Sie im Herbst oder Winter heiraten, muss das kein Problem sein: Viel schöner als gezogene, wurzellose Blumen kann die Anmietung von Topfpflanzen für einen Tag sein – Efeu etwa kann zu eleganten Girlanden geschlungen werden.

Noch schöner ist es, wenn Sie Ihre Freunde vorab bitten, Blumen für Sie anzupflanzen, die am Tag vor der Feier abgeholt und verteilt werden. Zu diesem Zweck können Sie den Einladungen kleine Samenpakete aus ökologischem Anbau hinzufügen. Sonnenblumen etwa eignen sich perfekt für diesen Zweck. Oder aber Sie feiern gleich eine Gartenparty – dann wird die Natur zum Floristen, und das ganz umsonst.



5. Wählen Sie nach Herkunft aus

Jeder Gegenstand, den Sie anlässlich Ihrer Hochzeit erwerben oder anmieten, hat eine Herkunft, einen Produktionsprozess und bestimmte Transportwege hinter sich – und für die meisten Dinge gibt es hinsichtlich jedes dieser Aspekte ökologische Optimierungsmöglichkeiten. Gehen Sie die Liste durch und werden Sie kreativ.

– Eheringe: Ihre Eheringe zum Beispiel sollten idealerweise aus bereits gebrauchtem Gold sein, da der Gewinnungsprozess dieses Edelmetalls immer umweltschädigend ist. Sprechen Sie mit Juwelieren, die Einschmelzmöglichkeiten haben – und fragen Sie in Ihrer Verwandtschaft nach, ob es dort nicht mehr getragenen Goldschmuck gibt, den Sie zusammen zu einem gemeinsamen Ehering umarbeiten können.

Von neuen Diamanten sollten Sie in jedem Fall Abstand nehmen; es ist fast unmöglich, diese menschen- und umweltfreundlich zu gewinnen. Warum aber nicht mal über alternative Materialien nachdenken? Selbst geschnitzte Ringe aus Holz etwa oder puristische Kreationen aus Edelstahl werden zu einem besonderen Symbol beiderseitiger Verbundenheit mit dem Partner und dem Planeten.

– Hochtzeitskleid: Achten Sie auf Stoffe, deren Rohstoffe aus biologischem Fair-Trade-Anbau stammen. Am ökologischsten sind Second-Hand-Kleider und Anzüge oder Stoffe, die Sie etwa bei Ebay ersteigern können. Wenn Sie Ihr Kleid nähen lassen oder selber fertigen, wählen Sie einen Schnitt, den Sie später noch als Abendkleid verwenden können.

Make-up: Auch hier können Sie zu grünen Alternativen greifen – vielleicht möchten Sie es ja auch bei einer reinen Pflege belassen und sich ganz „ungeschminkt“ das Ja-Wort geben. Dann zelebrieren Sie doch als Junggesellinnen-Abschied am Abend zuvor ein Naturkosmetik-Spa in den eigenen vier Wänden.

-Teller, Gläser und Besteck: Das Zauberwort jeder Green Wedding heisst leihen, leihen, leihen. Mieten Sie alles, was Sie sich nicht von Verwandten oder Freunden leihen können. Sie könnten zwar genügend Porzellan zusammenbekommen, aber es harmoniert visuell nicht? Das kommt ganz auf die Perspektive an! Wenn Sie Shabby Chic oder eine Picknick-Optik zum Thema machen, tun sich auf einmal ästhetische Welten auf. Vergessen Sie auch nicht, frühzeitig mit einer Liste aller benötigten Dinge über Flohmärkte zu streifen.



 

Oberstes Bild: © eelnosiva – Shutterstock.com



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