Manchmal kurios: Hochzeitsbräuche aus aller Welt

12.11.2014 |  Von  |  Privat
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Manchmal kurios: Hochzeitsbräuche aus aller Welt
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Die Entführung der Braut, das Werfen des Brautstrausses oder das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte sind traditionelle Hochzeitsbräuche, die wir alle kennen. Doch wie wird der „wichtigste Tag im Leben“ eigentlich in anderen Ländern gefeiert?

Einige Länder warten dabei durchaus mit einigen kuriosen Traditionen auf. Lesen Sie, warum man dem Bräutigam in Dänemark eine Socke klaut und wie eine französische Strumpfbandversteigerung abläuft. Bei den Massai muss die Braut sogar Beleidigungen ihrer Verwandten ertragen.

Dänische Hochzeitsbräuche




Mit einem besonderen Ritual wollen die Dänen verhindern, dass sich nach der Heirat andere Frauen für den Bräutigam interessieren: Im Laufe der Feierlichkeiten wird ihm eine Socke gestohlen und ein dickes Loch hineingeschnitten. Dabei setzen die Skandinavier darauf, dass Männer mit kaputten Socken für die Damenwelt nicht attraktiv genug seien. Doch während der Feier gilt das offensichtlich noch nicht, denn sobald die Braut einmal den Raum verlässt, dürfen alle ledigen Damen dem Bräutigam einen Kuss aufdrücken. Umgedreht geht es jedoch auch: Geht der Frischvermählte einmal aus dem Saal, darf die Braut fremdküssen.

Heiraten in Spanien

In Spanien wird ebenfalls geküsst, denn hier wird das Brautpaar von den Gästen lautstark aufgefordert, sich möglichst lange zu küssen. Der Braut übergibt seiner zukünftigen Frau vor dem Altar 13 Goldmünzen, das sogenannte Brautgeld. Damit demonstriert er, dass er in der Lage ist, seine Ehefrau zu ernähren. Die Braut behält die Münzen in einem kleinen Beutelchen bei sich. Die Spanier sind ein lebhaftes Volk, so wird der Auszug des Brautpaares aus der Kirche oftmals mit einigen Knallfröschen unterstützt.

Hochzeit auf Französisch

In Frankreich wird das Strumpfband der Braut während der Hochzeitsfeier versteigert. Dabei zieht die Braut ihr Kleid stets ein Stückchen höher hoch, wenn die männlichen Gäste entsprechende Beträge bieten. Bieten die weiblichen Gäste, rutscht das Kleid wieder einige Zentimeter nach unten. Ist das Strumpfband zu sehen, bekommt es derjenige, der das letzte Gebot abgegeben hat. In der Regel darf der letzte Bieter das Strumpfband selbst abnehmen. Mit der Auktion verbessert sich die Haushaltskasse des jungen Paares.




Gastgeschenke haben in den meisten Ländern eine lange Tradition. Das besonders liebenswerte Ritual der Hochzeitsmandeln kommt ursprünglich aus Frankreich. Nach der Feier werden fünf Mandeln in einem kleinen Säckchen oder einer hübschen Schachtel an die Gäste verschenkt. Die Idee entstand während der Regentschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV., damals fielen die Bonbonschachteln aus Silber oder Gold jedoch deutlich wertvoller aus als heute. Mandeln sollen das Leben symbolisieren, die Zahl fünf steht für Wohlstand, Glück, Fruchtbarkeit, Gesundheit und ein langes Leben.

Neben traditionellen Hochzeitsbräuchen gibt es auch einige Bräuche in anderen Ländern, die ziemlich kurios anmuten! (Bild: Andrei Zveaghintev / Shutterstock.com)

Neben traditionellen Hochzeitsbräuchen gibt es auch einige Bräuche in anderen Ländern, die ziemlich kurios anmuten! (Bild: Andrei Zveaghintev / Shutterstock.com)

Englische Hochzeit

Auch in England spielt das Strumpfband eine entscheidende Rolle: Dort wird nicht der Brautstrauss in die Menge der ledigen Damen geworfen, sondern die unverheirateten männlichen Gäste stellen sich auf. Die Braut wirft das Strumpfband und derjenige, der es fängt, wird als Nächster heiraten. Der Hochzeitskuchen wirkt auf den britischen Inseln geradezu magisch: Unverheiratete Gäste, die sich ein Kuchenstück mitnehmen und in der Nacht unter das Kopfkissen legen, träumen angeblich von ihrem zukünftigen Ehepartner.

Italienisch heiraten

In Italien geht es wie in Frankreich ums Geld: Einige Gäste klauen dem Bräutigam die Krawatte. In kleine Stückchen geschnitten wird das gute Stück an die Hochzeitsgäste verkauft. Das frisch vermählte Paar muss nach der Trauung gemeinsam eine Vase zerschlagen. Die Anzahl der Scherben steht für die Zahl der glücklichen gemeinsamen Ehejahre. Traditionell gehen Italiener an einem Sonntag den Bund fürs Leben ein, Freitage und Dienstage bringen angeblich Unglück, an diesen Tagen heiraten die Südländer nicht.

Eine deutsche Hochzeit

In Deutschland wird am Abend vor dem grossen Tag der Polterabend gefeiert. Getreu dem Motto „Scherben bringen Glück“ zerschlagen die Gäste Geschirr – das künftige Ehepaar muss die Scherben gemeinsam zusammenfegen. Da die Gäste nicht alle zur selben Zeit erscheinen und „poltern“, müssen die beiden im Laufe des Abends häufiger zu Besen und Kehrschaufel greifen. Manche schrecken auch vor dem Zerschlagen einer Toilettenschüssel nicht zurück. Und immer wieder das Geld: Trägt die Braut am Tage der Hochzeit ein Centstück im Schuh, soll dem Paar angeblich niemals das Geld ausgehen.




Afrikanische Hochzeiten

In Afrika gibt es einige Bräuche, die befremdlich anmuten: Bei den Massai wird die Braut von nahestehenden Verwandten im Vorfeld der Hochzeit beleidigt. Häufig wird der Kopf der Braut dabei mit Kuhdung beschmiert. Damit soll sie auf die Hürden der künftigen Ehe vorbereitet werden. Zudem ist es bei dem afrikanischen Volk, das in einigen Regionen Kenias und Tansanias lebt, Sitte, dass der Vater die Braut mit Milch bespuckt. Damit soll für Fruchtbarkeit und einen reichen Kindersegen gesorgt werden. Die Massai leben polygam, ein Mann darf so viele Frauen wie Rinder besitzen.




Kurioses zum Schluss




Etwas merkwürdig kommt der Brauch daher, den Brautleuten auf den Philippinen vor der Kirche die Haare zu kämmen. In Thailand sieht traute Zweisamkeit so aus, dass die gesamte Hochzeitsgesellschaft das Brautpaar ins Schlafzimmer begleitet. Zunächst legt sich das Paar ins Bett, das am längsten verheiratet ist. Erst dann dürfen die Frischvermählten die Zeit zu zweit geniessen.

 

Oberstes Bild: © Podvysotskiy Roman – Shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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