Im Trend: das Feel-Good-Management

12.03.2014 |  Von  |  Geschäftlich
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Im Trend: das Feel-Good-Management
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Um auf Dauer erfolgreich zu sein, müssen sich Mitarbeiter in ihrem Unternehmen wohl fühlen. Diese Erkenntnis ist banal und trotzdem klafft bei der Arbeitszufriedenheit häufig eine grosse Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Unzufriedene Mitarbeiter sind öfter krank, weniger motiviert und neigen eher dazu, ihr Unternehmen zu verlassen und zur Konkurrenz abzuwandern. Feel-Good-Management soll dem entgegenwirken und für gute Stimmung am Arbeitsplatz sorgen.

Bei Startups geboren



Das modische Schlagwort vom Feel-Good-Management ist in der Welt innovativer Startups entstanden. Die Idee dahinter war: Das Instrument sollte den Pioniergeist der Gründungsphase auch dann noch erhalten und fortführen, wenn das Unternehmen grösser wurde und neue Mitarbeiter dazu stiessen. 

Inzwischen hat das Feel-Good-Management aber längst die Startup-Szene verlassen und findet zunehmend auch in etablierten Unternehmen Verbreitung. Gerade einige grössere Firmen leisten sich inzwischen Wohlfühl-Manager als hauptamtliche Mitarbeiter, in kleineren Unternehmen müssen dagegen andere Organisationsformen gefunden werden. Insgesamt sind Wohlfühl-Manager aber noch eine Ausnahmeerscheinung am Stellenmarkt.

Eventmanagement ursprünglich im Fokus

Der Begriff Feel-Good-Management klingt zunächst vor allem nach Spiel und Spass – nicht ganz zu Unrecht. Im Fokus der Bezeichnung stand am Anfang tatsächlich das betriebsinterne Eventmanagement für Mitarbeiter. Der Phantasie waren und sind dabei keine Grenzen gesetzt: 



  • Der berühmteTischkicker,
  • Koch- und Sprachkurse,
  • Sportturniere,
  • Firmenparties und Betriebsfeiern,
  • Wellness- und Gesundheitsangebote,
  • Betriebsreisen,
  • Kulturevents und
  • gemeinsame Restaurant- und Kneipenbesuche
Kochkurs-urbanlight-shutterstock.com

Kochkurse, Wellness, Betriebsferien… Der Begriff Feel-Good-Management klingt zunächst vor allem nach Spiel und Spass – nicht ganz zu Unrecht. (Bild: urbanlight / shutterstock.com)

sind nur einige Beispiele. Auch spezielle Essenangebote (vegane Speisen), besondere Ruheräume, Massagen und vieles mehr liesse sich anführen. Skeptiker belächeln denn auch das Aufgabenfeld des Wohlfühl-Managers gerne als ‚Bespassung‘ oder ‚Betriebs-Animation‘. Und tatsächlich sind die Wirkungsmöglichkeiten eines auf reine Eventdienstleistungen ausgerichteten Feel-Good-Managements begrenzt.

Auf keinen Fall können Mitarbeiterevents auf Dauer für Zufriedenheit sorgen, wenn andere wichtige Faktoren im Unternehmen nicht stimmen. Und auch ein hauptamtlicher Mitarbeiter, der fürs Wohlfühlen zuständig ist, wird nur als Feigenblatt wahrgenommen, wenn die Firmenleitung nicht hinter dem Feel-Good-Konzept steht. Dies wird zum Beispiel darin deutlich, inwieweit der Feel-Good-Manager tatsächlich Kompetenzen besitzt, etwas im Unternehmen zu bewegen und zu einer Wohlfühl-Atmosphäre beizutragen.

Querschnittsaufgabe und Vertrauensposition

Im wohlverstandenen Sinne bildet Feel-Good-Management eine wichtige Querschnittsfunktion im Unternehmen ab. Organisatorisch ist es im Personalbereich zwischen Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement angesiedelt. Hierarchiebezogen nimmt der Feel-Good-Manager eine Mittlerposition zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern ein. Er besitzt damit eine ausgesprochene Vertrauensstellung. Thematisch ist das Wohlfühl-Management ein Bestandteil gelebter Unternehmenskultur.

Mehr als eine Eventdienstleistung 

Das Aufgabenfeld ist denn auch deutlich weiter als eine reine firmeninterne Eventdienstleistung, obwohl sie mit dazu gehört. Grundsätzlich fallen hierunter alle Themen des Berufsalltags, die zum Wohlfühlen beitragen oder es beeinträchtigen können. Die angenehme Gestaltung des Arbeitsplatzes, die Lösung von alltäglichen Konflikten mit Kollegen und Vorgesetzten oder praktische Unterstützung bei der Verwirklichung von Work-Life-Balance sind wichtige Tätigkeiten von Feel-Good-Managern. Dazu gehören auch Aufgaben wie die Vermittlung von Kita-Plätzen und Tagesmüttern oder die Hilfe bei der Wohnungssuche. Das Tätigkeitsspektrum ist ausgesprochen vielseitig.

Das Anforderungsprofil: Integrationsfähigkeit

Bei Wohlfühl-Managern ist denn auch die fachliche Qualifikation eher an zweiter Stelle gefragt. Typischerweise bringen Bewerber Erfahrungen im Eventmanagement, eine psychologische, soziologische oder betriebswirtschaftliche Ausbildung mit. Aber auch gänzlich andere Erfahrungs- und Ausbildungshintergründe kommen vor. Wichtiger sind die Persönlichkeit und die Fähigkeit, unterschiedliche Kompetenzen zu vereinen und miteinander zu verbinden. Kommunikationsfähigkeit und Offenheit sind dabei ebenso gefragt wie Vertrauenswürdigkeit und Vertraulichkeit. Der Wohlfühl-Manager muss innovativ und kreativ sein, aber auch strukturiert und organisiert. Wichtig sind auch Menschenkenntnis und Empathie.

Die praktische Umsetzung

In kleineren Unternehmen füllt das Feel-Good-Management in der Regel keine Vollzeittätigkeit aus. Hier kommt es darauf an, die Aufgaben entweder auf mehrere Schultern zu verteilen oder sinnvoll mit einer anderen Aufgabenstellung zu verknüpfen. Die Einbeziehung von Führungsebene und Mitarbeitern in die konkrete Massnahmenplanung und -entwicklung ist wichtige Voraussetzung für den Erfolg.

Bewährt hat sich die systematische Sammlung von Ideen und Verbesserungsvorschlägen. Dazu können sowohl spontane als auch regelmässige Brainstorming-Meetings dienen. Eine praktische Einrichtung sind auch Kästen oder Boxen, in denen Mitarbeiter jederzeit ihre Anregungen einwerfen können – de facto eine Art erweiterter ‚Kummerkasten‘. Vielen Mitarbeitern fällt diese Art der Äusserung leichter als die persönliche Ansprache.



Bei der Umsetzung von Vorschlägen muss der Feel-Good-Manager auch auf das richtige Mass achten. Nicht jedes Event-Angebot ist für jeden Mitarbeiter gleich interessant und relevant. Gerade bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten kann auch leicht ein sozialer Druck entstehen: wer nicht mitmacht, setzt sich dem Verdacht aus, nicht teamfähig oder -willig zu sein. Dem gilt es von vorneherein entgegenzuwirken, denn sonst wird ein Eventangebot nicht zur Lust, sondern zur Last. Am Ende steht das Gegenteil vom eigentlich Beabsichtigten: mehr Unzufriedenheit.



Wenn das Feel-Good-Management erstmals eingeführt und etabliert wird, empfiehlt sich auch eine entsprechende Projektorganisation – zum Beispiel in Form eines Lenkungskreises, der Vorschläge sammelt, bewertet, priorisiert und zur Umsetzung empfiehlt. Das O.K. muss letztlich stets von der Unternehmensleitung kommen.

Eine Investition, die sich rechnen muss

Feel-Good-Management ist kein Selbstzweck. Letztlich geht es dabei immer darum, Mitarbeiter zu binden und die Arbeitsproduktivität zu erhöhen. Events und Eventdienstleistungen bilden dabei das i-Tüpfelchen einer Unternehmens-Wohlfühl-Kultur. Der Feel-Good-Manager kümmert sich um beides: die notwendigen Grundlagen und Event-Erlebnisse als Add-on. 



 

Oberstes Bild: © ArTono – shutterstock.com

Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.



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