Im Trauerfall: So organisieren Sie Bestattungen richtig – Teil 1

11.11.2014 |  Von  |  Allgemein
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Im Trauerfall: So organisieren Sie Bestattungen richtig – Teil 1
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Nicht jedes Event ist auf Heiterkeit und Frohsinn ausgelegt. Zu den unangenehmeren Veranstaltungen, die allerdings trotzdem geplant werden müssen, zählen beispielsweise Bestattungen. In diesem zweiteiligen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie diese schwierige Situation am besten meistern.

Ob es sich dabei um einen eigenen Angehörigen handelt oder Sie „nur“ die Organisation einer Beerdigung für Freunde oder Bekannte übernehmen sollen, ist dabei unerheblich. Wir haben den Ratgeber so ausgelegt, dass er in jedem Fall anwendbar ist.







Dies ist ein 2-teiliger Bericht zum Thema „Bestattungen“:

Teil 1 [Im Trauerfall: So organisieren Sie Bestattungen richtig – Teil 1]
Teil 2 [Im Trauerfall: So organisieren Sie Bestattungen richtig – Teil 2]


Ruhe ist das A und O




Ein Todesfall – gerade innerhalb der Familie – ist schwer zu verkraften. Gleichzeitig handelt es sich um eine Situation, die nur sehr selten eintritt und in welcher Sie wahrscheinlich keine Erfahrung haben. Diese Merkmale und die Tatsache, dass Sie sich in der Regel sehr schnell um ein Bestattungsunternehmen kümmern müssen, führen dazu, dass Sie aus Unwissenheit und Zeitdruck wahrscheinlich nicht immer die beste Wahl treffen. Daher gilt: Bewahren Sie in jedem Fall die Ruhe und fällen Sie wichtige Entscheidungen niemals alleine. Ein wichtiger Punkt, den wir erwähnt haben, ist das Bestattungsunternehmen.

Es dient nicht nur dazu, bei der Beisetzung die üblichen Formalitäten einzuhalten. Vielmehr handelt es sich praktisch um eine weitere Person, die Sie in dieser Zeit vor allem entlasten soll. Der Bestatter übernimmt einen Grossteil der Arbeit, wodurch Sie sich Gedanken um die kleineren (aber ebenso wichtigen) Aspekte der Beerdigung machen können. Es ist daher wichtig, gleich zu Beginn einen möglichst vertrauenswürdigen und erfahrenen Bestatter zu finden: Fragen Sie im Bekanntenkreis nach Erfahrungen oder nutzen Sie auch soziale Medien wie Facebook, um die Spreu vom Weizen zu trennen.




Aber wie finde ich einen seriösen Bestatter?




Zunächst sei gesagt, dass es auch in diesen Fällen nicht falsch oder gar pietätlos wäre, einen Preisvergleich durchzuführen. Natürlich sollte das Geld zunächst nicht unbedingt eine Rolle spielen, aber kostenlos gibt es auch in dieser Branche keine Dienstleistung. Letztendlich sind auch Bestatter nur Unternehmen, welche einen Spagat zwischen Management und Mitgefühl finden müssen. Wichtig sind daher unter anderem folgende Merkmale:

  • Eine kostenlose Beratung sollte obligatorisch sein. Wenn Sie bereits für eine kleine Anfrage zur Kasse gebeten werden, sollten Sie dieses Unternehmen besser meiden.
  • Der Bestatter sollte Sie ausführlich über seine Leistungen beraten. Eine Beerdigung kommt glücklicherweise nur selten vor, sodass gerade jetzt alles stimmen sollte. Wenn Sie bereits beim ersten Gespräch das Gefühl haben, dass Ihr Gegenüber nur darauf aus ist, die Angelegenheit schnell zu Ende zu bringen, sollten Sie sich nicht auf das Angebot einlassen.
Es ist wichtig, im Trauerfall die Ruhe zu bewahren und zusammen mit den Angehörigen den richtigen Bestatter für die Beerdigung zu finden. (Bild: Kzenon / Shutterstock.com)

Es ist wichtig, im Trauerfall die Ruhe zu bewahren und zusammen mit den Angehörigen den richtigen Bestatter für die Beerdigung zu finden. (Bild: Kzenon / Shutterstock.com)

  •  Sie benötigen praktisch eine Rundumversorgung: Von der Überführung des Verstorbenen bis hin zur möglichen Trauerfeier im Anschluss an die Beisetzung sollte der Bestatter Ihnen alle Aufgaben abnehmen. Falls Sie hier eine Lücke bemerken, sollten Sie dies ansprechen (und gegebenenfalls ebenfalls den Bestatter wechseln, falls er sich uneinsichtig zeigt).

Auch hier gilt: Holen Sie sich gerne Hilfe (sowohl praktisch als auch finanziell) aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, wenn Sie sie benötigen. Gerade bei dieser häufig letzten bewussten Auseinandersetzung mit dem Verstorbenen sollten Sie nichts dem Zufall überlassen.

Weitere Aufgaben vor der Bestattung

Nachdem die ersten Aufgaben – wie die Kontaktaufnahme mit einem Arzt und das Benachrichtigen der Angehörigen – abgeschlossen sind, müssen Sie sich leider auch um einige Formalitäten kümmern. Dazu zählt insbesondere die Benachrichtigung aller möglichen Versicherungen, wozu etwa die Krankenkassen mit demnächst steigenden Prämien zählen, aber auch die eventuellen Lebensversicherungen oder Sterbegeldversicherungen. Weiterhin müssen Sie sich darum kümmern, laufende Verträge zu kündigen. Dazu können etwa Telefon- und Fernsehverträge zählen, aber auch Kosten für das Internet oder Mobiltelefon sowie Strom und Miete sollten, falls es sich um eine allein bezogene Wohnung handelte, nicht mehr gezahlt werden. Im Normalfall können Sie jeden denkbaren Vertrag im Sterbefall sofort kündigen, auch wenn die Kündigungsfrist noch in weiter Ferne liegt.

Vergessen Sie ausserdem nicht die vielen Kleinigkeiten, die in dieser sehr kurzen Zeit auf Sie zukommen werden: Beispielsweise sollten Sie Angehörige über den Termin der Beisetzung informieren – und zwar alle von ihnen. Ja, das klingt einerseits selbstverständlich, aber in einer emotional nicht ganz einfachen Zeit übersieht man gerne auch vermeintliche Banalitäten. Falls Sie weitere Veranstaltungen geplant haben – wie vielleicht eine Zusammenkunft vor der Beisetzung – müssen Sie auch darüber informieren. Soziale Netzwerke bieten sich auch hier an, um Informationen schnell weiterzureichen.




Im nächsten Teil dieses Ratgebers geht es um die eigentliche Beisetzung: Welche Bestattungsarten es gibt, welche Form von Grab geeignet ist und wie Sie die anschliessende Trauerfeier planen.

 

Oberstes Bild: © Kzenon – Shutterstock.com


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